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Steuertipps zum Jahreswechsel

14.11.2014

Jetzt ist noch genügend Zeit! Steuertipps für Unternehmer.

Nutzung des Zufluss/Abfluss-Prinzips: Einnahmen/Ausgaben-Rechner können durch Verlagerung des Zuflusses von Einnahmen ins nächste Jahr und das Vorauszahlen von Ausgaben ihr Ergebnis beeinflussen. 

Bewertung der halb fertigen Arbeiten und Leistungen / Lagerbewertung: Ein Tipp für Bilanzierer: Halbfabrikate und Teilleistungen sind nur mit den Herstellkosten zu bewerten. Daher kommt es erst im nächsten Jahr zu einer Gewinnverwirklichung. Auch bei der Lagerbewertung besteht ein gewisser Spielraum, der ergebniswirksam ist.

Investitionen: Eine Abschreibung kann erst bei Inbetriebnahme vorgenommen werden. Bedenken Sie auch, dass bei Anschaffungen oder Inbetriebnahme in der zweiten Jahreshälfte nur eine Halbjahresabschreibung angesetzt werden kann. Wohl aber können Investitionen zur Gänze für den Gewinnfreibetrag verwendet werden. 
Der Pkw ist steuerlich immer eine Ausnahme. Die Abschreibungsdauer ist gesetzlich mit acht Jahren festgelegt, und auch für den Gewinnfreibetrag kann der Traum auf vier Rädern nicht herangezogen werden. Die Anschaffung eines Pkws in der zweiten Jahreshälfte bringt bloß 6,25 Prozent Abschreibung von den Anschaffungskosten. Anschaffungen bis 400 Euro (netto) sind sofort abzugsfähig.

Gewinnfreibetrag: Auch 2014 werden Unternehmer mit einem Grundfreibetrag verwöhnt. 13 Prozent von maximal 30.000 Euro Gewinn, im Idealfall also 3.900 Euro, werden vom Gewinn abgezogen, ohne zu investieren oder Wertpapiere kaufen zu müssen. Diesen Gewinnfreibetrag beachtet Ihr Steuerberater für Sie automatisch. 
Darüber hinaus gibt es den sogenannten investitionsbezogenen Gewinnfreibetrag von 13 Prozent des Gewinns, wenn er durch Investitionen (Achtung: kein Pkw, keine gebrauchten Güter) oder durch Wertpapierkäufe (Achtung: ab 2014 nur Wohnbauanleihen möglich!) gedeckt ist. Seit 2013 ist der Gewinnfreibetrag außerdem für Gewinne über 175.000 Euro eingeschränkt. 

Bildungsfreibetrag bzw. Bildungsprämie: Falls Sie in die Aus- und Fortbildung Ihrer Mitarbeiter investieren, gibt es hier einen 20-prozentigen Bildungsfreibetrag oder eine sechsprozentige Bildungsprämie. Wir beachten das automatisch in Ihrer Steuererklärung.

Forschungsprämie: Die Forschungsförderung ist seit 2012 neu geregelt, Ihr Steuerberater erklärt Ihnen, was hier für Sie zutrifft.

Spenden aus dem Betriebsvermögen: Bis zu 10 Prozent des Vorjahresgewinns kann an begünstigte Spendenempfänger fließen und als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Verluste von Einnahmen/Ausgaben-Rechnern sind nur drei Jahre vortragsfähig (ausgleichsfähig), hier könnte man durch Steuerung von Einnahmen optimieren.

STEUERTIPPS IM BEREICH der ­LOHNVERRECHNUNG

Kinderbetreuungszuschuss: Unter bestimmten Voraussetzungen ist ein Kinderbetreuungszuschuss von bis zu 1.000 Euro pro Jahr für Kinder bis zum zehnten Lebensjahr lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei.

