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Nachgefragt: Gibt es Engpässe in der Dach-Industrie?

23.04.2020

Die Corona-Krise hat einiges an gewohnt Verfügbarem eingeschränkt. Wie sieht es in der Dachbranche aus: Wird nach wie vor produziert? Sind alle Produkte erhältlich? Kommt es zu Lieferverzögerungen? Sind die Kundenbetreuer erreichbar? Wir haben bei Zulieferindustrie und Großhandel nachgefragt. (Stand 23.04.2020)

Wir haben den Partnern der Industrie jeweils vier bis fünf Fragen gestellt. Lesen Sie hier die Antworten. (Nach Firmennamen alphabetisch geordnet)

MARIUS AMANN, AMANN DIE DACHMARKE GMBH
Was ändert die Corona-Krise an Ihrer Geschäftstätigkeit?
Wir haben besonders unser Schulungsprogramm digitalisiert. Damit hatten wir schon vor der Krise begonnen und bieten aktuell Flachdach- und Sicherheitsschulungen online auf unserer  Lernplattform www.dachkompetenz.at – einfach am PC, Handy oder Tablet machbar. Damit setzen wir auch weiterhin auf unsere Dachkompetenz und die Weiterbildung der Handwerker. 

Gibt es Lieferänderungen?
Die Bestellungen und Anfragen sind kürzer geworden. Wir haben schon bei ersten Anzeichen mit einer Erhöhung der Lagerstände reagiert und waren somit auch bei Verzögerungen immer lieferfähig. 90 Prozent der Produkte kommen bei uns auch aus dem D-A-CH-Raum, daher ist eine Verfügbarkeit immer gegeben. Zurzeit können wir allerdings nicht immer unseren gewohnten Service von 24 Stunden in ganz Österreich einhalten.

Welche Produkte sind im Moment am meisten gefragt?
Besonders im März war ein erhöhter Bedarf von Standardprodukten – besonders den „Sucoflex“ Dachabdichtungen – spürbar. Aktuell haben wir auch viele Vorfertigungen in Arbeit, um somit auch kurzfristig im Steildach, aber auch beim Flachdach, für Notdächer und erhöht regensichere Unterdächer zu sorgen.

Sind die Mitarbeiter regulär für Kunden erreichbar bzw. wohin kann man sich wenden?
Die Kundenbetreuung erfolgt primär per Telefon und E-Mail – trotzdem mit direktem Ansprechpartner. Unsere Verkaufsmitarbeiter sind alle im Homeoffice verfügbar. Um Vertretungen zu gewährleisten, haben wir gerade auch im Lagerbereich auf Wechsel im Schichtdienst geachtet, damit wir immer für unsere Kunden da sind.  
Nähere Informationen und Kontakt: www.amann-dachmarke.at
 

MAG. KLAUS HABERFELLNER, AUSTROTHERM GMBH
Was ändert die Corona-Krise an Ihrer Geschäftstätigkeit?

Wir haben bereits Anfang März, noch bevor staatliche Anordnungen kamen, zahlreiche Maßnahmen mit dem Ziel gesetzt, unsere Mitarbeiter zu schützen und die Produktverfügbarkeit und rasche Lieferzeiten aufrecht zu halten. Es wurden präventive Maßnahmen gesetzt, um eine Infektion am Arbeitsplatz zu verhindern. Darunter fällt beispielsweise die Bereitstellung von Desinfektionsmittel. Weiters wurden organisatorische Veränderungen vorgenommen, um durch zeitliche und räumliche Trennung den Kontakt der Mitarbeiter auf ein Minimum zu reduzieren. Zusätzlich haben wir für unsere Mitarbeiter, aber auch Lieferanten, die am Werksgelände Aktivitäten durchführen, Schutzmasken zur Verfügung gestellt. Im Verwaltungsbereich haben wir innerhalb von sehr kurzer Zeit de facto alle Mitarbeiter ins Homeoffice gesendet. Unsere intern bestehenden Kommunikationsstrukturen wurden angepasst. Wir informieren unsere Mitarbeiter mit regelmäßigen Emails bzw. werden die Infoscreens in den Werken verstärkt genutzt. Unsere Führungs- und Abteilungsmeetings (national wie international) werden über Videokonferenzen abgehalten. Die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen und zwischen den Tochterfirmen erfolgt noch enger, damit wir auch in dieser Zeit ein reibungsloses Service an unsere Kunden abliefern können und damit wir auch die Produktverfügbarkeit gewährleisten können.

