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Tondach Gleinstätten Wienerberger stockt Anteile auf

25.08.2014

Wienerberger gab am 1. Juli die Übernahme der Tondach-Gleinstätten-Gruppe bekannt und hält nun 82 Prozent der Anteile.

Wienerberger baut damit nicht nur seine Präsenz in Osteuropa weiter aus, sondern verstärkt mit diesem Schritt auch die Positionen bei Tondachziegeln in den europäischen Kernmärkten. Dr. Heimo Scheuch, Vorstandsvorsitzender der Wienerberger AG, zeigt sich erfreut: „Tondachziegel sind bei Steildächern sowohl im Neubau als auch in der Renovierung das bevorzugte Bedachungsmaterial und gewinnen seit Jahren kontinuierlich Marktanteile. Zusätzlich gibt es in Zentralosteuropa, insbesondere nach den schwachen Krisenjahren, einen großen Aufholbedarf im Neubau und in der Renovierung. Insbesondere in der Renovierung sehen wir derzeit einen Trend zu Tondachziegeln.“ 

Bereits im Jahr 2010, als Wienerberger seinen Anteil an Tondach Gleinstätten von 25 auf 50 Prozent aufgestockt und sich gleichzeitig vom Betondachsteingeschäft getrennt hat, wurde ein klarer strategischer Schritt zum Tondachziegel gesetzt. „Diese Übernahme ist nun die logische Konsequenz und ein weiterer Meilenstein zum Komplettanbieter für anwendungsorientierte Baustofflösungen. Dies komplettiert nicht nur unser Angebot im Bereich Dach in Osteuropa, sondern ist ein weiterer wertschaffender Entwicklungsschritt für Wienerberger, der uns sehr interessante Wachstumsperspek­tiven eröffnet“, so Scheuch.

Neuordnung der Kapitalstruktur. Vor der Transaktion befand sich Tondach Gleinstätten zu 50 Prozent im Besitz von Wienerberger und zu 50 Prozent im Besitz von zwei privaten Familienstiftungen. Zeitgleich mit der Übernahme der Anteile von den Familien wurde auch mit den finanzierenden Banken der Tondach-Gruppe über die Neuordnung der Kapitalstruktur sowie über eine langfristige Finanzierung für Tondach verhandelt. 

Im Rahmen dieser Verhandlungen haben die Banken 26 Millionen Euro der ausstehenden Schulden von Tondach in eine Beteiligung an Tondach umgewandelt. Daraus ergibt sich die neue Eigentümerstruktur, wonach Wienerberger nun 82 Prozent und die Banken zusammen 18 Prozent der Anteile an Tondach Gleinstätten halten. Heimo Scheuch zeigt sich über dieses Ergebnis sehr zufrieden: „Ich bedanke mich bei den Vertretern der beiden Familien und vor allem bei der Familie Olbrich für die hervorragende und konstruktive Zusammenarbeit und spreche meine höchste Anerkennung für die geleistete Aufbauarbeit aus. Auch den Banken gilt mein Dank, die sich in der Verhandlung um die Neuordnung der Kapitalstruktur einmal mehr als verlässliche und langfristig orientierte Partner erwiesen haben.“

Moderne industrielle Basis.  In den Jahren vor der Krise hat Tondach Gleinstätten in ein modernes, effizientes Werksnetz investiert und somit eine sehr starke industrielle Basis in Osteuropa geschaffen. Aufgrund des deutlichen Rückgangs der Bautätigkeit in dieser Region hat Tondach Gleinstätten in den Jahren 2012 und 2013 ein umfassendes Restrukturierungsprogramm umgesetzt und die Unternehmensstrukturen an die Marktgegebenheiten angepasst. Die Maßnahmen betrafen vorwiegend die Reduktion der Produktionskapazität, die Optimierung der Verwaltungsstrukturen sowie ein striktes Working-Capital-Management. Heimo Scheuch ergänzt dazu: „Durch die zielgerichtete und rasche Umsetzung der Optimierungsmaßnahmen sowie das moderne und effiziente Werksnetz hat die Tondach-Gruppe eine hervorragende industrielle Basis, um ihre Marktpositionen für zukünftiges Wachstum zu nützen. Der Turn­around ist geschafft, und ich erwarte mir für 2014 ein deutliches Wachstum bei Tondach.“ 


„Es ist ein strategischer Meilenstein in der Firmengeschichte“ 

Mag. Martin Olbrich, Vorstand der Tondach Gleinstätten AG, im Interview mit Birgit Tegtbauer über den weiteren Ausbau der Beteiligung durch Wienerberger.

