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Vorausschauende Instandhaltung

27.03.2018

Im Rahmen der kontinuierlichen Dachinspektionen am Standort der Kukko-Werkzeugfabrik im deutschen Hilden wurden an drei Dachflächen Schäden festgestellt. Statt diese zu reparieren, entschied sich der Inhaber für die Erneuerung der Dachabdichtung. So mussten im Frühjahr 2017 insgesamt 7.200 Quadratmeter Flachdachfläche bei laufender Produktion erneuert werden.

Für Produktionshallen ist das Flachdach der ideale Gebäudeabschluss. Es bietet große Spannweiten bei gleichzeitiger Stützenfreiheit. Damit kann die Halle für unterschiedlichste Produktionsanlagen und Fertigungslinien genutzt werden. So ideal die großen, stützenfreien Hallenflächen für die Produktion sind, so wichtig ist auch die regelmäßige Kontrolle der Flachdächer. Denn gerade bei produzierenden Unternehmen können Undichtigkeiten im Flachdach zu Schäden an den Anlagen oder Waren oder zum Ausfall der Produktion führen. Deshalb ist die regelmäßige Wartung nicht nur zweckmäßig, sondern sinnvoll.

Ähnlich ist man auch bei der Kukko Kleinbongartz & Kaiser oHG Werkzeugfabrik im deutschen Hilden vorgegangen. Seit fast 100 Jahren stellt die Kleinbongartz & Kaiser oHG Abziehwerkzeuge für Anwender in Handwerk und Industrie her. Als Entwickler und Produzent von Werkzeugen zum zerstörungsfreien Demontieren von Zahnrädern, Lagern, Kugellagern und ähnlichen Komponenten in allen Bereichen der Technik gehört die Kukko-Gruppe zu den weltweit führenden Produzenten.

Im Rahmen der kontinuierlichen Dachinspektionen am Firmenstandort in Hilden wurden an drei Dachflächen Schäden festgestellt. Statt diese zu reparieren, entschied sich der Inhaber für die Erneuerung der Dachabdichtung. So mussten im Frühjahr 2017 insgesamt 7.200 Quadratmeter Flachdachfläche bei laufender Produktion erneuert werden. Verteilt waren die zu sanierenden Flächen auf drei Dächer, eines davon ein Tonnengewölbedach.

Für die Planung und Ausführung der Sanierung beauftragte Kukko die erfahrenden Profis der delcor Sanier- und Dämmtechnik GmbH aus Bohmte (D). Dort hat man sich auf die Sanierung von flachen und flachgeneigten Warmdächern spezialisiert.

ANALYSE UND SANIERUNGSKONZEPT

Zunächst verschaffte sich DDM Meyer ein eigenes Bild vom Zustand der Flachdachflächen. Probeöffnungen gaben zusätzlich Hinweise auf den vorhandenen Schichtenaufbau und flossen in die anschließende Sanierungsplanung mit ein. In Abstimmung mit dem Bauherrn wurde die Vorgehensweise für die drei zu sanierenden Dachflächen festgelegt. Zunächst musste der größte Teil der Flächen komplett bis zur Trapezblech- Tragschale abgetragen werden. Nur in einem kleinen Teilbereich, in dem der vorhandene Aufbau noch in einem vergleichsweise guten Zustand war, verblieben Dämmung und Abdichtung auf dem Dach. Auf den restlichen Flächen verlegten die Dachhandwerker zunächst eine PE-Folie als Dampfsperre. Zur Sicherstellung der Dichtheit verklebten sie die Folien untereinander. Im Bereich aufgehender Bauteile wie Attiken, Dachaufbauten oder Lichtkuppeln wurde die Dampfsperre hochgeführt und ebenfalls verklebt. Anschließend folgt eine Dämmschicht aus 120 Millimeter dicker Mineralwolle.

Abschließend verlegten die Fachhandwerker die Dachabdichtung. Auf der Dachfläche mit dem verbleibenden Altaufbau wurde die Abdichtung entlang der Dachränder und Einbauten aufgeschnitten und damit entspannt. Zusätzlich verlegten die Dachprofis zwischen Altabdichtung und neuer Abdichtung eine 20 Millimeter starke Sanierungsplatte aus Mineralwolle.

