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Ausgezeichnetes Tondach

03.01.2014

Mit einer Verbindung aus Alt und Neu konnte ein typisches denkmalgeschütztes Wiener Vorstadtensemble mit gemischter Wohn- und Gewerbenutzfläche aus unterschiedlichen Errichtungsphasen punkten und den austrian brick and roof award in der Kategorie „Steildach mit Tondachziegel“ gewinnen.

Zwei Bauprojekte aus Vorarlberg sowie je eines aus Osttirol und Wien eroberten die insgesamt vier Kategoriepreise des austrian brick and roof award 13/14. Der vom Verband Österreichischer Ziegelwerke (VÖZ) in Kooperation mit Tondach Gleinstätten und Wienerberger Österreich vergebene Award für herausragende Projekte moderner Ziegelarchitektur in Österreich wurde am 16. Oktober im Rahmen des Wienerberger Baufachtages im Wiener Odeon Theater verliehen.

Neuer Teilnahmerekord
Seit 2007 richtet der Verband Österreichischer Ziegelwerke (VÖZ) den austrian brick and roof award (Abara) im Zweijahresrhythmus aus. Insgesamt 67 Kategorie-Einreichungen, aus denen die Expertenjury heuer zu wählen hatte, bedeuteten neuen Teilnahmerekord. Die vier Siegerprojekte überzeugten auch das Fachpublikum aus der Architektur- und Medienszene, das zur vierten Auflage der Abara-Verleihung nach Wien gekommen war. Die Kategorie Wohnbau kleinvolumig konnte ein Einfamilienhausprojekt in Dornbirn/Vorarlberg für sich entscheiden. In der Kategorie Wohnbau/Nichtwohnbau großvolumig überzeugte das „Familiendorf Nußdorf-Debant“ in Osttirol. In der Kategorie Fassadengestaltung mit Ziegel und Klinker ging das Projekt „Wohnanlage Villenviertel Dornbirn“ in Vorarlberg als Sieger hervor. Mit einer Verbindung aus Alt und Neu konnte ein typisches denkmalgeschütztes Wiener Vorstadtensemble mit gemischter Wohn- und Gewerbenutzfläche aus unterschiedlichen Errichtungsphasen in der Kategorie Steildach mit Tondachziegel punkten.
Den Gewinnern wurde neben der Award-Skulptur insgesamt ein Preisgeld von 10.000 Euro – je 2.500 Euro pro Kategorie – überreicht.

Das Siegerdach
Der Siedlungsdruck in den Ballungszentren hat in den vergangenen Jahr(zehnt)en die Zahl an Aufstockungen und Dachbodenausbauten stark steigen lassen. Infolgedessen wurden diese zu begehrten Wohnlagen. Die Bundeshauptstadt Wien ist dafür ein gutes Beispiel. Von kaum wahrnehmbaren baulichen Erweiterungen bis zu prägnanten eigenständigen Architekturen werden verschiedene Konzepte realisiert. Besonders sensibel ist diese Bauaufgabe, wenn es sich um denkmalgeschützte oder in Schutzzonen befindliche Objekte handelt. Ein solches fanden die Architekten Steinbacher Thierrichter in der Penzinger Straße, unweit von Schönbrunn, vor: ein typisches Vorstadtensemble mit gemischter Wohn- und Gewerbenutzung aus unterschiedlichen Errichtungsphasen.

Beim Umbau des Wohnhauses in Wien Penzing wurde die gesamte Liegenschaft neu geordnet. So entstanden 24 Wohnungen mit Balkonen, Terrassen oder Gartenanteilen sowie einigen Stellplätzen. Der eingeschoßige Straßentrakt wurde etwa Ende des 18. Jahrhunderts errichtet und durfte nicht aufgestockt werden. In enger Abstimmung mit dem Denkmalamt entstand ein sehr auffallender Dachbodenausbau. Die Dachneigung wurde stark angehoben, sodass zwei Geschoße realisierbar waren. Die Belichtung erfolgt über dominante Dachgaupen. Deren Anordnung ergibt sich aus der inneren Raumstruktur. Im ersten Dachgeschoß sind sie jeweils als Paar ausgebildet, darüber sind sie als Einzelfenster angeordnet. Verglast ist nicht nur die quadratische Schauseite, sondern auch das Oberlicht, sodass eine ausreichende Belichtung gegeben ist.  Die Dacheindeckung erfolgte mit dem Tondachziegel-Modell „Tasche“. Das Naturrot dieser Ziegel wird auch in den Gaupen weitergeführt, und die Fensterprofile setzen mit einem helleren Rotton noch ein wenig mehr Farbakzente. Zusammen mit der fast schon ins Rosé gehenden Färbung der Hausfassade ergibt sich ein sehr expressiver Eindruck – der zum Sieg beim austrian brick and roof award 13/13 führte.

Text: Jürgen Seifert 

Autor/in:
Redaktion Dach Wand
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