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Studierende der TU Wien erstellten mit modernster Vermessungstechnik detaillierte Pläne des Schlosses Heiligenkreuz-Gutenbrunn (NÖ).

Vermessung: Moderne Technologien in der Denkmalpflege

13.10.2020

Ein Team der TU Wien erstellte mit Hilfe modernster Vermessungstechnik detaillierte Pläne des Schlosses Heiligenkreuz-Gutenbrunn – ein wichtiger Schritt für den Denkmalschutz.

 

Das Schloss Heiligenkreuz-Gutenbrunn wurde mit Laserscannern vermessen.
Studenten der TU Wien mit Vermessungs-Geräten im Inneren des Schlosses.

Wenn man alte Gebäude bewahren möchte, muss man sie zuallererst ganz genau kennen. Bei einem großen, alten Schloss, das im Lauf der Jahrhunderte immer wieder umgebaut wurde, ist das nicht einfach: Im Rahmen einer Lehrveranstaltung von DI Lukas Stampfer (Forschungsbereich Baugeschichte und Bauforschung, TU Wien) wandte ein Team von Studierenden im Schloss Heiligenkreuz-Gutenbrunn bei Herzogenburg (NÖ) nun modernste technische Methoden an, um einen detaillierten 3D-Plan sämtlicher Innenräume des Gebäudekomplexes zu erstellen.
„Gerade im Bereich der Denkmalpflege ist ein Wissen über moderne Technologien sehr wichtig“, sagt die Forschungskoordinatorin der Fakultät für Architektur und Raumplanung Ulrike Herbig. „Daher freut es mich sehr, dass wir mit der Laserscanner-Firma Riegl zusammenarbeiten konnten, die für unser Projekt im Schloss Heiligenkreuz-Gutenbrunn das aktuellste Gerät zur Verfügung gestellt hat.“

High-Tech für alte Mauern

Das Lasergerät wird in einem Raum platziert und misst die Entfernung und Winkel zu allen Oberflächen, die den Strahl reflektieren. Hunderttausende Punkte können mittlerweile innerhalb einer Minute gemessen werden. Das verwendete Gerät verknüpft automatisch die unterschiedlichen Aufnahmen aus verschiedenen Standpunkten und errechnet daraus ein dreidimensionales Modell. Das ermöglicht eine sehr rasche und kontrollierte geometrische Aufnahme eines Objekts, die danach am Computer noch verbessert wird. Die 3D-Punktwolke bildet die Grundlage für die Erstellung von zweidimensionalen Plänen und weiteren Beschreibungen. „Zusätzlich nimmt man auch Fotos von den Innenräumen auf, die eine Kolorierung des 3D-Modells erlauben“, erklärt Herbig. „So entsteht ein realistisches Gesamtbild, das einen virtuellen Gang durch die Räume des Schlosses ermöglicht.“ Auch andere wichtige Informationen wurden gesammelt – etwa über die verwendeten Materialien, über Schäden, oder über Anzeichen von Umbauarbeiten, die dort in längst vergangenen Zeiten durchgeführt worden sind.
Eine Woche verbrachte das Team des Forschungsbereichs zunächst im Schloss, um die Lehrveranstaltung vorzubereiten. In der zweiten Woche lernten die Studierenden mit unterschiedlichen Methoden der Gebäudedokumentation – von 3D-Laserscanning und Photogrammmetrie bis zur Raumbucherstellung – ein Bestandsgebäude aufzunehmen. Zusätzlich zu den Räumen wurde auch das Dach mit 3D-Laserscannern vermessen – im Rahmen des Forschungsprojekts „Points, Beams, Structures“, das die automatisierte Balkenerkennung in Dachwerksdaten zum Ziel hat.
Nur durch die Verwendung der neuesten Generation an Laserscannern konnte das Objekt in der verfügbaren Zeit komplett aufgenommen werden. Viele wissenschaftliche Aspekte, die für die Denkmalpflege eine wichtige Rolle spielen, konnten den Studierenden so nähergebracht werden.

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