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Sommer, Sonne, Terrasse! Nutzbare Außenberiche steigern sowohl das Wohn­gefühl als auch den Wert einer Immobilie.

Systemaufbauten für Terrassendächer

29.09.2015

Sommerzeit ist Terrassenzeit. Die Nutzung von Flachdachflächen als Terrassen wird immer beliebter – die Außenbereiche werden bei Lebensqualität und Immobilienwert zum i-Tüpfelchen. Dennoch werden sie vor allem bei der Sanierung häufig zu wenig beachtet. Immer wieder kommt es zu Schäden durch Wasser, durch mangelnde Wärmedämmung geht viel Energie verloren. 

Beispielhafter System­aufbau einer Terrasse.

Die richtige Dämmung des Hauses gewinnt zunehmend an Bedeutung und hat nach den Vorschriften der OIB-Richtlinie 6 „Energieeinsparung und Wärmeschutz“ zu erfolgen. Zu einem optimalen Wärmeschutz gehört auch die Dämmung von Terrassenflächen über beheizten Räumen. Sie schützt die darunterliegenden Räume sicher vor Energieverlust. Wie lassen sich eine dauerhaft sichere Abdichtung und eine hohe Dämmleistung auch bei niedrigen Anschlusshöhen am besten umsetzen?

Flachdach mit hohem Anspruch

Terrassendächer müssen präzis geplant und vom Dachdecker fachgerecht ausgeführt werden. Hier wird besonders sorgfältig gearbeitet, da die Schwierigkeiten bekannt sind, der Handwerker sich der Bedeutung gutausgeführter Anschlüsse und der sorgfältigen Verarbeitung von Details bewusst ist. Zusammen mit hochwertigen Abdichtungssystemen führt dies zu sicheren Dächern. Doch Terrassen bedürfen ganz besonderer Aufmerksamkeit, denn die Anforderungen sind durch ihre meist exponierte Lage besonders groß. Sie sind Regen, Hagel und starken Temperaturschwankungen extrem ausgesetzt. Als genutzter Dachbereich wird bei Terrassen auch großer Wert auf die Optik bei der Verarbeitung von Details und im Bereich der Anschlüsse gelegt. Um mögliche Fehler zu vermeiden, bieten Hersteller neben Fachberatung und Planung individuelle Systeme zum Dichten und Dämmen von Terrassen an. 

Der Terrassenaufbau

Genutzte Dächer müssen gemäß ÖNorm B 3691 abgedichtet werden, die einzelnen Schichten variieren je nach Anforderung. Prinzipiell sieht der Aufbau auf der Rohbaukonstruktion so aus: Dampfsperre, Wärme- und Schalldämmung, Abdichtung.
Dränageschicht, Terrassenbelag: Auf Terrassen passiert sehr viel auf relativ wenig Platz: Anschlüsse, Details, Übergänge zum Wohnraum, Barrierefreiheit, Aufbauhöhen und U-Werte sind zu beachten. Darauf muss der Aufbau genau abgestimmt sein. 
Auf einem gut haftenden Bitumenvoranstrich verhindert eine hochwertige Dampfsperrbahn, wie beispielsweise „BauderFex DNA“, die Durchfeuchtung des Aufbaus durch Diffusion von unten.

Wärmedämmung

Die Wärmedämmung ist ein wichtiger Bestandteil des Aufbaus. Da Terrassen statisch belastet werden, ist es wichtig, dass der Dämmstoff druck- und trittfest ist und keinen Schwund aufweist. Vor allem aber kommt es darauf an, mit möglichst geringer Dicke eine bestmögliche Dämmleistung zu erreichen. Polyurethanhartschaum PUR/PIR kann das am besten.
Das zeigt sich deutlich in einem Dämmstoffvergleich bei konstantem U-Wert, er setzt dabei den Maßstab. Je höher die Anforderungen an den gewünschten U-Wert werden, umso leistungsfähiger muss der eingesetzte Dämmstoff sein. Je niedriger seine Wärmeleitfähigkeit, desto besser ist seine Dämmleistung. Der Hochleistungsdämmstoff Polyurethanhartschaum PUR/PIR mit einer Wärmeleitfähigkeit von λ= 0,022 W/(m•K) hat den besten Dämmwert im Vergleich zu allen gebräuchlichen Wärmedämmstoffen, das heißt höchste Dämmleistung bei geringster Dämmstoffdicke. Um den wirtschaftlichen U-Wert von 0,14 W/m2K zu erzielen, reichen z. B. 160 Millimeter „BauderPIR“, hingegen würden 250 Millimeter EPS mit λ = 0,035 W/(m•K) benötigt. Große Dicken erschweren die Verarbeitung erheblich und machen viele Sanierungen unmöglich. 

