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Verarbeitungstipps für die Fassade

25.07.2018

In den vergangenen Jahrzehnten wurde Titanzink immer häufiger auch zur Fassadengestaltung eingesetzt. Verschiedene Oberflächenqualitäten und Produkte bieten dem Gestalter hier vielfältige Möglichkeiten. Für eine dauerhafte und nachhaltige Gebäudehülle sind allerdings einige Grundlagen bei der Ausführung zu beachten.

Für die handwerklichen Techniken wird meist eine Holzschalung als vollflächig unterstützende Unterkon­struktion gewählt.

Walzblankes Titanzink bildet an der Atmosphäre eine schützende Patina. Dieser Prozess, der im Dachbereich nur wenige Monate benötigt, läuft an Fassadenflächen jedoch langwierig und je nach Wetterseite ungleichmäßig ab. Dies kann über einen Zeitraum von mehreren Jahren zu einem unschönen Aussehen führen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, hier von vornherein nur bereits vorbewittertes Material einzusetzen. Dies hat zudem den Vorteil, dass leichte Wellen, die durch Reflexionen auf walzblanken Oberflächen der Dünnbleche sichtbar werden, optisch deutlich zurücktreten. 

Verarbeitungstechniken

Für Fassaden sind anders als bei Bedachungen eine sehr große Vielzahl verschiedener Techniken und Systeme anwendbar. Unterschieden wird dabei zwischen handwerklichen Techniken und Systemprodukten. Zu den handwerklichen Techniken zählen Winkelstehfalzdeckungen, die ebenso horizontal wie vertikal verlegt werden können. Aber auch Rauten in verschiedenen Größen, Formen und Verlegevarianten lassen sich vielfältig einsetzen. 

Winkelstehfalzdeckungen können in individuell unterschiedlichen Breiten und Längen installiert werden. Sie erlauben so eine exakte Abstimmung auf die Gebäudeachsen, wobei zu empfehlen ist, ein maximales Achsmaß von 430 Millimeter nicht zu überschreiten. Die Materialdicke von Stehfalzdeckungen oder Rautensystemen sollte an Fassaden mindestens 0,8 Millimeter betragen. Sinnvoll ist es zudem, bei jedem Bauvorhaben zu prüfen, ob anstelle von Bändern nicht besser Bleche verarbeitet werden können. Die mögliche Wellenbildung wird hierdurch weiter reduziert.

Bei der Verarbeitung der Pigmento-Oberflächen von VMZinc etwa ist darauf zu achten, dass ein Mindestbiegeradius eingehalten wird. Bei einer Materialdicke von 0,8 Millimeter beträgt dieser 2,8 Millimeter. Bei einer Dicke von 1,0 Millimeter sollte ein Radius von 3,0 Millimeter nicht unterschritten werden.

In mehreren verschiedenen Standardgrößen können Paneelsysteme, unterschiedliche Wellprofile oder Kassetten, die zu den Systemprodukten zählen, ebenfalls an die Achsen der Fassade angepasst werden. Ein wichtiges Detail in diesem Zusammenhang: Das Material Titanzink kann auch perforiert oder als Streckmetall eingesetzt werden und so Lüftungsauslässe kaschieren oder zur Verschattung beitragen.

Längenausdehnung des Materials

Bei all diesen Anwendungen ist stets auf die thermisch bedingte Längenausdehnung des Materials zu achten. Titanzink dehnt sich bei einer Temperaturänderung von 100 Grad Celsius (von sonnenbeschienener Fassade im Sommer zu kalter Winternacht) um 2,2 Millimeter pro Meter aus. Diese Längenausdehnung hat nicht nur Auswirkungen auf die Befestigung der einzelnen Elemente mit einem Fest- und Schiebebereich. Auch die Wahl der Fugengröße zwischen den einzelnen Elementen sowie anzuschließenden Bauteilen muss an das Ausdehnungsverhalten angepasst sein.

Unterkonstruktion und Hinterlüftung

Je nach Produkt oder Technik kommen vollflächig und nicht vollflächig unterstützende Unterkonstruktionen zum Einsatz. Für die handwerklichen Techniken wird meist eine Holzschalung als vollflächig unterstützende Unterkonstruktion gewählt. Alternativ dazu können auch Holzwerkstoffplatten verwendet werden.

Sollten Auflagen seitens des Brandschutzes bestehen, kann für Winkelstehfalzdeckungen aber auch Metall, z. B. verzinkter Stahl als Trapezblech, genutzt werden. Trapezbleche zählen wie Ständerwerke zu den nicht vollflächig unterstützenden Unterkonstruktionen. Sie kommen vor allem bei Systemprodukten zum Einsatz. Hier ist eine Metallunterkonstruktion aus Aluminium oder verzinktem Stahl zu bevorzugen. Ein Holzständerwerk kann sich durch Feuchtigkeitseinwirkung etwas verziehen, was sich dann wiederum an der Fassade abzeichnen kann. Holzständerwerke sollten deshalb nur bei kleinen Flächen von wenigen Quadratmetern gewählt werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt besteht in der Hinterlüftung der Zinkfassade. Die notwendige Mindesttiefe des Hinterlüftungsraums beträgt im Fassadenbereich nur 20 Millimeter, VMZinc empfiehlt hier allerdings eine Tiefe von 40 Millimeter. Dies ist wenig, aber essenziell, denn dieser Raum schützt einerseits die Unterseite des Metalls vor Feuchtigkeitseinwirkung und ist andererseits wichtig für das Raumklima im Gebäude.

In einigen seltenen Fällen, zum Beispiel aus Gründen der Gebäudegeometrie, ist eine Hinterlüftung der Fassade nicht möglich. Hier ist etwa die Verwendung von VMZ Zinc Plus zu empfehlen. Durch seine 60 µm starke, unterseitige Beschichtung wird dieses Material gegen Feuchteeinwirkung, z. B. durch Kondensation, geschützt.

Oberflächenschutz während der Ausführung

An einer Fassade treffen mehrere Gewerke aufeinander, was den Schutz der Metalloberfläche notwendig macht. Titanzink kann, etwa vor Verschmutzung infolge von Putzarbeiten, mit werkseitig aufgebrachter Folie geschützt werden. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Folie dann einfach abgezogen. Gelegentlich sind auf Titanzinkoberflächen Verarbeitungsspuren sichtbar, u. a. auch Fingerabdrücke. Fingerabdrücke entstehen in Verbindung mit Handschweiß. Daher ist es sinnvoll, bei der Verarbeitung Schutzhandschuhe zu tragen.

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