Direkt zum Inhalt
Mehr als 32.000 Quadratmeter verteilt auf 30 Dächer: Begrünungen finden sowohl direkt am Dach als auch in modernen Pflanzentrögen statt.

Smart und sicher

13.06.2017

Mit 96.000 Quadratmetern Bruttogeschoßfläche haben die Wiener Netze eines der weltweit größten Niedrigenergiehäuser mit Passivhauskomponenten gebaut. Das Litzelsdorfer Unternehmen Hirschbeck & Plank hat nicht nur die Bauwerksabdichtung in den Untergeschoßen, sondern auch die kompletten Dacharbeiten samt Absturzsicherungen ausgeführt.

Insgesamt 1.200 Photovoltaikelemente, Klimatisierung aus Grundwassernutzung und Solarthermie sowie Grünflächen und begrünte Dächer machen aus dem Campus Wiener Netze ein wirklich smartes Projekt.
Mehr als 3.000 Laufmeter Seilsicherungssystem von „Lux-top“ machen den Smart Campus Wiener Netze auch in Zukunft absturzsicher.

Die Adresse ist noch Wochen nach Eröffnung des Smart Campus der Wiener Netze GmbH eine Herausforderung für so manches Navigationssystem. Die  Nussbaumallee 21, wo sich der Haupteingang zum Verwaltungsgebäude befindet, ist eine neue Adresse für eine neue Art, Konzernzentralen zu errichten. Knapp 100.000 Quadratmeter Bruttogeschoßfläche haben die Wiener Netze hier errichtet. Aus bisher zehn Standorten, verteilt über die Stadt wie die Infrastruktur, die das Tochterunternehmen der Wiener Stadtwerke errichtet und betreibt, wurde eine Zentrale. Rund 1400 Arbeitsplätze finden sich im neuen Haus, das nicht nur den Begriff „smart“ im Namen trägt, sondern nach allen entsprechenden Vorgaben und Grundsätzen dessen geplant und gebaut wurde.

Entsprechend des Unternehmensgegenstands war das Thema Energie bei der Planung der neuen Zentrale natürlich maßgebend. Es sollte ein Niedrigenergiegebäude mit Passivhauskomponenten werden, das Standards setzt, die Vorbildcharakter haben. Geworden ist es eines der größten Gebäude nach diesen Vorgaben weltweit. 350 Meter Länge, 130 Meter Breite und 23,5 Meter Höhe setzen ein Zeichen für die Zukunft auf einer Liegenschaft, die früher einem Gaswerk alten Zuschnitts Platz bot. 

In nur zwei Jahren Bauzeit wurde der Entwurf des Generalplaners Holzbauer & Partner Architekten in die Realität bugsiert. 78.000 Kubikmeter Stahlbeton, 9400 Tonnen Stahl und 270.000 Tonnen Aushubmaterial sind nur einige der nackten Zahlen, die die Dimension des Gebäudes beschreiben. Durch clevere Logistikmaßnahmen konnte das Baumanagement fast 3000 Lkw-Fahrten einsparen. 1200 Photovoltaikelemente, Klimatisierung aus Grundwassernutzung und Solarthermie sowie Grünflächen und begrünte Dächer waren weitere Bausteine für ein tatsächlich grünes Gebäude.

Energieproduktion und Grünraum

Auf den Dächern spielt es sich in Sachen Energieeffizienz und Begrünung sichtbar ab. Hirschbeck & Plank, eines der größten Bauwerksabdichtungsunternehmen Österreichs aus Litzelsdorf, hat mit dem Smart Campus der Wiener Netze ein Projekt an Land gezogen, das nicht nur planerisch und in der Ausführung etwas Besonderes war. Von der Bauwerksabdichtung in den Untergeschoßen bis zur Abdichtung der Dächer sowie die Absturzsicherungen hat der Betrieb aus dem Burgenland alle einschlägigen Arbeiten am Gebäude durchgeführt. 

Allein die insgesamt 30 Dachflächen des Bürogebäudes und der Nebenbauten hatten eine Größe von mehr als 32.000 Quadratmetern – und das alles bestückt mit Photovoltaikmodulen und komplett begrünt. Dampfsperre, mehr als 30 Zentimeter Gefälldämmung, Abdichtungsfolie, Schutzvlies, Wasserspeicherplatte, Filtervlies und zehn Zentimeter Substrat für die Bepflanzung sorgen für einen Dachaufbau der hohen Schule – im wahrsten Sinne des Wortes. Auf knapp 20.000 Quadratmetern auf den Dächern der unteren Ebenen wurde zwischen der Dämmung und Abdichtung ein Leckortungssystem eingebaut. Von Herbst 2014 bis Spätsommer 2016 waren die Mitarbeiter von Hirschbeck & Plank auf der Baustelle tätig.