Wie sieht die ideale dämmung von Terrassen aus?

Polyurethanhartschaum ist also prinzipiell ideal für diesen Zweck: Die formstabilen, druckfesten, langlebigen, wasserabweisenden und unverrottbaren, schimmel- und fäulnisfesten, gegen tierische und pflanzliche Schädlinge resistenten Wärmedämmplatten sind leicht und schlank bei gleichzeitig höchster Dämmleistung. Das ist nicht nur ideal für die Verarbeitung und speziell bei der Ausführung von Details, sondern wird beim stärker werdenden Trend zu barrierefreien Übergängen immer wichtiger. Dabei haben sich die Dämmplatten jahrzehntelang in der Praxis bewährt. 

Verschiedene Dämmsysteme für unterschiedliche Anforderungen

Terrassendämmplatten aus PIR besitzen alle genannten guten Eigenschaften und dabei eine erhöhte Druckfestigkeit von ≥120 kPa (≥0,12 N/mm2). Die schlanken Platten wie zum Beispiel „BauderPIR FA TE“ sind mit einer beidseitigen Deckschicht aus Aluminium ausgerüstet und in Dicken von 20 bis 160 Millimeter zu haben. Im handlichen Format von 1.200 x 600 Millimeter lassen sie sich einfach mit Messer oder Säge verarbeiten. Ein aufgedrucktes Raster dient dabei als Schnitthilfe. Mit keilförmig zugeschnittenen Gefälledämmplatten wird der Niederschlag schnell aus der Fläche abgeführt. Verlegepläne für die exakte Zuordnung der Gefällepunkte geben Bauherren und Verarbeitern die Sicherheit der fachgerechten Verlegung.
Terrassendämmplatten mit Vakuumisolierkern wie „Bauder VIP“ sind dann gefragt, wenn hohe Dämmleistung, aber bauseits nur eine besonders geringe Aufbauhöhe möglich ist. Damit die Wärmedämmung trotzdem nicht zu kurz kommt, gibt es extradünne Dämmelemente mit einzigartiger Dämmleistung. Mit ihrem sehr flachen Vakuum­isolierkern mit der sehr niedrigen Wärmeleitfähigkeit λ = 0,007 W/(m•K) können jetzt Anschlusshöhen eingehalten werden, die sonst mit Dämmstoffen nicht möglich sind. Diese Terrassenplatten haben große dämmtechnische Vorteile, der Vakuumkern darf unter keinen Umständen beschädigt werden. Trotzdem ist diese Dämmung einfach zu verlegen. 

Höchste Präzision für beste Ergebnisse

Ganz unabhängig vom System müssen die Dämmplatten vom Dachdecker sehr genau an die Bautoleranzen und Durchdringungen wie Lüfter oder Gullys eingemessen werden. Nur so ist eine möglichst wärmebrückenfreie optimale Dämmleistung möglich. Damit der Vakuumisolierkern nicht beschädigt wird, muss der Untergrund frei von spitzen Gegenständen sein. 

Abdichtung

Für die Abdichtung gilt das Gleiche wie für alle Flachdächer: Zwei Lagen Polymerbitumenbahnen für höchste Sicherheit durch versetzte Verlegung oder eine einlagige Kunststoffabdichtung aus hochwertigen FPO-Bahnen sind hier am besten geeignet. Bei beiden Varianten kommt es auf optimale Qualität und darauf an, dass alle Anschlüsse und Details einwandfrei verarbeitet werden. Für mehr 
Sicherheit in der Verlegung bieten Hersteller wie Bauder IFB-zertifizierte Schulungen für Verarbeiter an.

Drainageschicht

Um Oberflächenwasser zügig zu Entwässerungsabläufen oder Rinnen abzuleiten, werden als Flächendränage Dränelemente wie „Bauder NF 10“ eingesetzt. Die Abdichtung wird dabei mit einer Faserschutzmatte geschützt, auf die die Dränelemente aufgelegt werden. Insbesondere bei niedrigen Türschwellen und im Bereich des barrierefreien Bauens kommt es auf eine dauerhaft rückstaufreie Entwässerung an. Die Terrassenplatten werden in einem Kiesbett verlegt, um Spannungsübertragungen zu vermeiden. Hierfür reichen vier bis fünf Zentimeter mit einer Körnung von 8/16. Bei größeren Terrassenflächen lassen sich mithilfe von Dränspeicherplatten begehbare mit begrünten Flächen unkompliziert kombinieren – sicherlich die beste Lösung, halten Grünflächen doch auf natürliche Weise Wasser zurück und verbessern so nachhaltig das Mikroklima. Auch hier bestimmt der individuelle Wunsch den sicheren Systemaufbau.

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