HOCHWERTIGE KUNSTSTOFFDACHABDICHTUNG

Auf den vormals mit Bitumendachbahnen abgedichteten Dachflächen kamen im Rahmen der Sanierung hochwertige Kunststoffdach- und Dichtungsbahnen zum Einsatz. „Wir arbeiten bei den Flachdachsanierungen grundsätzlich nur mit Kunststoffdachbahnen“, erklärt Andreas Hanke, Geschäftsführer der delcor GmbH. „Gerade mit den bewährten Dach- und Dichtungsbahnen von alwitra haben wir bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Deshalb haben wir für die Sanierung in Hilden dem Bauherrn auch die mittig verstärkte ,Evalon dual‘ empfohlen.“ Mit ihrer Hochpolymerlegierung aus Ethylen-Vinyl-Acetat-Terpolymer (EVA) und Polyvinylchlorid (PVC) als vollwertige Dichtschicht auf der Ober- und Unterseite steht „Evalon dual“ für die seit Jahrzehnten bewährte Evalon- Qualität. Dank der mittigen Verstärkung erfüllt sie auch alle Anforderungen für die mechanische Befestigung. Der hohe Anteil an hochpolymeren Feststoffen sorgt für gleichbleibende Eigenschaften und eine lange Lebensdauer. Gleichzeitig wirkt die helle und glatte Oberfläche schmutzabweisend und reflektiert die Wärmestrahlung. „Evalon dual“ ist aufgrund ihrer Bitumenverträglichkeit auch bei Dachsanierungen einsetzbar. Die Fügung der Bahnen untereinander erfolgt mittels Heißluft oder Quellschweißmittel.

IDEAL FÜR MECHANISCHE BEFESTIGUNG

Da bei der Sanierung der Dachflächen auf dem Kukko- Gelände in Hilden die Dachbahnen mechanisch fixiert werden sollten, war die homogene EVA-Dachbahn mit Verstärkung die ideale Bahn für die geplante Neuabdichtung. Zusätzlich sorgt die Bahnenbreite von 1,5 Meter für eine wirtschaftliche Verarbeitung. Auf den Dächern in Hilden rollten die Dachdecker die Bahnen oberhalb der Dämmschicht aus Mineralwolle aus und fixierten sie im Saumbereich im Untergrund. Alle Befestigungen erfolgten nach einer zuvor von alwitra erstellten Windsogberechnung. Gefügt wurden die Bahnen in der Fläche mit dem alwitra-Quellschweißgerät. Den Abschluss der Fügearbeiten bildete die Kontrolle mit dem Nahtprüfer. Details wie Kopfstöße oder Anschlüsse an Aufsetzkränze sowie Blitzschutzeinfassungen oder Gullys führten die Dachhandwerker mit einem Heißlufthandschweißgerät aus.

TRAUFDETAIL AM TONNENGEWÖLBE

Eines der drei zu sanierenden Dachflächen ist ein Tonnengewölbe, an das an beiden Traufseiten je eine Flachdachfläche anschließt. Zur Entwässerung der Tonnengewölbeflächen waren bauseitig an den Traufen Kastenrinnen integriert, die das Wasser direkt ableiten. Im Zuge der Sanierung mussten die Rinnen ebenfalls komplett neu abgedichtet und an die Flächenabdichtung angeschlossen werden. Hierzu befestigten die Dachhandwerker zunächst ein passend gekantetes Verbundblech an der äußeren Kante der Kastenrinne. Es bildet die Grundlage für den Anschluss der Abdichtung in der Rinne sowie der Abdichtung an dem aufgehenden Bauteil zur tieferliegenden Flachdachfläche. Zur Verklebung der neuen Abdichtung wurde eine Grundierung aufgetragen. Anschließend konnte eine passend zugeschnittene selbstklebende „Evalon VGSK“ in die Kastenrinne eingelegt und verklebt werden. Die durchgehende Abdichtung der Rinne endet direkt auf der Flächenbahn des Tonnengewölbes und wurde mittels Quellschweißmittel an diese angeschlossen.

In nur zwölf Wochen und ohne Produktionsunterbrechungen konnten die Dachflächen komplett saniert werden. Dank der neuen Abdichtung sind Produktion und Waren in den kommenden Jahren sicher und zuverlässig vor Witterungseinflüssen geschützt.

Autor:
SVEN-ERIK TORNOW

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