Wird nach wie vor produziert?
Ja, als österreichisches Familienunternehmen können wir mit unseren regionalen Produktionen in Purbach und Pinkafeld die schnelle Versorgung des Marktes mit unseren Dämmstoffen aktuell garantieren. Die bestehende Lieferfähigkeit wird durch die breite internationale Aufstellung des Austrotherm Konzerns zusätzlich abgesichert, weil wir jederzeit auf unser Lieferanten- und Produktionsnetzwerk zurückgreifen können.

Gibt es Lieferänderungen?
Nein, wir sind voll lieferfähig und bieten für die Kunden das gewohnte Service. Auch unsere neuen Produkte wie beispielsweise das „Austrotherm Gefälledach Premium“ ist mit gewohnt guter Qualität und kurzer Lieferzeit verfügbar. Dieses Produkt kombiniert das graue „Austrotherm EPS Plus Gefälledach“ mit „Austrotherm Resolution“ – in Summe ergibt der Aufbau ausgezeichnete Dämmwerte.

Welche Produkte sind im Moment am meisten gefragt?
Die Krise hat keinen Einfluss auf das verkaufte Produktsortiment. Unsere wesentlichen Produkte für die Flachdachdämmung sind „Austrotherm XPS“ im Umkehrdach, „Austrotherm Resolution“ und „EPS“ im Gefälledach sowie das „Austrotherm Attikaelement“. Das ist eine wärmebrückenfreie Fertigattika, welche individuell für unsere Kunden gefertigt wird. 

Sind die Mitarbeiter regulär für Kunden erreichbar bzw. wohin kann man sich wenden?
Unsere Mitarbeiter stehen unter deren bekannten Telefonnummern und E-Mail-Adressen während unserer Geschäftszeiten jederzeit und wie gewohnt zur Verfügung. Es gibt hier keine Änderungen. Zusätzlich sind wir natürlich online und über die sozialen Medien erreichbar.
Nähere Informationen und Kontakt: www.austrotherm.com
 

DR. GERNOT LINDORFER, BÜSSCHER & HOFFMANN GMBH
Was ändert die Corona-Krise an Ihrer Geschäftstätigkeit?
Die jetzige Situation hat ab Mitte März einen Beinahe-Stillstand auf den meisten großen Baustellen verursacht. Kleinere Baustellen wurden vereinzelt weitergeführt, je nach Region in unterschiedlicher Intensität, und auch Lieferungen über den Baustoffhandel wurden, wenn zwar eingeschränkt aber doch, in einem gewissen Ausmaß durchgeführt. Darauf mussten wir natürlich mit einer Kombination aus Urlaubsabbau und Kurzarbeit reagieren. Wir konnten aber zu jedem Zeitpunkt eine termingerechte Belieferung aller Baustellen und Lager unserer Kunden sicherstellen. Auch eine Abholung in unserem Werk in Enns oder an einem unserer Lagerstandorte in Korneuburg, Lannach und Stans war jederzeit möglich. 
Während das Geschäft in Österreich durch den Baustopp ab Mitte März massiv eingebrochen ist, war dies in den Märkten unserer ausländischen Tochterunternehmen nicht in diesem Ausmaß der Fall. Mittlerweile sehen wir aber bereits eine schrittweise Normalisierung und sind optimistisch, dass sich die gute Auftragslage des ersten Quartals nach diesem Zurückfahren weiter fortsetzen wird. 
Für unsere Vertriebsmannschaft war und ist es eine spezielle Situation. Besuche wurden temporär eingestellt. Persönliche Betreuung und technische Unterstützung bei der Ausarbeitung und Umsetzung von Bauvorhaben sind aber ein wichtiger Bestandteil unseres Geschäfts. Dies versuchen wir auch durch Videokonferenzen aufrecht zu erhalten, was natürlich eine gewisse Umstellung für alle darstellt. Wir freuen uns daher bereits jetzt schon darauf, unsere Kunden wieder in gewohnter Weise besuchen dürfen. 

