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Im Salzburger Stadtteil Liefering wurde nach den Entwürfen von Karl und Bremhorst Architekten, Wien, das neue Sportzentrum Nord errichtet. Glas und Betonplatten prägen die Fassade.

Stimmige Verbindung

09.01.2018

Ob Fußball, Basketball oder Klettern – das neue Sportzentrum Nord im Salzburger Stadtteil Liefering bietet seinen Nutzern zahlreiche Trainingsmöglichkeiten. Aufgrund des abgesenkten Hallenbodens fügt sich das Gebäude trotz der lichten Turnhallenhöhe von neun Metern dezent in das Landschaftsbild ein. Der Eleganz der Gebäudehülle passen sich die Attikaabdeckungen an.

Attikaabdeckungen der Firma Richard Brink schützen den Übergang zwischen Dach und Wand vor eindringender Feuchtigkeit.

Für mehrere Vereine ist der Sportkomplex Salzachsee/Theodostraße Trainingsgelände und Heimspielort. Drei Rasenspielfelder, eine Stocksportanlage und das größte Leichtathletikgelände der Stadt Salzburg befinden sich dort. Nach mehr als drei Jahrzehnten hatte die regelmäßige Nutzung den Umkleide- und Lagerräumen zugesetzt. Eine Renovierung wäre jedoch weder wirtschaftlich gewesen, noch hätte sie den aktuellen Anforderungen der Sportler entsprochen. Zudem war abzusehen, dass die Sporthalle Riedenburg zukünftig nicht mehr zur Verfügung steht. Die Stadt entschied sich dafür, als Ersatz eine neue Dreifachturnhalle auf dem Gebiet der Anlage Salzachsee/Theodostraße bauen zu lassen. In diese sollten auch die für die Außenplätze notwendigen Räume wie die Umkleiden integriert werden.

Elegante Fassade 

Ein zeitgemäßes und für alle Generationen ansprechendes Gebäude wurde an der Josef-Brandstätter-Straße in Liefering geplant. Den ausgeschriebenen Architektenwettbewerb der Stadt Salzburg Immobilien GmbH (SIG) gewannen Karl und Bremhorst Architekten. Nach einer Bauzeit von 18 Monaten ist das multifunktionelle Sportzentrum Nord entstanden. Als Schutzmaßnahme gegen Hochwasser wurde es auf einem leicht erhöhten Niveau gegenüber der vorhandenen Anlage errichtet. Da der Hallenboden abgesenkt ist, fügt sich der Bau trotz seiner Höhe harmonisch in den umgebenden Bestand ein. Naturnahe Materialien und Farben prägen die Gestaltung der Innenräume. Im Außenbereich sorgt die Kombination von Betonplatten und Glas für ein geradliniges und elegantes Erscheinungsbild. 

Stabile Kantprofile 

Auch die Attikaabdeckungen gehen mit den anderen Fassadenelementen eine stimmige Verbindung ein. Die Aluminium-Kantprofile der Richard Brink GmbH & Co. KG säumen alle Dachabschnitte des Gebäudes: vom Vordach des Eingangsbereichs über den Balkon bis zu den Dächern zweier versetzt angeordneter Geschoße. Mit ihrer Pulvereinbrennbeschichtung im Farbton Lichtgrau schaffen sie jeweils einen einheitlichen Übergang zwischen Dachabschluss und Wand. Die Abwicklung der Abdeckungen passt der Hersteller je nach gewünschten Maßen an. Am Sportzentrum kamen die Kantprofile mit Abwicklungen von 720 bis 920 Millimeter zum Einsatz. Damit trotz dieser Breiten eine hohe Stabilität gegeben ist, wählten die Mitarbeiter der ausführenden IAT GmbH eine Materialstärke von zwei Millimetern. Diese Materialstärke verhindert das Verformen der Attikaabdeckung durch frostige und warme Witterungseinflüsse. 

„Die Kantprofile sind sauber verarbeitet und wurden schnell geliefert. Aufgrund der einfachen Befestigung konnten wir Zeit bei der Montage sparen“, sagt Manfred Schartner, Bauleiter bei der IAT GmbH. Zugunsten einer zusätzlichen Abdichtung fiel die Entscheidung auf die Befestigungsvariante mit Riffelprofilen und Gummilippenhaltern. Dabei müssen die Bleche lediglich mittels Klippmechanismus auf den Haltern fixiert werden. Die Profilierung der Halter leitet das an den Stoßkanten eindringende Wasser ab. 

Höchster Energiestandard 

Das Sportzentrum Nord gilt als Leuchtturmprojekt der Stadt Salzburg. Als erste Sportstätte Österreichs hat das Plusenergiehaus den klimaaktiv-Gold-Standard erreicht. Diese höchste Auszeichnung für energieeffiziente Gebäude belegt die umweltschonende Bauweise des Zentrums. Seine Tribünen bieten Platz für 315 Zuschauer. Die drei Sektoren mit einer Spielfläche von 45 mal 30 Meter können voneinander getrennt werden. Eine Kletterwand und ein Boulderbereich ergänzen die Felder für Ballsportarten. Das barrierefreie Gebäude ist für Behindertensport geeignet. Die Nebenräume befinden sich im Erd- und Untergeschoß. Dort sind das Foyer, ein Gastronomiebereich, ein zusätzlicher Bewegungsraum, Garde­roben, Duschen, ein Schiedsrichterzimmer sowie Geräteräume untergebracht. Somit ergänzt die Halle in Liefering mit einem umfangreichen Angebot die Salzburger Sportlandschaft.

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