Nachhaltig sicher 

Neben den Dichtungsarbeiten hat das burgenländische Unternehmen auch für Sicherheit in den Zeiten nach der Fertigstellung gesorgt. „Insgesamt haben wir auf den diversen Dächern des Hauptgebäudes und auf den Nebengebäuden rund 50 Seilanlagen installiert“, erzählt Böhm. Diese sind gesetzlich vorgeschrieben: Für  Wartungsarbeiten, Instandhaltung und sämtliche Begehungen von Dächern müssen die technischen Voraussetzungen für die Befestigung der persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz vorhanden sein. Die Seilsysteme für den Campus der Wiener Netze hat der Spezialist Walser Dachtechnik aus Hard in Vorarlberg geliefert. Walser Dachtechnik vertreibt in Österreich exklusiv die „Lux-top“-Systeme von St Quadrat Fall Protection S. A. aus Luxemburg. Die Spezialisten konzipieren ihre Absturzsicherungen nach den Planungsgrundlagen, die von der Internationalen Gruppe 

D-A-CH-S erarbeitet wurden und in Österreich durch die ÖNorm B 3417 bzw. mit den Planungsgrundlagen der AUVA umgesetzt werden. 

Bewährt und komfortabel

Die Lösung für die geforderten Absturzsicherungen am Smart Campus bestand im Seilsicherungssystem „Lux-top FSE 2003“ – geeignet für verschiedene Untergründe. Hirschbeck & Plank baute auf das überfahrbar konstruierte Edelstahlseilsystem mit beweglicher Führung. Alle Anschlageinrichtungen sind so konzipiert, dass eine Installation des Seilsystems auch im flach geneigten Dach möglich ist, was hier speziell für einen Teil des Daches am Kommunikationsgebäude notwendig war, wo ein Dach durch eine Schräge ein ganzes Geschoß überbrückt.  

Zum System gehören neben dem acht Millimeter Seil aus rostfreiem Stahl, Spannelemente, Endterminals, Eck- und Stoßverbinder, verschiedene Seilführungen und Seilzwischenhalter sowie Seilgleiter. Für Komfort sorgt unter anderem die variable Ecküberfahrung des Seilsystems, die zusammen mit den vorgenannten Komponenten ein störungsfreies Gleiten über die gesamte Strecke gewährleistet. „Insgesamt haben wir für das Hauptgebäude 2660 Laufmeter Seilsystem montiert. Auf dem Kommunikationsgebäude waren es noch einmal knapp 400 Meter“, sagt Böhm. Mehr als 900 Anschlagpunkte wurden direkt auf der Beton­decke befestigt. Aufgrund des hohen Dachaufbaus samt Begrünung wurden Anschlagpunkte mit einer Höhe von 70 Zentimetern verbaut.

Montiert und dokumentiert

Besonders wichtig: die Dokumentation der gesetzten Maßnahmen für die Absturzsicherung. Die Systeme sollen im Notfall Leben retten. Jeder Anschlagpunkt wird sowohl im Plan als auch in der Realität nummeriert. Nur zertifizierte Mitarbeiter dürfen die Montage prüfen und dokumentieren – schriftlich als auch mit Foto. Erst ganz am Schluss wird das Seil durch die Anschlagpunkte gezogen und ebenfalls gemäß der entsprechenden Normen gespannt und überprüft.

Werbung

Weiterführende Themen

Höhensicherungsgerät fürs Dach.
Dach
05.10.2017

Dacharbeiten werden in der Bauphase vorrangig technisch abgesichert, also mit Dachfanggerüsten, Abgrenzungen, Auffangnetzen, Geländern etc. Trotzdem muss auch in der Bauphase oft mit PSA gegen ...

Hausboot Schwan am Liegeplatz in Hamburg: Die Außenhülle wurde mit „VMZ Flatlock Profilen“ von VMZinc ausgeführt.
Wand
28.09.2017

Am Anfang stand die Idee, Architektur mit dem Element Wasser zu verbinden. Entstanden ist daraus ein Hausboot mit aufsehenerregenden Konturen und einer Außenhülle aus Titanzink.

Dach
22.08.2017

Dacharbeiten werden in der Bauphase vorrangig technisch abgesichert , also mit Dachfanggerüsten, Abgrenzungen, Auffangnetzen, Geländern etc. Trotzdem muss auch in der Bauphase oft mit PSA gegen ...

Hausboot Schwan am Liegeplatz in Hamburg: Die Außenhülle wurde mit „VMZ Flatlock Profilen“ von VMZinc ausgeführt.
Wand
22.08.2017

Am Anfang stand die Idee, A rchitektur mit dem Element Wasser zu verbinden. Entstanden ist daraus ein Hausboot mit aufsehenerregenden Konturen und einer Außenhülle aus Titanzink.

Die neu eröffnete Talstation im kleinen Bergdorf Seis am Schlern integriert sich trotz ihrer eindrucksvollen Größe mit einer Aluminiumfassade perfekt in die schroffen Bergmassive und die alpine Landschaft rund um die Seiser Alm.
Wand
01.06.2017

In 15 Minuten bringt die Umlaufbahn Seiser Alm täglich rund 11.000 Wintersport- und Sommergäste in die lichten Höhen einer der schönsten Berglandschaften Europas. Die neu eröffnete Talstation im ...

Werbung