Wird nach wie vor produziert?
Die Produktion lief und läuft uneingeschränkt weiter. Natürlich unter strikter Einhaltung aller Maßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeiter, was natürlich auch eine Herausforderung für die Kollegen in der Produktion und darstellt, diese erforderlichen Schutzmaßnahmen auszuarbeiten und umzusetzen, ohne zu sehr in die Abläufe einzugreifen.   

Gibt es Lieferänderungen?
Unsere Servicelogistik steht an vorderster Stelle. Auch unter den zeitweise sehr schwierigen Bedingungen haben wir unseren gewohnten Büsscher & Hoffmann Lieferservice mit Kran-LKW frei Dach, just in time, aufrechterhalten. Dies war insofern eine Herausforderung, da natürlich die Auslastung für eine sinnvolle Tourenplanung nicht gegeben war und sehr kurzfristig reagiert werden musste. Lieferungen, die bereits am Weg waren, wurden wieder storniert oder sehr kurzfristig bestellt. Oft war auch für unsere Kunden nicht klar, ob eine Baustelle weitergeführt wird, oder nicht. Aber in dieser Situation muss man bestmöglich unterstützen. Mittlerweile ist unser gesamter Kran-LKW-Fuhrpark wieder in ganz Österreich für unsere Kunden im Einsatz. 

Welche Produkte sind im Moment am meisten gefragt?
Grundsätzlich war zu jedem Zeitpunkt unser gesamtes Sortiment von Polymerbitumenbahnen für Flachdach, Gründach, Bauwerk und Brücke und das gesamte Zubehörprogramm uneingeschränkt verfügbar und nachgefragt. 

Sind die Mitarbeiter regulär für Kunden erreichbar bzw. wohin kann man sich wenden?
Unsere Mitarbeiter waren und sind jederzeit über die gewohnten Kommunikationswege, Tel. 07223/823 23, E-Mail [email protected] oder Videotelefonie erreichbar. Da der technische Support bei Büsscher & Hoffmann bei uns groß geschrieben wird, haben wir einige Baustellentermine zur Unterstützung durchgeführt, natürlich unter Einhaltung aller in dieser Situation erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen. Wir wünschen der gesamten Dachbranche alles Gute, und bleiben Sie gesund!
Nähere Informationen und Kontakt: www.bueho.com
 

HANS-JÖRG KASPER, ETERNIT ÖSTERREICH GMBH
Was ändert die Corona-Krise an Ihrer Geschäftstätigkeit?
Auch bei uns ist derzeit der persönliche Kundenkontakt fast nicht möglich. Wir betreuen unsere Kunden aktuell per Telefon oder Video-Calls. Aber: Wir vermissen unsere Kunden und den persönlichen Austausch schon sehr!

Wird nach wie vor produziert?
Ja, unsere Produktion läuft in vielen Bereichen. In einigen Teilbereichen sind KollegInnen zwar in Kurzarbeit, wir haben aber eine gute Auftragslage und passen uns laufend an die Anforderungen an.

Gibt es Lieferänderungen?
Nein, zum Glück nicht – wir sind in allen Bereichen voll lieferfähig und können unseren Kunden das gesamte Sortiment bereitstellen.

Welche Produkte sind im Moment am meisten gefragt?
Insbesondere Fassade und PV haben derzeit eine sehr hohe Nachfrage. Aber auch beim Dach steigt der Absatz deutlich an.

Sind die Mitarbeiter regulär für Kunden erreichbar bzw. wohin kann man sich wenden?
Selbstverständlich – wir sind, so wie immer, rund um die Uhr für unsere Kunden erreichbar und freuen uns, wenn wir helfen können!
Nähere Informationen und Kontakt: www.eternit.at
 

