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Eigenständige Dichtungsebene

11.05.2017

Außenbauteile wie Steildächer und Wände müssen auf der raumzugewandten Innenseite luftdicht ausgeführt werden, damit die Raumluft nicht durch Fugen nach außen oder in das Bauteil eindringen kann. Hans Jürgen Krolkiewicz hat die wichtigsten bauphysikalischen Grundlagen und Verarbeitungshinweise für die Baupraxis zusammengefasst.

Warme Luft kann deutlich mehr Wasser aufnehmen als kältere Luft. Wenn die warme, feuchte Raumluft in kalte Außenbauteile gelangt, kühlt sie ab. Dabei kondensiert ein Teil der in der Luft enthaltenen Feuchtigkeit. Es bildet sich Tauwasser, das in vielen Fällen nicht mehr austrocknen kann. Das Bauteil wird feucht, und Bauschäden entstehen. Außerdem geht durch Raumluft, die über undichte Fugen nach außen gelangt, viel Wärme verloren. Die fachgerechte Ausführung einer luft- und winddichten Gebäudehülle verhindert Zuglufterscheinungen, die das Raumklima ungünstig beeinflussen kann.

Die Luftdichtheitsschicht befindet sich in der Regel raumseitig, d. h. auf der warmen Seite der Konstruktion. Sie verhindert, dass warme und feuchte Luft durch die raumseitige Bekleidung in die Konstruktion eindringt oder diese für Luftströmungen durchlässig ist (Konvektion). Die Luftdichtheitsschicht kann gleichzeitig die Funktion einer Dampfsperre oder -bremse übernehmen und damit den Transport von Feuchtigkeit durch Diffusionsvorgänge verhindern.

Die Winddichtung (z. B. in Form einer Unterspann-/Unterdeckbahn oder eines Unterdachs) wird außen, also auf der kalten Seite der Konstruktion, angebracht. Sie schützt die Dämmung vor Durchströmung mit Kaltluft. Schlagregen und Flugschnee werden auf der Winddichtung abgeleitet. Faserige Dämmstoffe können von kalter Außenluft durchströmt werden. Dadurch wird deren Dämmwirkung herabgesetzt. Bei geschlossenzelligen Dämmstoffen (Hartschaumdämmstoffplatten) ist dagegen eine Durchströmung der Dämmung kaum möglich.

Um gute Luftdichtheitswerte zu erreichen, müssen alle zuständigen Gewerke eine fachgerecht aufeinander abgestimmte Planung und deren Ausführung anstreben. Außerdem ist eine sorgfältige handwerksgerechte Ausführung unabdingbar. Hierbei müssen die Arbeitsschritte der einzelnen Handwerker durch die Bauleitung aufeinander abgestimmt werden.

Als Zusatzmaßnahme zur Regensicherheit und Winddichtung wird unterhalb der Dachdeckung ein Unterdach, eine Unterdeckung oder eine Unterspannung angeordnet, die vor Schlagregen, Flugschnee und Staub schützen sollen. Bei Aufsparrendämmsystemen aus geschlossenzelligen Hartschaumdämmstoffen ist diese Zusatzmaßnahme meist integriert, z. B. durch überlappende und wasserableitende Deckschichten oder Kaschierungen. In aller Regel übernehmen Unterdächer, Unterdeckungen oder Unterspannungen die Funktion der Winddichtung. 

Baulicher Wärmeschutz

Der bauliche Wärmeschutz hat die Aufgabe, die Behaglichkeit und Gesundheit der Bewohner zu gewährleisten, Bauschäden zu vermeiden, Energie einzusparen und die CO2-Emissionen zu verringern. Feuchtigkeit in Bauteilen, insbesondere in wärmegedämmten Konstruktionen, kann erhebliche Bauschäden verursachen. Dampfsperren oder -bremsen verhindern, dass durch Diffusionsvorgänge Feuchtigkeit aus den Innenräumen in die Dachkonstruktion eindringen und zu schädlicher Tauwasserbildung führen kann.

