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„Hochwertige Dächer brauchen Hochwertige Produkte“

15.11.2015

Seit mehr als 30 Jahren dreht sich bei der Bauder Ges.m.b.H. in Ansfelden alles ums Dach. Der Spezialist versorgt das heimische Handwerk mit Produkten zum Dichten, Dämmen, Begrünen und zur Energiegewinnung. Und das mit Erfolg, wie die Investition in den neuen österreichischen Produktionsstandort vermuten lässt. Wir wollten mehr wissen und baten zum Jubiläumsinterview.

Günther Murauer ist  Geschäftsführer der  österreichischen  Bauder Ges.m.b.H.

Bauder ist ein familiengeführtes Unternehmen mit mehr als 150-jähriger Tradition. Was ist die Philosophie hinter diesem erfolgreichen Konzept?
Günther Murauer: Das Erfolgsrezept von Bauder ist sicher das Zusammenwirken der beiden Eigentümer mit der Mannschaft, die die Unternehmenskultur eins zu eins trägt. Bauder steht für kurze, schnelle Entscheidungswege, finanzielle Unabhängigkeit, ein gelebtes Unternehmensleitbild, Unternehmer „zum Anfassen“, und das alles nicht kostengetrieben.

Zum angesprochenen Unternehmensleitbild gehört auch Nachhaltigkeit. Wie wird die gelebt?
Kurz und knapp: durch und durch. Von der Unternehmensführung bis zu nachhaltigen Dachsystemen. Unsere langlebigen und nachhaltigen Abdichtungssysteme erhalten Bauwerke dauerhaft, unsere hochwertigen Wärmedämmsysteme tragen entscheidend zur Lösung des Klimaproblems bei, unsere Dachbegrünungen sind umweltfreundlich und schaffen Lebensraum, und mit Photovoltaikanlagen lässt sich auf Dachflächen zusätzlich erneuerbare Energie erzeugen.

Österreich war im Jahr 1985 die erste Auslandsniederlassung von Bauder. Welchen Stellenwert hat der Standort heute im Unternehmen?
1985 entstand in Marchtrenk die erste Auslandsniederlassung der Paul Bauder GmbH & Co. KG. Seitdem hat sich die Bauder Ges.m.b.H zu einem der führenden Anbieter von Bitumenbahnen und Dachbegrünungen und zum Marktführer bei der Aufsparrendämmung entwickelt. Nicht umsonst hat sich seit 1985 der Umsatz vervielfacht. Der Standort Österreich trägt heute mit seinem Geschäftserfolg wesentlich zur Gesamtentwicklung des Unternehmens bei.

Wie ist Bauder in Österreich 30 Jahre nach der Gründung aufgestellt?
Derzeit beschäftigt die österreichische Bauder Ges.m.b.H. 26 Mitarbeiter in der Vertriebsorganisation, davon vier Anwendungstechniker und elf Außendienstmitarbeiter. Das ist die Mannschaft in Ansfelden. Mit der Eröffnung des neuen Werks in Bruck an der Leitha kommen vorerst 40 Mitarbeiter dazu. 

Erstmals in seiner Unternehmensgeschichte baut Bauder ein Werk außerhalb Deutschlands. Wie weit ist der Baufortschritt in Bruck? Was soll am neuen Standort produziert werden?
Wir sind im Plan, der Probebetrieb wird noch in diesem Jahr anlaufen, offiziell Anfang 2016. Im Industriegebiet Bruck/Leitha-West entsteht die modernste Fertigungsanlage für Bitumenbahnen in Europa. Dazu neue Lager- und Büroflächen sowie ein modernes Schulungszentrum. In Bruck werden ab nächstem Jahr sämtliche Bitumenbahnen für die individuellen Anforderungen des Flachdachmarkts in Österreich und Südosteuropa hergestellt. Damit schaffen wir Produkte made in Austria mit kurzen Lieferwegen. 

Bauder ist nach wie vor aktiv am heiß umkämpften Photovoltaikmarkt. Viele sind gescheitert oder haben sich zurückgezogen. Wieso bleibt Bauder dran?
Wir vertrauen der Entwicklung der Photovoltaik auf dem Flachdach. Wir sehen die Talsohle der PV-Krise annähernd erreicht, und die Notwendigkeit sicherer Dächer für die Entwicklung des PV-Markts ist für uns unverzichtbar. Wir sehen das Flachdach als Nutzdach, einerseits für die Begrünung, andererseits für Photovoltaik. Dass wir alternative Energien brauchen, ist unbestritten. Und die für PV-Installationen verfügbare Flachdachfläche in Österreich beträgt rund 150 Millionen Quadratmeter! Nach der Gesundschrumpfung wird sich der Markt auf seriöse Weise nach oben entwickeln. Speichersysteme werden wirtschaftlich immer attraktiver, daran wird intensiv gearbeitet. Wir halten an der PV-Entwicklung ganz klar fest. 

Bauder setzt traditionell auf enge Zusammenarbeit mit dem Handwerk und Weiterbildung. Wie sieht das in der Praxis aus?
Hochwertige Dächer brauchen hochwertige Produkte und hochkarätige Verarbeitung – daher ist die enge Kooperation mit dem Handel und dem Handwerk entscheidend für unseren Geschäftserfolg. Um hier zu unterstützen, führen wir fachliche, IFB-zertifizierte Intensivschulungen durch, wodurch die Qualität der Verarbeitung unserer hochwertigen Produkte nachhaltig gesichert wird. Und der Handwerker hat die Gewissheit, mängelfreie, sichere und wirtschaftlich rentable Dächer herstellen zu können. 

Eine persönliche Einschätzung: Wie sehen Sie die Zukunft von Steil- und Flachdächern in Österreich?
Im privaten Wohnbau hat sich der Steildachmarkt in den letzten Jahren halbiert, ich denke, hier wird nicht schnell eine Umkehr passieren. Flachdächer sind das bestimmende Bild. Der Bautrend geht einfach in diese Richtung. Wir nehmen an diesem Trend teil und sorgen für sichere Dächer. Im gewerblichen/industriellen Bereich ist das Flachdach traditionell die bestimmende Form. Bei einem enormen Altdachbestand braucht es sinnvolle Sanierungslösungen. Oft steht „billig“ im Vordergrund – hier arbeiten wir mit Sicherheit und Nachhaltigkeit dagegen. Es geht schließlich um echte Werte, die unter einem Dach zu schützen sind. Dieses Bewusstsein entwickelt sich langsam in die richtige Richtung.

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