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Das Internet – Fluch oder Segen?

13.09.2013

Im Zeitalter des Internets hat die Finanzbehörde viel mehr Möglichkeiten als früher, schnell Informationen zu einem Steuerpflichtigen zu sammeln. Was einst mühsam aus Registern bzw. schriftlichen Unterlagen zusammengesucht werden musste, lässt sich nun auf Knopfdruck leicht ermitteln.

Folgende nationale Abfragen können jederzeit gemacht werden:

• Firmenbuch – alle Angaben zu Firmenbeteiligungen an Kapital- und Personengesellschaften sowie eingetragenen Einzelunternehmen

• Grundbuch – Angaben über Grundvermögen

• Zentrales Melderegister zu Wohnsitz(en)

• Zentrales Register für Kfz-Zulassungen – alle auf eine Person zugelassenen Autos

• Datenbank der Sozialversicherungen

 

Außerdem liegen der Finanzbehörde schon vor Abgabe der Steuererklärungen relevante Daten zu den Steuerpflichtigen vor:

• Dienstgeber müssen die Lohnzettel online melden.

• Auftraggeber müssen verschiedene Honorare jährlich melden wie z. B. Vortragshonorare, Provisionserlöse etc.

• Gewinn- und Verlustanteile aus Beteiligungen werden automatisch vom Finanzamt, bei dem das Ergebnis ermittelt wird, an den Einkommensteuerakt des Empfängers übermittelt.

• Bei Ergänzungsansuchen werden Daten von Auftraggebern an die Finanzämter der ­Empfänger weitergeleitet – gern werden z. B. Honorare an Fremdleistungsfirmen ­abgefragt und dann bei den Empfängern überprüft, ob diese Honorare auch in den ­Steuererklärungen enthalten sind. Dasselbe gilt für Ermittlungen der Finanzpolizei, die in irgendeiner Form den Steuerpflichtigen betreffen.

 

Aber auch international arbeiten die Steuerbehörden gut zusammen, insbesondere im Rahmen der EU. Im Informationssystem MIAS werden die von EU-Unternehmern gemeldeten IG-Erwerbe und IG-Lieferungen anhand der UID-Nummern zusammengeführt und verglichen. Bei Differenzen kommt es zu Nachfragen, schließlich sollten die gemeldeten
IG-Lieferungen mit den gemeldeten IG-Erwerben beim Empfänger zusammenpassen.

 

In Zukunft wird es auch vermehrt zu Meldungen über Kapitaleinkünfte über die Grenze kommen. Österreich hat ja Ende Mai 2013 das OECD-Abkommen zur Amtshilfe in Steuersachen unterschrieben. Im Zuge dieses Abkommens hat sich Österreich verpflichtet, auf Anfrage in einem konkreten Steuerfall Amtshilfe an die anderen unterzeichnenden Staaten zu leisten. EU-intern ist ein Abkommen über den beidseitigen automatischen Informationsaustausch über Kapitalerträge jeder Art geplant – wir werden berichten. Aber Achtung: Die meisten EU-Staaten liefern bereits derzeit diesbezügliche Informationen an Österreich!

 

Zu guter Letzt muss auch davor gewarnt werden, Geschäfte auf Internetplattformen zu ­machen, die den privaten Rahmen übersteigen, und diese nicht in die Steuererklärung ­aufzunehmen – das Finanzamt hat eine Ermittlungsgruppe, die Plattformen wie Ebay etc. auf gewerbliche Händler durchsucht, die für ihre Geschäfte keine Steuernummer gelöst haben.

Autor/in:
Redaktion Dach Wand
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