Die gesamte Dachkonstruktion muss zur Gebäudeinnenseite luftdicht abgeschlossen sein. In aller Regel übernimmt die Luftdichtheitsschicht auch die Funktion der Dampfsperre/Dampfbremse. Je nach Lage der Dämmung und Luftdichtheitsschicht ergeben sich unterschiedliche Anschlussdetails, z. B. im Trauf- oder Ortgangbereich, an Durchdringungen oder an Dachflächenfenstern. Zusätzlich sind bei einer Dachkonstruktion mit Zwischensparrendämmung zahlreiche Durchdringungen der Luftdichtheitsschicht zu beachten (z. B. durch Innenwände) und konstruktiv zu lösen. Außerdem sind konvektive Wärmeverluste zu vermeiden. Bei Durchdringungen wie Dachfenstern und Schornsteinen entsteht zwischen den Bauteilen eine Fuge. Bei nicht fachgerecht abgedichteten Fugen findet hier ein Luftaustausch statt. Die warme Innenraumluft transportiert Wärmeenergie direkt durch die Fuge nach außen, umgekehrt dringt kalte Außenluft ins Innere und muss aufgewärmt werden. Über den Wärmeverlust hinaus bergen solche Fugen die Gefahr, dass sich der mit der warmen Innenraumluft transportierte Wasserdampf als Tauwasser niederschlagen kann. 

Luftdichtheit und gesundes Wohnen

Nach sorgfältiger Planung der Luftdichtheit bleibt die Frage, ob dies dem gesunden Wohnen förderlich ist. Wo bleibt die im Gebäude entstehende Feuchtigkeit? Wie verhält es sich im Dachraum? Bewohnte Räume müssen aus hygienischen Gründen be- und entlüftet werden. Dies muss durch gezielte Raumlüftung sichergestellt werden. Wird bei luftdichter Gebäude­außenhülle ein ausreichend kontrollierter Luftaustausch sichergestellt, ist zugleich auch ein wohngesundes Klima im Gebäude gewährleistet. Die weit verbreitete Meinung, man könne über so genannte diffusionsoffene Konstruktionen die Feuchtigkeit aus der Raumluft nach außen transportieren, ist aus bauphysikalischer Sicht nicht richtig. Es zeigt sich immer wieder, dass trotz außenseitiger diffusionsoffener Unterspann- bzw. Unterdeckbahn dennoch große Schäden entstehen können. 

Bei mangelhafter Luftdichtheitsschicht werden insbesondere durch Konvektion große Feuchtigkeitsmengen transportiert, die innerhalb der Konstruktion zu Tauwasser führen können. Bei Zwischensparrendämmungen liegt die Tauebene in der tragenden Holzkonstruktion. In diesem Bereich können sich Feuchteschäden durch Kondensat ergeben, die bei einer fachgemäßen Konstruktion mit Aufsparrendämmung nahezu ausgeschlossen sind, da alle Holzbauteile von der warmen Raumluft umspült werden.

Unterdach: Stand der Technik

Unterdächer sind eigenständige Dichtungs- bzw. ­Deckungsschichten, die unter der eigentlichen Dachdeckung angeordnet sind. Dabei handelt es sich um Zusatzmaßnahmen, die dazu dienen, bei Unterschreitung der Regeldachneigung die Regensicherheit oder – im besonderen Fall – die Wasserdichtheit einer Dachfläche bei Eindeckung zu gewährleisten. 

Das Bauteil Dach samt Unterdach entsteht konstruktiv durch das Zusammenwirken verschiedener Gewerke. Dabei kann es bei der Abgrenzung bei Haftungsfragen ebenso zu Problemen kommen wie mit den jeweiligen Prüf- und Warnpflichten. Die für Österreich derzeit gültigen ÖNormen B 4119, B 3419 sowie die Spenglernorm B 3521-1 schreiben unter anderem bei ausgebauten Dachgeschoßen zwingend die Ausführung von Unterdächern vor. Unterdächer, als zusätzliche wasserabweisende Schicht unter Dachein­deckungen, gelten heute für jeden Dachaufbau als Stand der Technik. 

Handwerksgemäße Ausführung

Selbst bei sorgfältiger handwerklicher Ausführung sind Dacheindeckungen nicht immer dicht gegen Regen- und Schneeeintrieb. Deshalb werden kon­struktiv Unterdächer und Unterspannungen im Dach angeordnet. Ebenso verhindern sie, dass durch den im Winter auftretenden Eisrückstau die bei Steil­dächern im Traufbereich bestehende Gefahr des Wassereindringens zu Gebäudeschäden führen kann. Bei kleineren Schäden an der Dacheindeckung wird durch die regensichere Funktion des Unterdachs vorübergehend der Wassereintritt in den Dachraum behindert und damit die dort angebrachte Wärmedämmschicht nicht durchfeuchtet.

Grundsätzlich ist die Regeldachneigung nach den geltenden Normen einzuhalten. Bei Unterschreitung der Regeldachneigung ist ein möglicher Eintrieb von Regen oder Schnee, die sichere Befestigung des Deckmaterials, eine mechanische Beanspruchung der Unterdeckmaterialien sowie die Bauphysik und Baukonstruktion der gesamten Dachkonstruktion gemäß ÖNorm B 4119 sowie ÖNorm B 3419 einzuhalten. 

