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Dämmung sorgt für Wohlbefinden und Sicherheit

17.05.2018

Über das Dach, die Fassade und den Keller eines unzureichend oder gar nicht gedämmten Hauses geht viel Energie verloren – ein teures Vergnügen für Geldbeutel und Umwelt. Nachhaltige Wärmedämmung macht sich hier schnell und vor allem langfristig bezahlt. Doch der Wärmeschutz ist nur das eine. Auch professioneller Schall- und Brandschutz tragen zu Wohnqualität und Sicherheit bei. 

Tatsächlich sind Dämmstoffe die heimlichen Helden am Bau und für Bauherren unentbehrlich. Im Folgenden werden die drei Dämm-Bereiche Wärme-, Schall- und Brandschutz näher beleuchtet, auch im Hinblick auf die aktuell geltenden OIB-Richtlinien.

I. ANFORDERUNGEN AN DEN WÄRMESCHUTZ

Das Wohlbefinden eines Menschen hängt ganz entscheidend von seiner Körpertemperatur ab, die möglichst konstant gehalten werden sollte. Als Regulator wirkt primär die Haut, sekundär schützt die Kleidung vor klimatischen Störeinflüssen. Auf der Erde ist aber in allen Klimazonen der Störeinfluss der unterschiedlichen Lufttemperatur so groß, dass eine tertiäre Hülle – das Gebäude – erforderlich wird. Die Behaglichkeit und das Wohlbefinden – Raumluft- und Oberflächentemperatur der Gebäudehülle – sollten in einem entsprechenden Verhältnis stehen. Innerhalb eines Hauses stellen wir das mit Heizen im Winter und Kühlen im Sommer sicher. 

Wärmedämm-Maßnahmen steigern nicht nur den Wohnkomfort, sondern bestimmen auch wesentlich den Bedarf für die Heiz- und Kühlenergie des Gebäudes. Sobald es ums Dämmen geht, stellt sich die Frage: mineralische oder synthetische Dämmstoffe? Beide haben ihre Stärken und sollten dementsprechend eingesetzt werden. Der Rohstoff mineralischer Dämmstoffe ist zwar natürlichen Ursprungs, im Vergleich zu synthetischen Produkten bedarf es aufgrund deutlich höherer Rohdichten einer größeren Rohstoffmenge und eines höheren Primärenergieeinsatzes zur Produktion. So hat etwa Polyurethan (PU) eine deutlich bessere Wärmeleitfähigkeit als mineralische Materialien. Daraus folgen eine höhere Dämmleistung und eine insgesamt geringere Dämmdicke. Somit eignet sich das effiziente PU für Bauteile, bei denen sehr schlanke Aufbauten von Nutzen sind, wie zum Beispiel in der Steildach- oder Flachdachdämmung.

Je effizienter die Dämmung, desto mehr Platz

Ein stimmiges Architektur-Konzept, die Optimierung der Grundrisse sowie ein schneller, wirtschaftlicher Bauablauf, das sind die üblichen Herausforderungen für den Wohnbau von heute. Wohnraum ist vor allem in Städten und Ballungsräumen knapp und jeder Quadratmeter kostbar. Die Außenabmessungen eines Gebäudes sind grundsätzlich durch die Grundstücksgröße und den Bebauungsplan vorgegeben. Der Einsatz von Dämmstoffen mit niedriger Wärmeleitfähigkeit resultiert praktisch in einem Wohnflächengewinn – denn je effizienter der Dämmstoff, desto dünner kann er eingesetzt werden. Effizienz schlägt sozusagen Dicke. Darüber hinaus trägt die Verwendung energieeffizienter Dämmstoffe zum Erreichen der EU-Klimaziele bei.

Klimaziele der EU und ihre Auswirkungen

Im Rahmen ihrer Klima- und Energiepolitik bis 2030 verfolgt die EU mehrere Hauptziele: Unter anderem die Senkung der Treibhausgasemissionen um mindestens 40 Prozent (gegenüber dem Stand von 1990) und die Steigerung der Energieeffizienz um mindestens 27 Prozent. Diese auf EU-Ebene getroffenen Vereinbarungen spiegeln sich in den nationalen Anforderungen zum Wärmeschutz wider. So basiert die OIB-Richtlinie 6 auf den Beratungsergebnissen der Landesamtsdirektorenkonferenz und gibt Anforderungen zu Energiekennzahlen und Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) von Gebäudeteilen vor. Die gesetzliche Regelung des Energieausweises erfolgt auf Bundesebene über das Energieausweisvorlagegesetz und in den technischen Bauvorschriften der Bundesländer.

