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Mehr Licht als Schatten

22.12.2017

Obwohl die Roto-Gruppe 2017 nicht alle selbstgesteckten Ziele voll erreicht, stärkt sie erneut ihre Leistungs-, Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit. „Wenn die Politik der Wirtschaft nicht dazwischenfunkt“, sieht der Bauzulieferer für 2018 generell gute Chancen. So beschrieb der Vorstand während des zwölften Internationalen Fachpressetages die Eckpunkte der Unternehmensentwicklung.

Die Roto-Gruppe prognostiziert für das Jahr 2017 einen Gesamtumsatz von rund 630 Mio. Euro, der damit in einem per saldo weltweit konsolidierten Marktumfeld ein bis zwei Prozent über Vorjahresniveau liegt. Der internationalen Bauwirtschaft attestierte Dr. Eckhard Keill für 2017 erstmals seit Jahren eine unter dem Strich wieder etwas bessere Verfassung. Nach drastischen Einbrüchen fängt sich z. B. die Konjunktur in Russland langsam, erklärte der Roto-Chef. In China erweise sich die Bauwirtschaft als tragende Säule des allgemeinen Wirtschaftswachstums.

Der mehrjährige Aufschwung in den USA setze sich mit einem erwarteten Plus im mittleren einstelligen Bereich fort. In Europa gewinne 2017 die leichte Aufwärtstendenz vermutlich an Geschwindigkeit. So rechne das Forschungsnetzwerk Euroconstruct für seine 19 Mitgliedsländer mit einem durchschnittlichen Bauwachstum von drei Prozent. Bei der spezifischen Länderbetrachtung zeige sich jedoch wie immer eine recht unterschiedliche Situation.

Das treffe auch oder gerade auf den Wohnungsbau zu. Während Ungarn und Irland hier das Ranking anführten, ordneten die Institute nach den letzten verfügbaren Erhebungen u. a. Österreich, Deutschland, Großbritannien, Finnland und die Schweiz am Ende der Skala ein.

Umsatzminus in der Division Dach- und ­Solartechnologie

Das per 30. September 2017 kumulierte mittlere einstellige Umsatzminus in der Division Dach- und Solartechnologie (DST) beruhte primär auf dem „enttäuschenden dritten Quartal“ und den meist rückläufigen Märkten, erläuterte Finanzvorstand Michael Stangier. Geringere Verkaufserlöse meldete er für Süd- und Osteuropa, während ein starkes Umsatzwachstum in Frankreich der Region Westeuropa zu einem moderaten Plus verholfen habe.

Die „negative Überraschung“ sei jedoch das schwache Geschäft im Kernmarkt Deutschland. Dafür gebe es gleich eine Reihe von Ursachen. Konkret wurden genannt: die Konzentra­tion des Neubaubooms auf Mehrfamilienhäuser, die Flachdachdominanz in einigen Neubau-Clustern, die nachlassende Renovierung, der „beendete Hype“ rund um die energetische Sanierung sowie die zu geringen Handwerks­kapazitäten. Gerade Letztere beeinträchtigten das Wohndachfenstergeschäft wesentlich.

Die Markteinführung der Kunststoffversion der neuen Wohndachfenstergeneration „Roto Q“ sei aber allgemein auf gute Resonanz gestoßen, so Roto-Chef Eckhard Keill. Das montagefreundliche Produkt überzeuge die Kunden nicht zuletzt durch eine robuste Qualität. Als Störfaktor für den Absatz erweise sich 2017 ­jedoch der generelle Marktrückgang. 

Zu den grundsätzlichen Rahmenbedingungen für 2018 meinte Keill: „Wenn es in den Absatzmärkten so bleibt, wie es ist, können wir gut arbeiten.“ Die derzeit erkennbare bzw. prognostizierte wirtschaftliche Entwicklung lasse in den meisten Ländern vorsichtigen Optimismus zu. Ihn könnten bzw. sollten die jeweiligen Regierungen unterstützen, indem sie die Binnennachfrage und Neubautätigkeit aktiv fördern.

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