Die Dacheindeckung über den Unterdächern ist grundsätzlich innerhalb von zwei Monaten auszuführen. Ist aus technischen Gründen eine längere Stehzeit vor Verlegung der Dacheindeckung absehbar, sind entsprechende Maßnahmen einzuplanen. Sogenannte Behelfsdeckungen in Form von regensicheren Zusatzmaßnahmen sind nicht zu verwechseln mit kurzfristigen Einhausungen und Abplanungen, die während der Bauphase die offene Baustelle vor der Witterung sichern.

Das ausgebaute Dachgeschoss

Grundsätzlich müssen Unterdächer bei ausgebauten Dachgeschoßen und/oder wärmegedämmten Dachkonstruktionen angeordnet werden, soweit es sich nicht um unbelüftete Konstruktionen handelt. Aber auch bei nicht ausgebauten Dachgeschoßen, wenn beispielsweise eine regelmäßige Kontrolle bzw. Wartung des Dachraums nicht möglich und die oberste Geschoßdecke wasserdurchlässig ist. Wird die Regeldachneigung gemäß Norm unterschritten, ist auch hier ein Unterdach anzuordnen. 

Auch ein Unterdach darf die zulässige Mindestdachneigung der darüber angeordneten Dachein­deckung bzw. Dachabdichtung nicht unterschreiten.

Besonders bei gegliederten Dachflächen sind die Zu- und Abluftöffnungen entsprechend anzupassen und eine einwandfreie Belüftung aller Flächen sicherzustellen. Nicht ausgebaute Dachräume müssen belüftet sein. Der Traufbereich muss so ausgebildet sein, dass auf dem Unterdach abfließendes Wasser sicher und schadensfrei abgeleitet wird. Es sollten Traufbleche angeordnet werden, die bei Dachüberständen aus Holz oder Holzwerkstoffplatten entfallen dürfen. Dabei kann es durch Wasser zu Verfärbungen der Holzteile kommen.

Oberflächen von angrenzendem Mauerwerk bzw. Beton müssen bei geklebten Anschlüssen eine geschlossene, ebene, feste und klebstoffsichere Oberfläche besitzen. Die Bemessung von Unterdächern mit erhöhter Regensicherheit erfolgt nach ÖNorm B 4119, Tabelle 1 „Unterdächer mit erhöhter Regensicherheit“ und Tabelle 2 „Mindestlattenhöhe“. 

Mit Unterspannungen werden alle flächigen, Wasser ableitenden und regensicheren Bauteile unterhalb der Dachhaut, die keine Unterdächer im Sinne der ÖNorm B 4119, Abs. 4.7.1 und 4.7.2 sind, bezeichnet. Sie helfen, die Dacheindeckung vor Wasser, Flugschnee und Staub zu schützen. Unterspannungen sind nur bei nicht ausgebautem Dachgeschoß zulässig. Die Mindestdachneigung dafür beträgt 20 Grad, die Regeldachneigung darf nicht unterschritten werden. Die Unterspannungen sind dann anzuordnen, wenn feuchtigkeitsempfindliche Dämmmaterialien auf der obersten Geschoßdecke des Dachraums aufgebracht werden und der Flugschneeeintrieb nicht durch andere Maßnahmen verhindert werden kann.

Bei der Ausführung unbedingt zu beachten: Die Unterlage für Unterdeckbahnen muss ausreichend steif und begehbar sein. Sie ist mindestens vergleichbar mit 22 Millimeter Vollschalung, Auflagerabstand max. 100 Zentimeter oder Holzwerkstoff-Platten gemäß ÖNorm EN 14964. Die notwendigen Bauspenglerarbeiten sind gemäß ÖNorm B 3521-1 auszuführen. 

Werden Unterdächer unmittelbar über der Wärmedämmschicht angebracht, müssen sie winddicht ausgeführt und an die umgebenden Bauteile entsprechend angeschlossen werden. Es muss immer ein Unterströmen der Unterdeckbahn verhindert werden. Bahnenstöße werden verdeckt verklebt in der Überlappung (z. B. durch Doppelklebebänder, Klebstoffe), angepasst an die Wasserflussrichtung. Nähte dürfen mit Klebebändern nur bei kleinflächigen Reparaturen, Eckausbildungen oder Durchführungen sowie in Gefällerichtung laufenden Kopfstössen ausgeführt werden. Anschlüsse und Einbindungen müssen zwei Zentimeter über die Oberkante der Konterlattung regensicher, objektbezogen erhöht regensicher, und gegen Eintrieb von Flugschnee hergestellt werden.