LEOPOLD PASQUALI, PREFA ALUMINIUMPRODUKTE GMBH
Was ändert die Corona-Krise an Ihrer Geschäftstätigkeit?
Die aktuelle Situation stellt uns natürlich vor neue Herausforderungen, aber wir sind bemüht und flexibel genug, jederzeit und rasch auf die Entwicklungen der Corona-Krise reagieren zu können. Selbstverständlich gelten Schutz- und Hygienemaßnahmen für alle Standorte und es gibt an die Situation neu angepasste Schichten für Fertigung und Verwaltung. Außerdem wurden Arbeitsplätze mit erweiterten Abständen und überwiegend Homeoffice in den Verwaltungs-/Administrationsbereichen eingerichtet.
Prefa setzt seit jeher auf lokale Produktion in Österreich und Deutschland. Laut unserer Firmenpolitik sind Lieferketten und Wertschöpfungskette nachvollziehbar und transparent. Dazu stammen alle notwendigen Zulieferteile aus benachbarten Ländern – das bedeutet kürzeste Lieferwege und hohe Flexibilität in der Fertigung. Hier zeigt sich unsere Stärke in Zeiten der Krise nicht nur im Produkt. Prefa ist ein starker Partner.
Neben qualitativen Produkten setzen wir schon immer auf persönliche Unterstützung. Derzeit sind leider keine Kundenbesuche möglich, umso wichtiger sind jetzt die sehr guten bestehenden Kundenbeziehungen. Dank einem gut aufgebauten Kundendatenmanagement können Kundengespräche und -beratungen problemlos digital durchgeführt werden. Der bereits vor der Krise eingeleitet Prozess der Digitalisierung wird konsequent weiterverfolgt. Wir setzen alles daran, unsere gewohnten Serviceleistungen auch in diesen herausfordernden Zeiten zur Verfügung zu stellen.

Wird nach wie vor produziert?
Ja, wir produzieren weiterhin und sind auch für alle unsere Exportmärkte voll lieferfähig.

Gibt es Lieferänderungen?
Die Lieferkette funktioniert gut und wir können die Nachfrage aktuell und in den nächsten Wochen bedienen. Abläufe wurden und werden an die „neue“ Normalität angepasst.

Welche Produkte sind im Moment am meisten gefragt?
Wir bemerken, dass Sanierungsarbeiten und Renovierungen zunehmen, es gibt verstärkt Nachfrage nach Zubehörartikeln, unser abgestimmtes Komplettsystem gewinnt dabei an Bedeutung. Grundsätzlich gibt es aber keine Verschiebungen im Produktsortiment. Wir sind breit genug aufgestellt und können mit unserem Sortiment die Nachfrage von Klein- bis Großbaustellen bedienen.

Sind die Mitarbeiter regulär für Kunden erreichbar bzw. wohin kann man sich wenden?
Unser Prefa Kundenservice, unsere Technik sowie unsere Außendienst-Mitarbeiter sind zu den Bürozeiten telefonisch und per E-Mail erreichbar. Kundentermine mit unseren Außendienst-Mitarbeitern finden derzeit online statt. Ebenso bieten wir online Endkundenberatung mit Video-Chat. Gerade auch in diesen schwierigen Zeiten sind wir für unsere Kunden da!
Kontakt und nähere Informationen: www.prefa.at
 

ING. BERNHARD WIESENEDER, RHEINZINK AUSTRIA GMBH
Was ändert die Corona-Krise an Ihrer Geschäftstätigkeit?
Die Gesundheit unserer Mitarbeiter und eine entsprechende Arbeitssicherheit haben bei uns immer höchste Priorität. Wir sind beim Architekten, Bauherrn und Planer in der persönlichen Beratung tätig. Diese Termine können in der derzeitigen Situation natürlich nicht stattfinden. Unsere technischen Berater arbeiten daher schon seit März im Homeoffice und stehen den Kunden telefonisch oder online zur Verfügung. Um eine reibungslose Abwicklung von Kundenbestellungen zu gewährleisten, haben wir unsere Vertriebs-Mannschaft in zwei Teams gesplittet. 50 Prozent des Teams arbeitet im Büro, 50 Prozent sind zu Hause. Im Wochenrhythmus wird gewechselt.

Wird nach wie vor produziert?
Unter Einhaltung der gebotenen Schutzmaßnahmen läuft unsere Produktion weiter, und das auch weitestgehend ohne Verzögerungen.

Gibt es Lieferänderungen?
Wir können nach wie vor in vollem Umfang liefern und konnten bis dato auch in der Krise unsere gewohnt kurzen Lieferzeiten einhalten.

