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Regional verankert, global erfolgreich

25.07.2018

Die Doppelmayr Holding AG ist Weltmarktführer im Seilbahnbau. Im Juni 2017 wurde die topmoderne Firmenzentrale – das Büro Hohe Brücke – im Vorarlberger Wolfurt bezogen. Beim Bau dieses architektonischen Highlights stand unter anderem ein Notdach als besonderes Gustostückerl im Fokus.

Die Vorgaben des renommierten Wiener Architekturbüros Alles Wird Gut und der Verantwortlichen von Doppelmayr waren klar: Der neue Firmensitz sollte ein Projekt der Zusammenführung sein, ein zeitgeistiger Ort mit klaren geraden Linien und einer schlichten Eleganz, der mit insgesamt neun miteinander verbundenen Häusern eine dörfliche Struktur widerspiegeln sollte. Hintergrund dafür war, dass Doppelmayr als Betrieb davor in zahlreichen kleineren, verstreuten Gebäuden untergebracht war. Von Anfang an war daher klar, dass zugunsten der architektonischen Wirkung ein paar knifflige Detaillösungen bei der Errichtung notwendig sein werden. Das galt besonders auch für die Dach- und Fassadenkonstruktionen. Maßgeblich dafür waren zwei Dinge, wie DI Markus Wilpernig, Projektleiter bei Doppelmayr, berichtet: „Einerseits sollten das Erscheinungsbild und die klare Linienführung mit den scharfen Kanten nicht durch irgendwelche Auf- oder Überbauten gestört werden. Andererseits waren uns durch den Landschaftsschutz ganz konkrete Rahmenbedingungen vorgegeben, die nicht verletzt werden durften.“ Genau diesen Spagat sollte die gbd Projects ZT GmbH in Dornbirn lösen, die für die Fassaden- und Dachplanung zuständig war. Deren Geschäftsführer DI Thomas Mennel nahm diese Herausforderung gern an. „Uns interessieren klassische Lösungen eher weniger, viel lieber beschäftigen wir uns mit Projekten, die sich zum Teil am Limit bewegen. Daher war es nötig, dass die Zusammenarbeit aller Beteiligten auf Handschlagqualität und auf gegenseitigem Vertrauen aufgebaut war.“ 

Keine klassische Attika

Im Detail hieß das etwa, dass man wegen des Naturschutzes auf rund einem Drittel der insgesamt rund 4.000 Quadratmeter Dachfläche ein Kaltdach verlegen musste. „Eigentlich hätten wir das oberste Geschoß um 20 bis 30 Zentimeter niedriger bauen müssen, aber das hätte den Vorgaben der Architekten widersprochen“, so Mennel. Zudem ist aus statischen Gründen die oberste Stahlbetondecke mit Überzugsrippen bis zu einem Meter dick, weshalb bei den Kaltdächern auf eine konventionelle Attika verzichtet werden musste. 

Für die praktische Umsetzung aller Dacharbeiten war die ortsansässige Spengler und Dachdecker GmbH Schwendinger + Fink verantwortlich. Für alle Kalt- sowie Warm- und Gründachlösungen vertraute Geschäftsführer Stefan Schwendinger ausschließlich auf Produkte der Villas Austria GmbH / BMI Group: „Das war eine Qualitäts-, aber auch eine Preisfrage. Im Nachhinein betrachtet, hat sich die Entscheidung absolut gerechnet – allein schon wegen der Verwendung der Polymerbitumendampfsperrbahn Hydrostop Multi 5 für die Notdachkonstruktion.“

Aus dem Notdach eine Tugend

Als im Dezember 2015 der fertige Rohbau gestanden war, begann Schwendinger bereits mit den ersten Verlegearbeiten. „Wir haben dann gleich ein Notdach mit der Hydrostop aufgezogen und noch im Februar das erste Kaltdach verlegt.“ Beeindruckt ist Schwendinger vor allem davon, wie dicht diese erste Lage ist und welche Belastungen sie aushält. „Wir waren ja eineinhalb Jahre quasi immer mit einer Partie vor Ort, und die Baustelle war meist in Vollbetrieb. Da herrschte auf den Dächern oft richtiggehend Verkehr bei den vielen Gewerken“, erinnert sich der Dachdeckermeister. „Das Ganze war äußerst harmonisch und hat wirklich perfekt funktioniert.“ Neben der Wasserdichtheit beim Einsatz als Notdach hat die Hydrostop Multi den Vorteil, dass sie auch als Dampfsperre eingesetzt wird, was viel Zeit und Geld spart. Bei den Warmdächern wurde darüber mit einer Gefälleisolierung von zwei Prozent gearbeitet. „Bei der Wärmedämmung haben wir uns für die harte EPS-W30 entschieden. Damit konnten wir im Mittel eine Isolierstärke von 28 erreichen“, so Schwendinger. 

Kleine, angenehme Häppchen

Das Büro Hohe Brücke mit den neun einzelnen Hausdächern war für Schwendinger eine Chance, als kleiner regionaler Betrieb mit nur acht Mitarbeitern ein so großes Projekt in Angriff zu nehmen. „Deshalb haben wir uns überhaupt getraut mitzubieten. Denn so war es möglich, von Haus zu Haus und von Dach zu Dach zu arbeiten.“ Unterstützung dafür gab es auch vonseiten Doppelmayrs, wo man darauf achtet, so viele Aufträge wie möglich lokal zu vergeben und damit einen Beitrag für die Wirtschaft in der Umgebung zu leisten. 

Mittlerweile zählt der im Juni 2017 eröffnete Firmensitz zu den absoluten Landmarken-Objekten der Region. Ein besonderes Schmuckstück dabei sind die begrünten Terrassen. Hier gab es ebenso ganz exakte Vorgaben von Architektenseite: Es sollte ein Steinbelag mit grünen Inseln sein. Um eine Durchwurzelung der Pflanzen zu verhindern, wurden wurzelfeste Bitumenbahnen mit einer Gesamtstärke von mindestens neun Millimeter aufgebracht. Dabei handelt es sich um die Polymerbitumenbahn Villaself E-4 SK WF und die Elastomerbitumen-Schweißbahn Villaverde WS-I-5S.

Auch die Glasgeländer der Terrassen stellten Planer Mennel und Verleger Schwendinger vor eine herausfordernde Aufgabe. Als Lösung wurden die eingespannten Geländer mithilfe eines verschweißten Schuhs in den Dachrand eingebunden. „Dank dieser Konstruktion wird auch gewährt, dass sie überlaufsicher sind“, so Thomas Mennel. 

Auf ein besonderes Merkmal bei den Kaltdächern sei noch hingewiesen: Dort wurde eine Konstruktion gewählt, mithilfe derer man unterhalb des Kaltdaches regelmäßige Messungen der Feuchtigkeit durchführen kann. Und Sicherheit war und ist sowieso für alle am Bau beteiligten Parteien die allerwichtigste Komponente.

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