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Die Zukunft auf dem Dach ist grün

05.05.2018

Sei es auf der begrünten Tiefgarage oder dem Dachgarten obenauf, überall locken Gehbeläge und Aufenthaltsbereiche die Menschen auf die Dächer. Die gesamte Bandbreite der Dachnutzungsvarianten ist hier realisiert, von der klassischen Intensivbegrünung bis hin zur Extensivbegrünung mit Solarnutzung und Absturzsicherung inklusive.
 

Dächer können neben ihrer gängigen Hauptfunktion eine Reihe zusätzlicher Aufgaben übernehmen. Vor allem Flachdächer bieten neben den architektonischen Gestaltungsmöglichkeiten wertvolle Nutzungsvorteile für begeh- und befahrbare Flächen oder für Dachbegrünungen. Das Dach ist andererseits der vom Umfeld am stärksten beanspruchte Teil des Gebäudes. Entsprechend hoch sind die Belastungen für das Abdichtungsmaterial. Extreme Witterungs- und Umwelteinflüsse beschleunigen den Alterungsprozess noch zusätzlich. An diesem Punkt kommt die Dachbegrünung ins Spiel: Sie schafft nicht nur Ersatzlebensräume für Flora und Fauna, sondern verlängert auch die Lebensdauer des Daches, da die Dachabdichtung geschont wird.

Bedeutung des begrünten Flachdachs steigt

Ein begrüntes Flachdach bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Durch die Summe ihrer ökologischen und wirtschaftlichen Vorzüge leisten Gründächer einen wichtigen Beitrag zur zukunftsweisenden nachhaltigen Architektur: Verlängerung der Dachlebensdauer (bis zu einem Drittel längere Nutzungsdauer), Wasserrückhalt (50 bis 90 Prozent der Niederschläge als Retention), Kühleffekt im Sommer und Wärmedämmung im Winter, Reduzierung der Wärmeabstrahlung, Reduzierung der Aufnahme kurzwelliger Sonnenstrahlen, Schalldämmung, Bindung von Staub und Schadstoffen, Wirkung wie ein Drainagen-System mit Wasser­-speicherung, erweiterter Lebensraum für Pflanzen und Tiere sowie Schaffung von zusätzlicher Wohnfläche mit hohem Erholungswert.

Wartung und gesetzliche Vorgaben

Eine intensive Dachbegrünung lässt sich mit dem Aufbau eines Gartens auf einem Dach vergleichen. Diese Dächer sind meist multifunktional und zugänglich. Eine intensive Begrünung erfordert mehr Gewicht und einen höheren Systemaufbau. Die Wartung hat regelmäßig zu erfolgen und hängt von der Gestaltung und den gewählten Pflanzen ab. Dabei sind, in Abhängigkeit der Schichtdicke, nahezu alle Pflanzen möglich.

Im Gegensatz zu Dachbegrünungen, die den Wasserabfluss durch die Speicherfähigkeit verzögern bzw. zurückhalten, muss bei Gehbelägen auf Dachflächen der größte Anteil an Niederschlagswasser auf der Oberfläche abfließen. Entwässerungspunkte müssen so geplant werden, dass sie eine Entwässerung auf zwei Ebenen erlauben: der Drainageebene und der Oberfläche/Belagsebene.

Bei Bauwerksbegrünungen sind in Abhängigkeit von der Nutzung, den bautechnischen Gegebenheiten und der Bauweise die Begrünungsarten zu unterscheiden. Sie bestimmen entscheidend die Pflanzenauswahl und die Vegetationsform. Begrünungen können Mischformen mit fließenden Übergängen und standortabhängigen Differenzierungen umfassen. In der Planungs- und Ausführungspraxis wird unterschieden zwischen Intensivbegrünung und Extensivbegrünung.

Wird ein Begrünungsaufbau mit unter drei Prozent Gefälle (Regelfall bei Flachdachbegrünung) ausgebildet, so ist aus entwässerungstechnischen Gründen eine entsprechend dimensionierte, hydraulisch wirksame Drainschicht vorzusehen. Einschichtige Bauweisen sind nicht zulässig. Ab fünf Prozent Neigung ist ein Dachaufbau mit höherem Wasserspeichervolumen vorzusehen. 

Um Schäden an der Abdichtung durch ein- oder durchdringende Pflanzenwurzeln zu verhindern, ist ein Durchwurzelungsschutz sowohl bei intensiven als auch bei extensiven Bauwerksbegrünungen erforderlich. Die Abdichtung von in sich geschlossenen Flächen ist zur Gänze durchwurzelungssicher auszubilden und darf nicht unmittelbar auf die begrünten Teilflächen beschränkt werden. Dachabdichtungen mit Durchwurzelungsschutz müssen mit Schutzschichten dauerhaft vor schädigenden Einflüssen mechanischer und dynamischer Art geschützt werden.

Partner in der Dachbegrünung

Seit über 25 Jahren ist Amann die DachMarke auch Ansprechpartner bei Dachbegrünungssystemen. Die Größe von vier Fußballfeldern wird von dem Harder Unternehmen jährlich an Dachbegrünungsfläche in Vorarlberg angelegt. Allerdings ist noch Platz nach oben. Der Stellenwert der Dachbegrünung ist im Vergleich zu anderen Ländern wie der Schweiz noch relativ niedrig. „Wir hoffen, dass das Thema Dachbegrünung mehr Aufmerksamkeit bekommt und der Handlungsbedarf erkannt wird“, so Geschäftsführer Marius Amann. 

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