Welche Produkte sind im Moment am meisten gefragt?
Wir stellen keine Präferenzen fest, das komplette Programm, auch Sonderbestellungen, werden geliefert.

Sind die Mitarbeiter regulär für Kunden erreichbar bzw. wohin kann man sich wenden?
Unsere Mitarbeiter sind regulär für unsere Kunde erreichbar.
Kontakt und nähere Informationen: www.rheinzink.at
 

GEORG PEHN MBA MSC, ROTO FRANK DST VERTRIEBS-GMBH
Was ändert die Corona-Krise an Ihrer Geschäftstätigkeit? 
Schnell haben sich die Vorzeichen durch Corona geändert. In einer der letzten Umfragen der Dach Wand hatten wir noch ein Rekordjahr 2020 vorausgesehen, und wenige Wochen später sind nun viele Betriebe mit völlig neuen – noch nie dagewesenen – Umständen konfrontiert. Jedes Unternehmen hat im Laufe der Zeit mehr oder weniger ernste Krisen zu bewältigen. Eines der obersten Management-Ziele muss es dann immer wieder sein, sehr rasch – konsequent, aber überlegt – zu reagieren. Daher haben wir neben den betriebswirtschaftlichen Maßnahmen alle Mitarbeiter sehr rasch auf Homeoffice umgestellt, uns also dezentral aufgestellt, um auch das Risiko einer Infektionswelle zu minimieren. So können wir unsere Geschäfts-, Vertriebs und Beratungstätigkeit nahezu zu 100 Prozent aufrechterhalten. 

Wird nach wie vor produziert? 
Ja, paradoxerweise laufen unsere Werke mit sehr guter Auslastung. Es scheint als würden da größere Baustellen zum Teil nicht aufrecht erhalten werden konnten, kleine Arbeiten am Dach wie z. B. der Dachfenstertausch durchgeführt, und auch so mancher Händler füllt aktuell seine Lager. 

Gibt es Lieferänderungen? 
Bei Roto können wir sowohl national als auch international alle Anfragen gut abarbeiten und ausliefern. Es gab bis dato keine größeren Lieferverzögerungen, was unsere Kunden sehr begrüßen. Einzig bei unseren Nachbarn in Italien steht die Welt derzeit völlig still, aber auch dort soll es in wenigen Tagen wieder die ersten Lockerungen geben. Südtirol wird ja aktuell von Österreich aus betreut und ist für uns somit ein bedeutender Markt. 

Welche Produkte sind im Moment am meisten gefragt? 
Hinsichtlich des Produktmix kann ich derzeit keine spürbaren Veränderungen feststellen. 

Sind die Mitarbeiter regulär für Kunden erreichbar bzw. wohin kann man sich wenden? 
Die Österreichische Bundesregierung hat einige Tage nach der Pressekonferenz vom 13. März festgehalten, dass Baustellen unter Einhaltung der Abstandsregeln durchaus weiter betrieben werden können. So mussten auch wir unsere anfänglichen internen harten Maßnahmen etwas lockern und nehmen als Bauzulieferer wichtige Baustellentermine jederzeit wahr. Dies natürlich ebenfalls unter Einhaltung der Abstandsregeln. 
Telefonisch, per Webcam oder klassisch per Mail waren und sind alle unseren Ansprechpartner jederzeit völlig normal zu erreichen. 
Kontakt und nähere Informationen: www.roto-dachfenster.at
 

MAG. ROLAND HEBBEL, STEINBACHER DÄMMSTOFFE GMBH
Was ändert die Corona-Krise an Ihrer Geschäftstätigkeit? 
Ab dem Moment in KW 12, als die großen Baufirmen wie Strabag, Porr, Bodner u. a. ihre Arbeit eingestellt haben, ging es noch ein paar Tage auf kleiner Flamme weiter. Danach ist der gesamte Hochbaumarkt eingebrochen. Jetzt, Ende April läuft das Hochbaugeschäft wieder an und, sofern es keine Rückschläge in der Krisenbewältigung gibt, denke ich, dass wir uns im Jahr 2020 bei einem Umsatz-Rückgang von acht bis 12 Prozent einpendeln werden. Den Bau treffen Entwicklungen bekanntermaßen erst mit zwei, drei Jahren Verzögerung. 2021 werden wir sehen, wohin die Reise geht, und richtig spüren werden wir die Auswirkungen erst 2022 und 2023. Meiner Meinung nach ist es wichtig, Lehren aus solchen Ausnahmenzeiten zu ziehen. Unsere Ableitung muss es sein, wieder regionaler zu denken, zu kaufen und zu produzieren. Regionalität verringert die Abhängigkeit, schützt das Klima, Stichwort CO2-Belastung, und stärkt die Wirtschaft in unserer unmittelbaren Umgebung.

