Direkt zum Inhalt
Grafik 1: die beliebtesten Dachformen in Österreich.

Steildach bleibt Nummer eins

02.01.2018

Steil statt flach: 87 Prozent der Österreicher vertrauen im Hausbau auf ein geneigtes Dach – das ergab die aktuelle „Häuslbauer-Studie“. Die Nummer eins bleibt dabei eindeutig das klassische Satteldach. Und: 20 Prozent der Häuslbauer wollen mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach Strom erzeugen.

Grafik 2 zeigt, welche Dachformen in der Praxis am meisten überzeugen können.
Dachexperte Alfred Steingress ist Sprecher der Plattform Dachvisionen.

Österreich, Land der Steildächer? Egal ob ländliche Gemeinde, historisches Stadtzentrum oder Almhütte auf 2.000 Meter, unser Land ist traditionell geprägt von Wohnhäusern mit geneigten Dächern. Tatsächlich ist das Vertrauen in diese Dachform auch weiterhin ungebrochen, heimische Häuslbauer setzen überwiegend auf die zahlreichen Vorteile der vielseitigen Dachlösung. Das zeigen die Kernergebnisse der Häusl­bauer-Studie 2017, die im Auftrag der Plattform Dachvisionen vom Market-Institut durchgeführt wurden.

Wahl der Dachform entscheidend für ­das Gesamterscheinungsbild

Welche Dachform für mein Haus? Diese entscheidende Frage müssen sich Häuslbauer stellen, wenn sie sich ihren Traum vom Eigenheim erfüllen wollen. Das Dach bildet in der Gesamtbetrachtung das „Gesicht des Hauses“ und formt somit ungemein den Charakter der eigenen vier Wände. Welchen Stellenwert die richtige Dachwahl in der Planung einnimmt, bestätigt die Studie: 94 Prozent der Häuslbauer sind der Meinung, dass das Dach einen sehr großen bzw. großen Einfluss auf das Gesamterscheinungsbild ihres Hauses hat.

Die beliebtesten Dachformen in Österreich

Bei dieser Entscheidung liegt das geneigte Dach in Architektur und Wohnbau nach wie vor voll im Trend: 87 Prozent der Österreicher setzen im Hausbau auf eine Steildachlösung, rund 14 Prozent auf ein Flachdach. Platz eins unter allen Dachvarianten nimmt dabei das klassische Satteldach ein (45 Prozent). Bei Häuslbauern lässt sich auch eine klare Tendenz zum vierflächigen Walmdach erkennen (26 Prozent) – siehe Grafik 1.

„Wie sehr das geneigte Dach nach wie vor zur österreichischen Identität gehört, verdeutlichen die Ergebnisse unserer Studie: Rund neun von zehn heimischen Häuslbauern entscheiden sich für eine der vielfältigen Varianten dieser Dachform. Das klassische Satteldach mit Giebel und zwei geneigten Dachflächen ist und bleibt dabei die mit Abstand beliebteste Dachform in Österreich“, erklärt Alfred Steingress, Dachexperte und Sprecher der Plattform Dachvisionen.

Vielfältige Gründe führen zur Entscheidung bei Wahl der Dachform

Häuslbauer entscheiden sich aus unterschiedlichen Beweggründen für ihre persönliche Dachform: Für mehr als ein Drittel (35 Prozent) sind hier ästhetische Aspekte der wichtigste Einflussfaktor. Weitere entscheidende Gründe sind die bessere Ausnutzung der Grundfläche (21 Prozent), die einfache Energiegewinnung durch Photovoltaik (19 Prozent), die Möglichkeit zur nachträglichen Schaffung von Wohnraum (19 Prozent), die günstigeren Kosten in der Anschaffung (15 Prozent) sowie die Langlebigkeit des Daches (15 Prozent). In der Praxis können folgende Dachformen am meisten überzeugen (Grafik 2). Aus ästhetischen Gründen entscheiden sich Häuslbauer in erster Linie für ein Walmdach (46 Prozent).

Um am einfachsten nachträglichen Wohnraum durch einen Dachgeschoßausbau zu schaffen, haben sich 36 Prozent für ein Mansarddach entschieden.

Österreichische Häuslbauer, die bei den Anschaffungskosten sparen wollen (24 Prozent) und denen einfache Energiegewinnung durch Photovoltaik ein Anliegen ist (21 Prozent), setzen überwiegend auf eine Pultdach-Lösung. Mit bester Langlebigkeit überzeugt an erster Stelle das klassische Satteldach (19 Prozent). „Die Gründe für eine Entscheidung pro Steildach sind vielfältig. Sie reichen von der Ästhetik über die einfache Möglichkeit zur nachträglichen Wohnraumbeschaffung bis hin zu geringeren Anschaffungskosten und der besonderen Langlebigkeit des Daches. Dass sich diese Entscheidung auch langfristig rechnet, bestätigen die hohen Zufriedenheitswerte der Steildachbesitzer“, so Steingress. 

Energiebewusst: Eigene Stromerzeugung auf dem Dach 

Mehr als ein Drittel der Häuslbauer (37 Prozent) gibt an, dass der Bedarf an mehr Wohnraum das entscheidende Argument für den Hausbau ist. Auch das Dachgeschoß spielt in diesen Überlegungen eine immer wichtigere Rolle: 33 (37 Prozent) der Befragten planen, den Dachraum auch als tatsächlichen Wohnraum zu nützen, 26 (37 Prozent) sehen hier die Möglichkeit eines Lagerraumes an erster Stelle. Im Zusammenhang mit der Dachraumnutzung ist auch das Thema Energiegewinnung bei den Häuslbauern angekommen: Bereits 20 (37 Prozent) wollen zukünftig über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach eigenen Strom erzeugen. „Das Thema ‚Energiegewinnung übers Dach‘ ist bei den Häuslbauern angekommen. Häuser mit geneigten Dächern eignen sich dazu besonders gut. In die Dachfläche integrierte Photovoltaik- oder Solarpaneele fügen sich ganz harmonisch und ohne großen Aufwand in das Erscheinungsbild des Hauses ein“, so Alfred Steingress. 

Baufirma als wichtigste Informations- und Beratungsquelle

Für Häuslbauer ist die wichtigste Informations- und Beratungsquelle zur Wahl ihrer Dachform die beauftragte Baufirma (38 Prozent). Architekten bzw. Planerbüros teilen sich den zweiten Platz mit der Beratung durch Familie, Freunde und Bekannte (jeweils 34 Prozent). Häuslbauer werden aber auch gern selbst aktiv, und so informiert sich ein Viertel der Befragten auch ausführlich über Internet und Fachzeitschriften.

Werbung
Werbung