Oft wird aus Unachtsamkeit, etwa durch nachfolgende Arbeiten, Materiallagerung oder Gerüste, die Unterdeckbahn beschädigt. Deshalb sollte jeder Dachhandwerker die Unterdeckbahn überprüfen. Unzulässig sind grundsätzlich scharfkantige Materialien oder punktförmige Lagerungen auf der Unterdeckbahn. 

Werden Solarelemente auf der Dachkonstruktion angebracht, ist deren Befestigung so auszuführen, dass die Unterdeckbahn nicht durchstoßen oder an den Durchdringungen fachgerecht abgedichtet wird. Leider führt gerade dieser Bereich immer häufiger zu Schäden, da Solarelemente oft von Fremdfirmen verlegt werden. Deshalb sollte der Dachdecker seinen Bauherren immer auf diese Problematik hinweisen (Haftungsbegrenzung). Besonders bei Arbeiten mit Löt- oder Schweißgeräten, bzw. wenn Geräte Funkenflug erzeugen (Trennscheibe), ist das Unterdach davor sicher zu schützten. So können Schweißperlen kleinste Löcher einbrennen, deshalb muss das Unterdach geschützt und nach Beendigung der Arbeiten akribisch überprüft werden (Problematik: Haftungsbegrenzung).

Maßnahmen bei erhöhten Anforderungen 

Unterdächer mit erhöhter Regensicherheit sind mit Unterdeckbahnen gemäß ÖNorm B 4119, Absatz 6.1.2 (Unterdeckbahnen für Unterdächer mit erhöhter Regensicherheit) auf Schalung oder gleichwertigem Untergrund erhöht regensicher und gegen Flugschneeeintrieb auszuführen. Die Materialien, Mindestanforderungen und konstruktiven Vorgaben sind der Norm zu entnehmen. Längs- und Quernähte der Unterdeckbahnen werden homogen (Schweißen) oder durch eine anerkannt gleichwertige Fügetechnik miteinander verbunden. Die Schweißnahtbreite muss bei Polymerbitumenbahnen mindestens acht Zentimeter und bei Kunststoffbahnen mindestens vier Zentimeter betragen. Die Unterdeckbahn wird ausschließlich verdeckt befestigt. Bei Kunststoffbahnen wurden unter der Konterlattung Nageldichtungen angebracht. Dichtbänder und Dichtmittel werden immer durchgehend angeordnet. Einzelnageldichtungen sind nur zulässig, wenn die Durchnagelung der Konterlatten mit den Lattungs- und Schalungsnägeln sicher ausgeschlossen werden kann. In Gegenden, wo mit regelmäßig größeren Schneemengen zu rechnen ist, besteht eine besondere Eisrückstaugefahr. 

Zu beachten bei Aufsparrendämmungen

Hier müssen besonders die Eigenschaften der Wasserableitung, Dichtung der Konterlattung und Anschlüsse von Durchdringungen eingehalten werden. Die Ausführungsregeln der ÖNorm B 4119, Abs. 5.1 sowie die Richtlinien des Herstellers sind bei der Verlegung von Unterdeckbahnen einzuhalten. Bilden Dämmelemente gleichzeitig das Unterdach, sind sie wind- und luftdicht auszuführen und bei Anschlüssen und Durchdringungen entsprechend mit Dichtmitteln anzubinden (entsprechend Ausführung gemäß DIN 4108-7). Die luftdichte Ausführung ist dann nicht erforderlich, wenn raumseitig eine Luftsperrschicht angeordnet ist. 

Aufsparren-Dämmschichten müssen druckfest sein und entsprechend befestigt werden. Werden die Dämmstoffelemente direkt auf den Sparren verlegt, müssen sie normgerecht biegesteif sein. Ist die oberseitige Beschichtung die Wasser führende Ebene, ist diese nach ÖNorm B 4119, Abs. 4.7 zu bemessen und nach Abs. 5.2 bzw. Abs. 5.3 auszuführen.

Für Wärmedämmungen, die unmittelbar auf der Wasser ableitenden Ebene des Unterdachs verlegt werden – sogenanntes Umkehrdachsystem – dürfen nur feuchtigkeitsunempfindliche Wärmedämmstoffe (Nachweis vom Hersteller verlangen) verwendet werden. Die Konterlatten sind mit zugelassenen, korrosionsbeständigen Schrauben oder Nägeln zu befestigen. Die Dichtheit der Konterlattung wird mit Unterdeckbahnen aus Bitumen gesichert. Vermieden werden sollten Verschraubungen oder Nagelungen im Ichsenbereich. Das Unterdach wird mit geeigneten Klebebändern oder Gleichwertigem an umlaufendes Mauerwerk luftdicht angeschlossen sofern keine weitere raumseitige Luftsperrschicht vorhanden ist.