Wird nach wie vor produziert? 
Wir haben über den gesamten Krisenzeitraum weiterproduziert. Man muss aber unterscheiden zwischen dem Haustechnik- und dem Hochbaumarkt. Die Haustechnik ist deutlich exportorientierter und daher weniger oder zeitverzögert betroffen. Vor Ostern – zu Tiroler Quarantäne-Zeiten – wurden unsere Hochbau-Produktionsabteilungen aufgrund der geringeren Auftragslage heruntergefahren. Jetzt, nach Ostern laufen aber auch hier alle Produktionen wieder voll an. Nun hangeln wir uns von Woche zu Woche weiter und hoffen, dass Österreich mit einem blauen Auge durch die Krise kommt.

Gibt es Lieferänderungen?
Nein, die Versorgung der Baustellen ist nach derzeitigem Stand überhaupt kein Problem. Da kommt uns auch die Regionalität zugute. So kaufen wir unsere Rohmaterialien so regional wie möglich ein, weshalb uns die überregionalen Lieferengpässe nicht betreffen.

Welche Produkte sind im Moment am meisten gefragt?
Alle in unserem Portfolio befindlichen Artikel, sowohl die Rohrisolierungen und PE-Randdämmstreifen aus dem Haustechnik- als auch die Dämmlösungen aus dem Hochbau-Bereich werden nachgefragt. Von EPS-Fassaden- und Umkehrdach-Elementen bis hin zu PU-Flachdach- und Steildachprodukten wird auch hier alles bestellt.

Sind die Mitarbeiter regulär für Kunden erreichbar bzw. wohin kann man sich wenden? 
Bei Steinbacher haben wir zu Krisenbeginn sehr schnell und gut reagiert. Oberstes Gebot ist für uns die Gesundheit und die Sicherheit unserer Mitarbeiter – alle vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen sind strengstens einzuhalten. Wir hatten das große Glück, dass wir durch unser Netzwerk immer einen Sprung von 48 Stunden voraus waren. Unsere Mitarbeiter, insbesondere unser Kundenservice und Außendienst, waren und sind daher stets für unsere Kunden und Partner erreichbar. Wir ziehen hier alle an einem Strang und werden gestärkt aus dieser Ausnahmesituation hervorgehen.
Kontakt und nähere Informationen: www.steinbacher.at
 

ING. KARL HOFER, TRIFLEX GESMBH
Was ändert die Corona-Krise an Ihrer Geschäftstätigkeit? 
Bei Triflex ist am 16.03.2020 das Geschäft schlagartig zusammengebrochen. Die Ankündigung der Strabag, das sie 1.000 Baustellen sofort schließen werden, zeigte auch sofort Wirkung. Unsere Mitarbeiter sind dadurch seit 16. März in Kurzarbeit, aber im Homeoffice für die Kunden erreichbar. Alle Besprechungen und Meetings werden ab sofort per Skype erledigt, was auch sehr gut funktioniert. Weiters haben wir unser Ausbildungssystem sofort heruntergefahren, da wir ja wegen COVID-19 unser Kompetenzcenter in St. Georgen für den Kundenverkehr geschlossen haben. Wir werden nach der Krise die notwendigen Seminare noch durchführen, spätestens aber werden wir wieder im Jänner 2021 damit starten.

Wird nach wie vor produziert? 
Die Produktion in Minden läuft zu 100 Prozent und hat derzeit keine Rohstoffprobleme, dadurch sind wir in Österreich sehr gut lieferfähig.