Zuwendung für die Zukunftssicherung: Es besteht die Möglichkeit, bis zu 300 Euro pro Jahr und Dienstnehmer steuerfrei in Lebens-, Kranken- oder Unfallversicherungen zu zahlen.
Pensionskassenbeiträge: Bis zu 10 Prozent der Brutto-Lohn- oder -Gehaltssumme können für Mitarbeiter in eine Pensionskasse einbezahlt werden. Diese Beiträge sind Betriebsausgabe, ohne dass der Dienstnehmer Lohnsteuer davon zahlt oder weitere Lohnnebenkosten anfallen.

Sachgeschenke und Betriebsveranstaltungen: Dafür sind Beträge von 186 bzw. 365 Euro vorgesehen, ohne dass Lohnsteuer oder Sozialversicherung anfällt.

STEUERTIPPS FÜR DIE ­ARBEITNEHMERVERANLAGUNG

Werbungskosten, die 2014 abgesetzt werden sollen, müssen auch 2014 bezahlt worden sein.
Verjährung, Die Arbeitnehmerveranlagung 2009 ist nur noch bis 31. 12. 2014 möglich.

SONSTIGE TIPPS

Sonderausgaben: Zahlungen für Lebens-, Kranken-, Unfallversicherungen sowie Wohnraumschaffung und -sanierung können bis zu einem Betrag von maximal 2.920 Euro abgesetzt werden, wobei davon 25 Prozent, also 730 Euro, Ihre Steuerbemessungsgrundlage kürzen. Steuerpflichtige mit einem Einkommen von über 60.000 Euro gehen allerdings leer aus.

Außergewöhnliche Belastung: Der häufigste Fall sind Krankheitskosten, die man von der Krankenkasse nicht ersetzt bekommt, also z. B. Zahnarztkosten. Da der Selbstbehalt auf das Kalenderjahr bezogen ist, sollte man so viel wie möglich in einem Jahr zusammenkommen lassen.

Kinderbetreuungskosten: Bis zu 2.300 Euro pro Kind unter zehn Jahren sind abzugsfähig.

Spenden: Auch im Privatbereich können Spenden steuerlich abgesetzt werden. Die Grenze von 10 Prozent des Vorjahreseinkommens ist relativ großzügig, der Kreis der begünstigten Spendenempfänger wurde in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet – fragen Sie Ihren Steuerberater bzw. nutzen Sie die Informationen auf der Homepage des BMF www.bmf.gv.at.

Bausparen/staatlich geförderte Zukunftsvorsorge: Späteste Einzahlung 31. 12. 2014!

Rückerstattung von Sozialversicherungsbeiträgen: Bei Mehrfachversicherung – Antrag für 2011 muss bis 31. 12. 2014 gestellt werden!

Versicherungsmeldung für Neue Selbständige: Neue Selbständige, die 2014 bisher mangels Beitragspflicht noch keine Versicherungsbeiträge bezahlt haben, sollten sich überlegen, ob sie die Versicherungsgrenze 2014 übersteigen werden – wenn ja, ist eine Meldung bis 31. 12. 2014 sinnvoll, da damit 9,3 Prozent Beitragszuschlag vermieden werden. Aber Achtung: Die Beitragspflicht besteht nach Meldung auch dann, wenn die Versicherungsgrenze doch nicht überschritten wird.

Spekulationsverluste/-gewinne realisieren bzw. ausgleichen: Spekulationsverluste konnten schon bisher nur mit Spekulationsgewinnen ausgeglichen werden; aufgrund der neuen Besteuerungsregeln betreffend Kapitalanlagen und Grundstücksveräußerungen sollte man darauf achten, dass man realisierte Verluste durch (lediglich vorgezogene, weil ohnehin geplante) Veräußerungen auch steuerlich wirksam macht bzw. ob man bereits realisierte Gewinne u. U. mit entsprechenden Verlusten sinnvoll eliminieren kann. Bitte wenden Sie sich an Ihren Steuerberater, dazu ist eine detaillierte Beratung notwendig.

Verkauf von Wertpapieren, die für den Gewinnfreibetrag angeschafft wurden: Wertpapiere, die Sie zur Geltendmachung des Gewinnfreibetrages vor vier Jahren angeschafft haben, können veräußert werden (Achtung auf das Datum: taggenaue Berechnung!).

Autor/in:
Rat + Tat Steuerberater
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