Auszug aus den OIB-Richtlinien 

Die Bauvorschriften der Länder basieren im Großen und Ganzen auf den OIB-Richtlinien des Österreichischen Instituts für Bautechnik. Wo es jedoch um Förderungen für die Wohnraumschaffung bzw. Sanierung oder um Bestimmungen für die Gebäudehülle geht, gelten in den einzelnen Bundesländern teilweise strengere Anforderungen bzw. zusätzliche Bestimmungen. In jedem Fall sind die in Tabelle 1 angezeigten Grenzwerte einzuhalten. Bei Neubau oder Renovierung eines Gebäudes oder eines Gebäudeteiles sowie bei der Erneuerung eines Bauteils bei konditionierten Räumen dürfen folgende Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) bei nachstehend genannten, wärmeübertragenden Bauteilen nicht überschritten werden. Die wichtigsten Anforderungen aus der OIB-Richtlinie 6 (gekürzter Auszug) sehen Sie in Tabelle 1.  

II. SCHALLURSACHEN UND -ARTEN

Das Gebäude hat die Aufgabe, den Menschen vor schädlichen Umwelteinflüssen zu schützen. Immer wichtiger wird dabei der Schutz vor Lärmbelastungen wie Straßen-, Flugverkehrslärm, Lärm durch Nachbarn, Industrie und Gewerbe u. a. Professioneller Schallschutz im Wohnungsbau ist aufgrund gesetzlicher Vorgaben ein Muss. Schließlich dient das private Reich dem Menschen als Rückzugsort zur Entspannung und Erholung. Aber auch in Gebäuden, in denen man sich länger aufhält – Krankenhäuser, Büros, Hotels – spielt Schallschutz eine große Rolle. Um hier Probleme und teure Sanierungen zu vermeiden, muss den Erfordernissen schon bei der Planung Rechnung getragen werden. Generell wird in der Bautechnik zwischen zwei Arten von Schall unterschieden: 1. Luftschall: Schall, der sich in der Luft ausbreitet – und 2. Körperschall: Schall der sich in einem Festkörper ausbreitet und teilweise als Luftschall abgestrahlt wird.

Worauf kommt es beim Schallschutz an?

Was Dachkonstruktionen anbelangt, kommt es in erster Linie auf Luftschallschutz gegen Außenlärm, aber auch auf Schallschutz zwischen Wohnungen, im Bereich des Dachanschlusses an flankierende Wände und Decken, an. Neben den schalltechnischen Eigenschaften von Baustoffen, wie der Masse, Biegeweichheit und dem Schallabsorptionsvermögen, ist der gesamte Bauteilaufbau für die Schalldämmung wesentlich. Im Steildachbereich mit Holzkonstruktionen kann der Einfluss durch Lärm von außen, z. B. durch Anbringen zusätzlicher Schichten auf, zwischen und/oder unter den Sparren und Schallentkoppelungen, wirkungsvoll verringert werden.

In Österreich ist für den Mindestschallschutz von Außenbauteilen die OIB-Richtlinie 5, Ausgabe 2015 bzw. 2011, in den Bauordnungen verankert und gültig. Je höher der Außenlärmpegel, desto höher ist die Anforderung an das Schalldämm-Maß des Außenbauteiles. Sofern sich keine höheren Anforderungen ergeben, dürfen unabhängig vom maßgeblichen Außenlärmpegel und der Gebäudenutzung die Werte für das bewertete resultierende Bauschalldämm-Maß R’res,w der Außenbauteile gesamt von 33 dB und das bewertete Schalldämm-Maß Rw der opaken Außenbauteile von 43 dB nicht unterschritten werden (siehe Tabelle 2). 

Informationen zur Ermittlung des Außenlärmpegels, Kenngrößen zum Schallschutz etc. finden sich in der ÖNorm B 8115 sowie in von den Bundesministerien und Ländern erarbeiteten Lärmkarten. Aber nicht nur aufgrund der Gesetzeslage ist es unbedingt notwendig, die Erfordernisse an den Schallschutz einzuhalten und auf von anerkannten Prüfanstalten geprüfte Aufbauten zurückzugreifen!

III. SICHERER BRANDSCHUTZ

Bauteile von Gebäuden bestehen aus vielen verschiedenen Baustoffen. Je nach ihrer Gebäudeklasse haben sie bestimmte Anforderungen an den Brandschutz zu erfüllen. Zertifizierte Prüfstellen prüfen die Baustoffe auf ihre technischen Eigenschaften. Prüfkörper werden dabei einer Kanten- oder Flächenbeflammung unterzogen – daraus resultiert die Brandklasse. Bei einer Bauteilprüfung wird der Feuerwiderstand nicht am einzelnen Baustoff, zum Beispiel der Dämmung, sondern an der Gesamtkonstruktion, zum Beispiel am Dach in Verbindung mit allen Schichten, wie Sparren, Dämmstoff und Schalung oder Gipskartonplatten, ermittelt. Je nach Konstruktion entsprechen Bauteile einer bestimmten Feuerwiderstandsklasse.