Gibt es Lieferänderungen?
Unsere 24-Stunden-Logistik kann derzeit zum größten Teil aufrechterhalten werden, in Randgebieten kann es aber durchaus auch zu Lieferzeiten im Bereich von bis zu 48 Stunden kommen. Das hängt mit der Verfügbarkeit der Frächter bzw. der Fahrer zusammen. Unser Lager in Lannach haben wir aufgestockt, damit wir eventuell auftretende Verzögerungen aus Deutschland abfedern können. Damit sind wir zu 100 Prozent lieferfähig in allen Produktbereichen. Die geplante Preiserhöhung per 01.04.2020 haben wir wegen der Verzögerungen auf den Baustellen auf 01.06.2020 verschoben. Baustellenbesuche machen wir derzeit ganz gezielt nach Evaluierung der Situation im Sinne der Vorgaben der WKO mit allen COVID-19 Schutzmaßnahmen auf den Baustellen. Unsere Mitarbeiter, die dies betrifft, bekommen zuerst eine Unterweisung der Maßnahmen gemäß §14 AschG & BauV § 154.
Umsatzimpulse waren bei uns in der Karwoche erkennbar, mit leichter Steigerung in der Woche nach Ostern. Nach Umfrage bei unseren Kunden sind diese derzeit mit 50 bis 80 Prozent ihrer Kapazität auf den Baustellen, je nach Verfügbarkeit der ausländischen Mitarbeiter. 

Sind die Mitarbeiter regulär für Kunden erreichbar bzw. wohin kann man sich wenden? 
Die Mitarbeiter sind regulär für unsere Kunden erreichbar. Nach dem Motto „Wir liefern so lange es möglich sein wird“, sind wir positiv eingestellt, dass bald wieder Normalität eintreten wird – wenn auch vielleicht etwas anders.
Kontakt und nähere Informationen: www.triflex.at
 

JOHANN MARCHNER, WIENERBERGER ÖSTERREICH GMBH
Was ändert die Corona-Krise an Ihrer Geschäftstätigkeit? 
Die genauen Auswirkungen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzbar. Fakt ist aber, dass die gesamte Baubranche schwierige Zeiten durchlebt und auch noch länger daran zu arbeiten hat. Am grundsätzlichen Geschäft wird die Krise aber wenig ändern: Gebaut und Saniert wird auch weiterhin werden. 

Wird nach wie vor produziert?
Die Werke sind nach einem kurzen Stillstand wieder seit 23. April voll hochgefahren. Die Lieferfähigkeit war immer gegeben, da wir unsere Lager vorausblickend gefüllt haben.

Gibt es Lieferänderungen? 
Wir haben die Abholzeiten etwas reduziert, sind aber sonst wie gewohnt für unsere Kunden da. Aufgrund der wieder steigenden Nachfrage haben wir unsere Bestell- und Beladezeiten bereits wieder verlängert. Wenn sich die Marktlage weiter verbessern sollte, werden wir die Zeiten weiter anpassen.

Welche Produkte sind im Moment am meisten gefragt? 
Der Nachfrage nach unseren Klassikern wie dem „Figaro“, dem „Figaro Deluxe“, dem „Biber“ oder dem „Sulm VZ“ hat sich auch durch die Krise nicht geändert. Erfreulich, dass auch das Interesse an unserem neuen Designziegel, dem „V11“, weiterhin sehr hoch ist. Wir haben das Produkt ja erst vor knapp sechs Monaten vorgestellt und sind kurz vor der Krise mit der österreichweiten Markteinführung gestartet.

Sind die Mitarbeiter regulär für Kunden erreichbar oder wohin kann man sich wenden?
Ja, unsere Vertriebs-Mitarbeiter sind für unsere Kunden wie gewohnt erreichbar. Wir haben die Kernzeiten zwar etwas eingeschränkt, werden aber die Erreichbarkeit je nach Marktentwicklung wieder ausdehnen. Auch in den Werken sind wir für unsere Kunden da.
Kontakt und nähere Informationen: www.wienerberger.at
 

 

Hinweis:
Wenn auch Sie als Partner des Dachhandwerks an dieser Stelle Ihre aktuellen Produktions- und Liefermodalitäten veröffentlichen wollen, schreiben Sie bitte an [email protected].

Autor/in:
Birgit Tegtbauer
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