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Corona-Umfrage in der Dachbranche: Spürbare Auswirkungen der Krise

25.06.2020

Die Zahlen der an Covid-19-Erkrankten ist in den letzten Wochen kontinuierlich zurückgegangen. Die Lage hat sich insgesamt entspannt. Aber hat sie das auch im Arbeitsalltag? Wir haben bei Dachdecker- und Spenglerbetrieben nachgefragt – ob die Auftragslage saisonüblich ist, wie sehr die Abstands- und Maskenregeln die Arbeit erschweren und ob es nach wie vor zu Verzögerungen bei Bauverhandlungen und Baugenehmigungen kommt. (Stand 20.05.2020)

Paul Spitzer, Spitzer GmbH, Graz und Traiskirchen:
„Die Auftragslage ist aktuell gut, der Auftragseingang auch noch ok, allerdings befürchte ich schon, dass die Nachfrage zurückgehen wird. Es ist weniger Geld vorhanden, und in Unsicherheit wird zurückhaltender damit umgegangen. Zum Glück arbeiten wir fast immer im Freien und können die Abstände meist einhalten. Körperliche Arbeit in der Wärme unter Maske ist wirklich sehr herausfordernd und auf jeden Fall weniger produktiv. Bei Baugenehmigungen gibt es Verzögerungen, als Bauwerber erleben wir das aktuell am eigenen Leib.“

Alexander Eppler, Eppler Johann KG, Wien:
„Nachdem der Lockdown seit einigen Wochen wieder teilweise großzügig zurückgenommen wurde, hat sich hier in Wien die Situation wieder etwas normalisiert. Soll heißen: Die Auftragslage ist fast schon saisonüblich, manche Kollegen sind sogar teilweise überlastet. Viel Arbeit wird natürlich jetzt nachgeholt. Die Abstands- und Maskensituation stört die Arbeit nicht im engeren Sinne, sie ist eher lästig und für die Mitarbeiter unangenehm. Aber wegen der Einhaltung bzw. der Möglichkeit, die Abstandsregeln einzuhalten, konnte schon oft ohne Maske gearbeitet werden. Bei Bauverhandlungen oder Genehmigungen gibt es teilweise Verzögerungen. Ob die Baubranche(n) von der Corona-Krise weiterhin betroffen sein wird/werden, wird sich – zeitverzögert – wohl erst 2021 zeigen.“

Roland Paar, Spenglerei-Dachdeckerei Paar GmbH, Feldbach:
„Wir sind erfreulicherweise alle gesund geblieben und sind mittlerweile wieder im Vollbetrieb. An die Einhaltungen der Vorschriften haben wir uns großteils schon gewöhnt, obwohl es den regulären Ablauf nach wie vor beeinträchtigt. Die persönlichen Kontakte mit Kunden und Lieferanten werden auch wieder häufiger, da mehr Lockerungen seitens der Regierung vorgenommen wurden. Der Auftragsstand ist momentan saisonüblich, wobei man wirkliche Aussagen über die Auswirkungen der Corona-Krise noch nicht treffen kann. Die Unsicherheiten bei Auftragsvergaben und Finanzierungen von Bauprojekten werden wahrscheinlich erst zeitverzögert Auswirkungen auf unsere Branche haben.“

Ernst Zimmermann, Zimmermmann GmbH, Mattersburg:
„Die Auftragslage kann man durchaus als saisonüblich bezeichnen. Auf den Baustellen gab es anfänglich einige Schwierigkeiten, vor allem mit der Abstandsregel, und auch mit den mehrfach anfallenden Kosten in Hinsicht Anfahrt, Besetzung der Firmenfahrzeuge. Anzumerken ist, dass man schon mehr Hygiene auf den Baustellen antrifft. Auf unsere Branche gibt es meiner Meinung nach noch keine Auswirkung in Hinsicht der Verzögerung der Bauverhandlungen bzw. Genehmigungsverfahren. Die werden aber sicher mit Verspätung auch uns treffen, da das Dach eben erst später im Bauzeitplan ist, und der eben erst mit massiven Verzögerungen zum Einsatz kommt. Was mir aber noch mehr Sorgen bereitet, ist das große Füllhorn der Regierung, das großzügig ausgeschüttet wird. Ob da noch Geld da ist für neue Bauvorhaben im Jahr 2021 und weitere Jahre von Bund, Ländern und Gemeinden, aber auch für Wohnbauförderungen, das mag ich bezweifeln.“

Christian P. Aigner, AignerDach GmbH, St. Michael im Lungau:
„Im Großen und Ganzen sind wir ohne gröbere Zwischenfälle durch die Krise gekommen. Das eine oder andere Großprojekt wurde abgesagt, respektive verschoben, aber da wir uns mehr auf die Privaten konzentrieren, ist die Auftragslage gut. Wie sich das Jahr noch entwickelt, bleibt abzuwarten, wir sind aber grundsätzlich positiv gestimmt.“

Redaktion: Birgit Tegtbauer

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