Brandklassen nach EN 13501-1

Damit ein Bauprodukt klassifiziert werden kann, müssen alle Kriterien für die entsprechende Klasse nach den Anforderungen erfüllt sein. Jedes Bauprodukt ist hinsichtlich des Brandverhaltens eindeutig deklariert. Das Brandverhalten wird über einen Klassifizierungsbericht nachgewiesen.

Feuerwiderstandsklassen nach EN 13501-2

Die Anforderungen an den Feuerwiderstand des gesamten Bauteils werden nach den ­europäischen REI-Klassen der EN 13501-2 gestellt. Tabelle 3 definiert die Kurzzeichen zur Klassifizierung des Feuerwiderstandes.
Wie werden die fünf Gebäudeklassen ermittelt?

Häufig anzutreffende Gebäudetypen werden anhand bestimmter Kriterien wie Geschoßanzahl oder Fluchtniveau in fünf Gebäudeklassen eingeteilt. Um Unklarheiten zu beseitigen, verwendet die OIB-Richt­linie 2, Ausgabe März 2015, ausschließlich die Begriffe oberirdisches und unterirdisches Geschoß. Dachgeschoße sind oberirdischen Geschoßen begrifflich gleichgestellt. Aus den verschiedenen Gebäudeklassen ergeben sich die jeweiligen Prüfungskriterien für die entsprechenden Bauteilprüfungen. Für Decken und Dachschrägen ≤60° gelten über dem obersten Geschoß in Gebäudeklasse 2 bis 5 explizit die Anforderungen von R 30 und R 60 und/oder REI 30 und REI 60. Die Klassifizierung REI 60 beispielsweise bezeichnet ein Bauteil, dessen Tragfähigkeit, raumabschließende Funktion sowie Wärmedämmung im Brandfall für mindestens 60 Minuten erhalten bleibt. 

Brandschutz-Neuerungen in der OIB-Richtlinie 2: 2015 

Im Hinblick auf die Gebäudeklassen (GK) ergeben sich nachfolgende Neuerungen. GK 1: maximal zwei Wohnungen, statt wie bisher eine, GK 2: Einschränkung auf fünf Wohnungen wurde gestrichen, GK 5 (≤6 oberirdische Geschoße): Holzbau ist nicht nur in den beiden obersten Geschoßen, sondern generell zulässig, und in oberirdischen Geschossen entfällt die Bestimmung für die Bauteile in A2. Bei Betriebsbauten in Holzbauweise sind Brandabschnitte bis 1.800 Quadratmeter ohne Klassifikation, bis 3.000 Quadratmeter in der Klassifikation R 30, bis 10.000 Quadratmeter verbunden mit technischen Brandschutzmaßnahmen möglich. Daraus ableitend können beispielsweise PU-Aufsparrendämmungen aktuell problemlos bis GK 4 Dachneigung <20° umgesetzt werden (siehe Tabelle 4). 

Konkrete Anforderungen an das Flachdach 

Der Brandschutz für Flachdächer ist komplex, die Brandschutzplanung sollte daher von Spezialisten übernommen werden. Für Leichtdächer aus Trapezblechschalen, wie sie heute im Industriebau vorrangig hergestellt werden, muss in der Regel die OIB-Richtlinie 2.1. eingehalten werden. Das Dachabdichtungssystem muss generell einer Systemprüfung nach dem europäischen Prüfverfahren TS 1187 unterzogen und auf BROOF(t1) klassifiziert werden. Bei Brandbeanspruchung von unten sind bei Hauptbrandabschnittsflächen bis 1.800 Quadratmeter keine besonderen Maßnahmen notwendig. Hier punkten PU-Dämmstoffe mit geringer Aufbauhöhe und können ohne Einschränkungen eingebaut werden. Bei größeren Hauptbrandabschnittsflächen ist die Feuerausbreitung innerhalb des Brandabschnittes durch geeignete Maßnahmen zu verhindern.

Fazit

Die OIB-Richtlinien werden wiederkehrend in regelmäßigen Abständen an die technischen Herausforderungen angepasst. Es eröffnen sich dadurch Chancen für die Weiterentwicklung des Bauens und der Materialinnovation. Effiziente, hochwertige Dämmlösungen tragen nicht nur zur Energie- und Kosteneinsparung bei, sie sind ein wesentlicher Bestandteil des Schall- und Brandschutzes. Zur Erfüllung der EU-Klimaziele hinsichtlich CO2-Einsparung sind Wärmedämmstoffe ein zentraler Baustein, und denken Sie nur an Ihre eigenen vier Wände und wie sehr Sie die emotionalen Werte Wohnkomfort und Behaglichkeit schätzen.

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