Verarbeitung von Plattenwerkstoffen für Unterdächer

Schon seit mehr als einem halben Jahrhundert werden Holzfaserdämmplatten in verschiedenen Ausführungen im Dachbereich eingesetzt. Eine überarbeitete Fassung des Produktdatenblatts speziell für Unterdeckplatten aus Holzfasern finden Dachdecker, Zimmerleute und andere Verarbeiter-Profis etwa im Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks, dessen neueste Ausgabe (Version 5.3) im Dezember 2012 erschienen ist.

Plattenwerkstoffe mit ausgebildeten Nut- und-Feder-Verbindungen dürfen dann als Unterdach eingesetzt werden, wenn sie einer Einzellast von 1,5 kN im ungestörten Feld bzw. 1,0 kN im Plattenstoßbereich standhalten. Werden diese Platten und die Lattungen mit einem maximalen Dachlattungsabstand von 40 Zentimetern in einem Arbeitsschritt auf der Baustelle bzw. bei Vorfertigung im Werk aufgebracht, dürfen auch Produkte als Unterdach eingesetzt werden, die eine Einzellast von 0,5 kN aufnehmen können. 

Bei Öffnungen mit mehr als 20 Zentimeter mal 20 Zentimeter (z. B. Dachflächenfenster) sind kon­struktiv entsprechende Vorkehrungen (Auswechslungen) vorzunehmen. Es muss im Anschlussbereich eine entsprechende Steifigkeit hergestellt werden, um die Regensicherheit zu gewährleisten. Plattenstöße sind entsprechend der Herstellerrichtlinien mit von diesen freigegebenen Materialien und Verfahren abzudichten. Auf eine Nageldichtung der Konterlattung darf nur, wenn der Hersteller es erlaubt, verzichtet werden. 

Dacheindeckung mit Profilblechen, Doppelstehfalzdächer

Unterdächer bei Doppelstehfalzdächern und bei Eindeckungen mit Profildächern dürfen durch eine direkt unter der Metallblecheindeckung verlegte Bitumen-Abdichtungsbahn gemäß ÖNorm B 3661, Tabelle 3 und 4, ersetzt werden, sofern die Dachkonstruktion ungedämmt ist bzw. unterhalb des Unterdachs belüftet ist. Das entspricht bezüglich der Regensicherheit einem Unterdach mit erhöhter Regensicherheit. Die Durchnagelung mit Haftnägeln ist unerheblich. Dränageeinlagen sind entsprechend den materialspezifischen Erfordernissen (Hersteller-Verarbeitungsricht­linien unbedingt beachten!) einzubauen.

Unterspannungen

Unterspannungen sind mit Unterspannbahnen gemäß ÖNorm B 4119, Abs. 6.1.2 direkt auf Sparren bzw. mit Holzwerkstoffplatten gemäß Abs. 6.1.3 regensicher auszuführen. Durchdringungen sind mit Ableitwinkeln oder Rinnenelementen regensicher anzuschließen. Dringt durch die Dacheindeckung frei abfließendes Wasser ein, muss es sicher zur Traufe geleitet werden können. Über der Unterspannung ist eine Konterlattung gemäß ÖNorm B 4119, Tabelle 2 anzuordnen, um Wasserabfluss und Hinterlüftung sicherzustellen. Überlappungen und Anschlüsse müssen regensicher ausgeführt werden. 

Dichtungsbänder, Dichtmittel

Dichtungsbänder sollten mindestens der Breite der Konterlattung entsprechen, jedoch mindestens 50 Millimeter breit sein. Sie dürfen keine Wasserhinterwanderung zulassen. Der Nachweis der Dichtheit ist gemäß ÖNorm B 3647 zu erbringen. 

Sind Dichtungsbänder bzw. Dichtmittel nicht mit der Unterdeckbahn verklebt, müssen aus einem hy­drophoben Material bestehen und mögliche Unebenheiten der Grenzflächen, unter Einhaltung der erforderlichen Pressung, ausgleichen. Die Pressung erfolgt durch eine abgestimmte Konterlattenbefestigung.

Sehr wichtig ist die Materialverträglichkeit der Bänder bzw. Mittel mit der Unterdeckbahn. Deshalb sollte man sich vom Lieferanten diese Verträglichkeit schriftlich geben lassen – ein Prospektausdruck dafür allein reicht nicht aus.

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