Nach den Medienberichten über den Kauf der weiteren Anteile an Tondach durch Wienerberger ging ein Raunen durch die Dachbranche. Wie stehen Sie als Vorstand der Tondach Gleinstätten AG zu diesem Schritt?
Mag. Martin Olbrich: Wir freuen uns sehr, dass unser längjähriger Partner, die Wienerberger AG, die Anteile übernommen hat. Es ist für die gesamte Tondach-Gruppe ein wichtiger und weiterer strategischer Meilenstein in der Firmengeschichte. Durch die Fortführung und Weiterentwicklung unserer bisherigen guten Zusammenarbeit und die Nutzung weiterer Synergien werden wir unsere starke Marktposition in allen Märkten weiter ausbauen und weiteres Wachstum für Tondach schaffen können. Das ist ein äußerst erfreulicher Schritt, den wir sehr begrüßen.
 
Bleibt Tondach als eigenständige Marke weiterhin bestehen, oder kauft man nun Wienerberger- statt Tondach-Dachziegel? 
Die Marke Tondach ist bekannt im Dachsegment und bleibt nicht nur aufgrund der Stärke selbstverständlich bestehen, sondern wird sich noch weiterentwickeln. Die Marke „Tondach. Das Jahrhundertdach“ steht weiterhin für natürlich schöne und wertbeständige Dachlösungen aus Ton.
 
Wie setzt sich das Management von Tondach jetzt zusammen? 
Wie bereits im März publiziert, wurden Marcus Pechlaner und ich per 1. März 2014 als neue Vorstände der Tondach Gleinstätten AG bestellt. Daran hat sich durch diese Anteilsverschiebung nichts geändert. Wir sind für die Führung des Tondach-Konzerns verantwortlich und haben auch nach wie vor das bewährte Konzernmanagementteam und die bestehenden Ländergeschäfts­führerinnen und Ländergeschäftsführer an unserer Seite.
 
Wird sich an den Standorten in Österreich etwas ändern?
Die Standortfrage stellt sich aktuell nicht, da wir in allen Ländern gut präsent sind. Der Standort Gleinstätten, wo auch das Headquarter ist, bleibt neben unserem Standort Pinkafeld in Österreich bestehen.
 
Sind Personaleinsparungen geplant?
Die vor einem Jahr eingeleiteten Restruktierungsmaßnahmen haben bereits Wirkung gezeigt, sodass aktuell neben pensionsbedingten Personalabgängen kein Personalabbau geplant ist.
 
Gibt es bei Tondach neue Ansprechpartner, gerade im Außendienst und für Kundenanfragen?
Die bestehende Organisationsstruktur in Österreich hat sich bestens bewährt. Es bedarf daher ­keiner Änderung. Unsere Kollegen im Außendienst sind erfahren, bestens ausgebildet und stehen unseren Verarbeitern mit ihrer Fachkompetenz gern zur Verfügung.
 
Was ändert sich für den Dachhandwerker als Kunden von Tondach generell? 
Für Tondach-Kunden bleiben alle bisherigen Geschäftsgebarungen und die bekannten Ansprechpartner unverändert. Auch die bestehenden Vertriebs- und Servicebereiche bleiben aufrecht und stehen unseren Vertriebspartnern wie bisher in gewohnter Weise und Qualität zur Verfügung. Durch diese starke Partnerschaft mit Wienerberger werden sich für unsere Kunden zukünftig Synergien durch ein erweitertes Produktportfolio und noch besseres Kundenservice ergeben. 


Über Tondach Gleinstätten 

Tondach Gleinstätten mit Hauptsitz in Gleinstätten ist mit 15 Produktionsstandorten in acht Ländern der führende Anbieter von qualitativ hochwertigen und innovativen Tondachziegeln in Zentralosteuropa. Mit 1.830 Mitarbeitern erwirtschaftete das Unternehmen 2013 einen Umsatz von 153,6 Millionen Euro (Vorjahr: 166,7 Millionen Euro) und ein operatives Ebitda von 19,5 Millionen Euro (Vorjahr: 22,7 Millionen Euro). Die Tondach-Gleinstätten-Gruppe hat sich als Komplettanbieter im Dachbereich positioniert. 
Zu den wichtigsten Absatzmärkten von Tondach Gleinstätten zählen Österreich, Tschechien, Serbien, Ungarn und Kroatien, in denen das Unternehmen führende Marktpositionen bei Tondachziegeln hält. 

Autor/in:
Birgit Tegtbauer
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