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Expressive Diskretion

20.03.2018

Mitten auf Münchens exklusivster Event- und Shoppingmeile erschließt ein feudaler Dachausbau neuen Wohnraum. Der Wohntraum an der Ecke Leopold-/ Hohenzollernstraße definiert das traditionsreiche Walmdach des Schwabinger Bürgerhauses ganz neu, das mit Aluminium realisiert wurde.

Unter den weitläufigen Dachflächen eines Wohn- und Geschäftshauses an der Ecke Leopold-/Hohenzollernstraße in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schwabinger Parklandschaft entstanden Mansardenwohnungen mit großzügigen offenen Galerieebenen. Das Walmdach als klassische Dachform des Münchner Bürgerhauses wurde neu definiert und mit expressiven Loggia- und Fensterausschnitten versehen. Ein Aluminiumrücken aus Prefa-Dachrauten im Mansardenbereich und „Falzonal“-Doppelstehfalzdeckung an den flachgeneigten Flächen toppt den Dachaufbau optisch und funktionell.

SCHWABINGER WALMDACH NEU INTERPRETIERT

Innerstädtische Nachverdichtung, so lautet der Terminus technicus für Ausbauten in zentralen und sensiblen Ballungsraumlagen, ist das Spezialgebiet der Architekten Oliver Noak und Andreas Müsseler vom Architekturbüro Meili, Peter GmbH. „Die Stadtbildpflege trotz exzessiver Wohnraumerschließung gerade in exklusiven Lagen wie der Leopoldstraße bringt eine ganz besondere Verantwortung und Herausforderung mit sich“, sind sich die beiden einig. Um der zu entsprechen, ließen sie sich für dieses Projekt vom ohnehin schon ungewöhnlichen, traditionellen Walmdach der Münchner Jahrhundertwendearchitektur inspirieren.

AKZEPTANZ FÜR AKZENTE

Die außergewöhnliche Dachform brachte auch außergewöhnliche technische Herausforderungen mit sich. „Unser Anspruch war eine homogene, robuste und weitgehend wartungsfreie Dachhaut, die in der Lage ist, die unterschiedlichen Neigungen, Flächen und Durchbrüche zu vereinen. So sind sehr freie und expressive Wohnungen entstanden, und das Innere des Objekts verbindet sich symbiotisch mit dem Äußeren der Dachhaut“, erklärt Andreas Müsseler die Grundidee des Projekts. So präsentiert die Dachform des Wohn- und Geschäftshauses im „Schwabinger T“ nun abwechslungsreich verschiedenste Höhenniveaus, Freibereiche, Einschnitte, zurückspringende Bauteile und Öffnungen nach außen und setzt mit dem Prefa-Dach aus Aluminium einen modernen Akzent in der Umfeld-Architektur des 19. Jahrhunderts.

MEHR ALS DIE SUMME SEINER TEILE

„Die Dachform an sich mit den zahlreichen Gauben ist bereits sehr auffällig“, meint Oliver Noak. Da sei es gar nicht notwendig, dass das Material nochmals toppt. „Ein weiterer Grund war die Qualität, Bandbreite, Flexibilität und Verarbeitungsfreundlichkeit der Prefa- Produkte aus Aluminium. Aufgrund der Komplexität des Daches war es wichtig, die einzelnen Elemente und Systemkomponenten aus dem gleichen Material in der gleichen Farbe verarbeiten zu können.“ Deshalb wurden im Steildachbereich Rauten, im Flachdach und auf den Gauben „Prefalz/Falzonal“ als Doppelstehfalzdeckung verarbeitet.

„Prefalz/Falzonal“ punktet durch die Geschmeidigkeit des Materials mit extrem leichter Formbarkeit und der Möglichkeit, unkompliziert regendichte Verbindungen ohne Schrauben, Kleben oder Schweißen zu erreichen. Und natürlich mit einem „Fliegengewicht“, das sich für Ausbauten von Altsubstanz sowie für Neubauten hervorragend eignet. „Wir waren sehr froh, uns mit den Prefa-Produkten, für ein Material entschieden zu haben, das einen ruhigen Zusammenhalt für den Ausbau des Daches bietet.“

EIN DACH WIE EIN CHAMÄLEON

Weil in der Umgebung die Baukultur des 19. Jahrhunderts das Stadtbild dominierend prägt, wäre zum Beispiel ein Dachaufbau mit sechs Geschossen und einem Flachdach nicht vertretbar gewesen, meinen die Architekten. Deshalb spielt auch die Materialität des Daches eine so entscheidende Rolle, die durch ihre Zurückhaltung besticht. Materialeigenschaften wie etwa Langlebigkeit und wirtschaftliche Rentabilität sind der Garant dafür, dass sich das Objekt über viele Jahre hinweg harmonisch in die Dachlandschaft einfügt. „Das Dach ist wie ein Chamäleon, das versucht, sich in der Stadtstruktur einzufinden, ohne die erste Geige spielen zu wollen. Und dennoch setzt es Akzente und inspiriert den Betrachter auf ganz eigene Weise.“

Autor:
Gabriela Walsch

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