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Das Flussmittel „VMZ Deca“ ist speziell für die Oberflächen „Quartz-Zinc“ und „Anthra-Zinc“ gedacht.

Lötverbindungen bei Titanzink

06.08.2015

Titanzink-Elemente können durch Schweißen oder durch Löten miteinander verbunden werden. Der Schweißprozess wird bei Titanzink allerdings nur in der industriellen Fertigung eingesetzt, dabei sind Maschinen von erheblicher Größe erforderlich. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Fallrohrproduktion für die Dachentwässerung.

Bei „Pigmento“-Oberflächen und „VMZ Zinc Plus“ müssen die Schutzschichten zunächst abrasiv entfernt werden.
Titanzink ist nicht gleich Titanzink. Die einzelnen Oberflächenqualitäten stellen unterschiedliche Anforderungen an die Vorbehandlung.

Lötverbindungen hingegen können u. a. direkt vor Ort auf der Baustelle ausgeführt werden. Generell werden beim Löten zwei Werkstoffe stoffschlüssig mittels eines Lotes aneinandergefügt. Im Gegensatz zum Schweißen werden beide Werkstoffe dabei nicht verflüssigt.
Doch Titanzink ist nicht gleich Titanzink. Deshalb gibt es bei dessen Verarbeitung einige zusätzliche Punkte zu beachten, um eine optimale und dauerhafte Verbindung zu erzeugen. Entscheidend ist dabei, dass sich mit den Anforderungen der eingesetzten Oberflächenqualitäten vertraut macht.

Ausführung der Lötarbeiten

Einige allgemeine Hinweise gelten unabhängig von der Titanzink-Oberfläche und unterstützen eine dauerhafte Verbindung der Elemente.

• Neben dem Titanzink und dem Lötkolben gehört auch Lötzinn zu den Arbeitsmitteln. Als Lot sollte ein Blei-Zinn-Weichlot nach DIN EN ISO 9453 verwendet werden. Die Lötstangenkennzeichnung der empfohlenen Legierung „L Pb Sn 40“ weist darauf hin, dass der Zinnanteil 40 Prozent beträgt. Der zum Löten verwendete Kolben muss ein ausreichendes Gewicht besitzen, denn nur so kann genügend Wärme gespeichert werden. Hier sollte ein Kolben mit mindestens 350 Gramm gewählt werden. Sal­miakstein dient zum Reinigen der Lötspitzen. Gegebenenfalls kommen auch Klemmen zur Befestigung der Bleche zum Einsatz.
• Zu beachten ist weiters, dass die Lötnahtüberdeckung ca. zehn Millimeter bei senkrechter und ca. 15 Millimeter bei waagerechter Verbindung beträgt. Der Lötspalt zwischen beiden Bauteilen darf nicht zu groß sein und maximal einen halben Millimeter betragen, damit das flüssige Lot durch die Kapillarwirkung in den Lötspalt gezogen wird.
• Um ein späteres Reißen der Lötnaht zu verhindern, muss die thermisch bedingte Längenausdehnung von Metallbauteilen beachtet werden. Durch das Zusammenfügen addieren sich die einzelnen Längen der Elemente zu einer Gesamtlänge. Die Bewegungsmöglichkeit bei Temperaturänderungen muss über diese ganze Länge weiterhin gewährleistet bleiben.
• Nach dem Löten sollten alle Rückstände mit einem feuchten Tuch entfernt werden, damit weder das Material noch die Lötverbindungen Schaden nehmen können.

Die Oberflächenbeschaffen­heit ist beim Löten entscheidend

Titanzink wird nicht nur als Fassadenbekleidung oder bei Dacheindeckungen, sondern auch bei der Dachentwässerung eingesetzt. Besonders in diesem Bereich müssen Lötarbeiten ausgeführt werden. Die verschiedenen Oberflächenausführungen von Titanzink erfordern eine unterschiedliche Vorbehandlung. Durch diese Vorbehandlung werden Oxid- oder Schutzschichten, die den Lötvorgang behindern, vorab entfernt. Gleichzeitig verhindert diese Maßnahme, dass das Titanzink während des Lötvorgangs oxidiert und so die Verbindung schwächt. Zur Vorbehandlung wird ein spezielles Flussmittel eingesetzt. Dieses verdampft während des Lötens, sodass kein Zutritt von Sauerstoff aus der Luft erfolgen kann. Entscheidend ist, dass das Flussmittel zum Titanzink passt. Ein falsches Mittel kann erhebliche Auswirkungen auf die Lötqualität haben. Das richtige Mittel ermöglicht hingegen, dass das Lot den Lötspalt schnell und vollständig ausfüllt, es wird nicht durch Oxidreste oder Reste des Oberflächenschutzes behindert. Nur so entsteht eine durchgängige Legierungsbildung mit einer festen und dauerhaften Lötnaht.
Auf walzblankem Titanzink bildet sich an der Atmosphäre sehr schnell eine Oxidschicht. Diese ist zwar für das Auge nicht sichtbar, behindert aber den Lötvorgang, da sich nur metallisch blanke Oberflächen sauber löten lassen. Für walzblankes Titanzink sollte vor dem Löten etwa das Flussmittel
„Zinn 7“ von VMZinc verwendet werden.
Mit „Azengar“ brachte VMZinc im Jahr 2014 die erste gravierte Titanzink-Oberfläche auf den Markt. Ebenso wie die etablierten Titanzink-Oberflächen kann „Azengar“ für unterschiedliche Anwendungen rund um die Gebäudehülle verwendet werden.
Bei Lötarbeiten sollte ebenfalls auf das Flussmittel „Zinn 7“ zurückgegriffen werden.
Etwas anders sieht es bei vorbewittertem
Titanzink aus, hier sind einige zusätzliche Punkte von Bedeutung. Bei den Oberflächen „Quartz-Zinc“ oder „Anthra-Zinc“ ist es besonders wichtig, das richtige Flussmittel zu verwenden. VMZinc hat für diese beiden Oberflächen „VMZ Deca“ entwickelt, mit dem sich die Vorbewitterung einfach entfernen lässt. Das Flussmittel wird dabei mit einem Pinsel aufgestrichen und sollte dann eine kurze Zeit einwirken. Im Anschluss wird die entsprechende Stelle mit einem Tuch abgewischt.
Die Oberfläche „Anthra-Zinc“ ist mit einer zusätzlichen organischen Schutzschicht im Mikrometerbereich versehen. Deshalb muss „VMZ Deca“ hier zweimal, wie zuvor beschrieben, angewendet werden, da beim ersten Schritt nur die obere organische Schutzschicht entfernt wird. Wenn es aus optischen Gründen erforderlich ist, kann die Lötnaht im Anschluss mit einer Antha-Zinc-Retouchierfarbe behandelt werden.
Die „Pigmento“-Oberflächen in den Farben Rot, Grün, Blau und Braun können nicht mit VMZ Deca behandelt werden. Die obersten Schichten sollten hier in Vorbereitung des Lötens zunächst abrasiv entfernt werden. Die folgenden Arbeitsschritte laufen dann wieder ganz einfach, wie zuvor für walzblankes Zink beschrieben, ab. Wie bei walzblankem Zink eignet sich auch hier das Flussmittel „Zinn 7“.

Autor

Dipl.-Ing. Uwe
Nagel ist Leiter der
Anwendungstechnik
bei VMZinc.

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