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Trends am Dachfenstermarkt

30.08.2011

Moderne Dachfenster werden immer größer, funktioneller und energiesparender. Der Dachfenstermarkt ist im stetigen Wachstum begriffen. Was wünschen die Kunden, was lässt sich erfüllen, wohin geht der Trend? Diese Fragen beantworteten uns zwei, die es wissen müssen: Markus Gruber, Vertriebsleiter, und Wolfgang Öckmayer, Leitung Innendienst und Marketing, von. Roto Österreich

Gerade in den vergangenen Jahren hat sich am Sektor Dachfenster enorm viel getan. Was waren die wichtigsten Entwicklungen bzw. Meilensteine?

Wolfgang Öckmayer:

Hat man vor Jahren noch auf Standardgrößen gesetzt, sind heutzutage dem Größenwunsch des Kunden – und damit dem großzügigen Lichteinfall – nahezu keine Grenzen gesetzt. Am Markt gibt es mittlerweile Belichtungselemente, die Öffnungen bis zu 2,6 x 1,7 Meter zulassen. Das Geniale an diesen Lösungen ist der freie Zugang und Ausblick, weil die öffenbaren Elemente elektronisch gesteuert zur Seite gleiten und in einem Stapelkasten übereinandergestapelt verwahrt werden. Regensensor und Windwächter garantieren, dass bei aufziehenden Gewittern und Schlechtwetter der Fußboden darunter trocken bleibt.

Markus Gruber:

Heute ist das Dachfenster Teil des Lifestyles. Großartige Mansardenwohnungen und lichtdurchflutete Apartments in der Dachschräge verlangen innovatives Design auch bei den Dachelementen. Multifunktionale Beschlagstechnik mit einfacher Bedienbarkeit über einen untenliegenden Griff gehören hier ebenso dazu wie elektronische Lösungen bei höher eingebauten Fenstern, um die Öffnung per Motorantrieb sicherzustellen. Selbstverständlich gibt es auch eine große Auswahl an Beschattungsvarianten – seien es die beliebten Innenrollos, Faltstores und Jalousetten oder auch die außenliegenden Rollläden, die im Sommer eine effiziente Hitzeabwehr und im Winter schneefreie Fenster ermöglichen.

 

Wohin geht der Trend in puncto Rahmenmaterialien/Verglasung?

Öckmayer:

Waren es vor Jahren noch Holz-Fenster, die das Bild in österreichischen Dachwohnungen beherrschten, geht der Trend seit einigen Jahren eindeutig zu Kunststoffprofilen. Nicht nur, dass Kunststofffenster wesentlich pflegeleichter sind, sie bieten auch viele Vorteile in Bereichen, wo hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Man denke hier nur an Kochbereiche oder Sanitärräumlichkeiten. Kunststoff, welcher in modernen Dachfenstern verarbeitet wird, ist recyclebar und wird somit auch umweltschonend hergestellt.

Gruber:

 

Hinsichtlich Verglasung fällt die Kaufentscheidung mehrheitlich auf Niedrigenergiedachfenster. Nicht nur, dass oftmals Förderrichtlinien daran geknüpft sind, bieten moderne Niedrigenergieverglasungen ein wesentliches Einsparpotenzial. Mit diesen Dachfenstern werden heute Uw-Werte erreicht, die deutlich unter der noch vor Jahren gängigen Wertschwelle von Uw 1,0 W/m²K liegen.

 

Wie sieht die Aufteilung Neubau/Sanierung am Dachfenstermarkt aus?

Gruber:

Die Sanierung ist weiter am Vormarsch, und viele Holzdachfenster, die in den 1980er- und 1990er-Jahren verbaut wurden, sind am Ende ihrer Leistungsfähigkeit angelangt. Dauerkondensat und Witterung tun das ihre, damit ein in die Jahre gekommenes Dachfenster förmlich nach Erneuerung schreit. Energietechnische Überlegungen machen einen Austausch natürlich auch sinnvoll. Bis zu 70 Euro können so pro Dachfenster im Jahr an Energiekosten gespart werden! Das Potenzial klingt schier unglaublich – wir rechnen mit mindestens einer Million an auszutauschenden Fenstern in den nächsten Jahren.

 

Gibt es im Bereich Dachfenster nennenswerte Förderungen, über die der Dachhandwerker Bescheid wissen sollte?

Öckmayer:

 

Ja. Die Sanierungsoffensive des Bundes im privaten Wohnbau wurde bis Ende des Jahres verlängert! Es werden thermische Sanierungen bestehender Wohngebäude gefördert – dazu zählt auch der Austausch von Dachfenstern. Und dabei kann man bis zu 5.000 Euro an Fördergeldern lukrieren. Gefördert wird per einmaligem Zuschuss von maximal 20 Prozent der förderungswürdigen Investitionskosten inklusive Mehrwertsteuer.
 

Nähere Informationen dazu findet man übrigens unter www.sanierungsscheck2011.at

 

Apropos Energieeinsparung: Solarsysteme auf dem Dach leisten hier einen wichtigen Beitrag. Wie sehen Sie die Entwicklung Solarthermie versus Photovoltaik?

Öckmayer:

 

Das sind zwei unterschiedliche Energiesysteme. Nutzen wir thermische Kollektoren, ist damit die Warmwasseraufbereitung und/oder Heizungsunterstützung gemeint. Mit Photovoltaikmodulen erzeugen wir Strom. Beides jedoch spart Energie und entspringt einer Energiequelle, die keine Rechnung bringt – unsere Sonne.

Beide Systeme haben ihre Berechtigung und werden in Österreich bundesländerabhängig verschieden gefördert. In vielen Bundesländern ist es bereits ein Muss, die Warmwasseraufbereitung per Solarkollektoren beim Neubau am Dach zu integrieren, um förderwürdig zu sein. Sehr stark entwickelt sich in den vergangenen zwei bis drei Jahren auch die Photovoltaik – und wenn schon keine überragenden Einspeisetarife zur Verfügung stehen, ist der Eigenverbrauch mitunter die beste Lösung, um Energiekosten zu sparen. Und die Entwicklung von Elektroautos, Akkus für Stromspeicherung usw. schreitet tatsächlich zügig voran.

 

Früher hatten Dachfenster simple Bedienmechanismen. Automatisches Öffnen und Schließen war schon Luxus. Heute sind die Anforderungen im modernen Hausbau enorm gestiegen. Stichwort: BUS-Systeme. Wie hat sich die Technik rund ums Fenster entwickelt, und was wird sich hier in den nächsten Jahren noch tun?

Gruber:

 

Moderne Dachfenster sind heutzutage BUS-fähig. Immer mehr Häuslbauer setzen auf komplexe, aber effiziente Lösungen in der Haustechnik und verlangen so von den elektrischen Dachelementen auch eine Integrationsfähigkeit in BUS-Systeme. Der Vorteil liegt auf der Hand: Automatisches Öffnen und Schließen der Dachfenster, gesteuert durch Zeitschaltsys­teme, Dämmerungssensoren, Hygrometer und CO2-Messsonden, ist heute schon Realität. Somit lassen sich Lüftungsvorgänge voll automatisieren – das Raumklima bleibt angenehm.

Autor/in:
Redaktion Dach Wand
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