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IFD Kongress 2019: Das jährliche Arbeitstreffen der Internationalen Föderation des Dachdeckerhandwerks, fand heuer von 25. bis 28. September in Edinburgh statt.

Weltweites Netzwerk-Treffen

04.11.2019

Der 67. IFD-Kongress, das jährliche Arbeitstreffen der Internationalen Föderation des Dachdeckerhandwerks, fand heuer in Edinburgh statt. Themen, die sich durch zahlreiche Vorträge zogen, waren der Klimawandel und seine Auswirkungen, Gesundheitsprävention, Ausbildung und international einheitliche Regelwerke. 

Auch Werner Linhart referierte im Rahmen des IFDKongresses in Schottland über aktuelle Themen.
Der IFD-Vorstand (v. l.): Armands Liede (Vorstandsmitglied, Lettland), Walter Bisig (Vorstandsmitglied, Schweiz), Graeme Millar (IFD-Präsident, Schottland/ UK) und Gerhard Freisinger (Vorstandsmitglied, Österreich).

Innerhalb der Kommissionen „Allgemeines“, „Steildach und Außenwandbekleidung“, „Abdichtungen“ und „Forschung und Technik“ erarbeitet die IFD wichtige Richtlinien, die als Grundlage oder Ergänzung für nationale Regelwerke dienen. Österreich ist in der IFD sowohl im Vorstand (mit Gerhard Freisinger) als auch in mehreren Kommissionen vertreten. Deshalb standen in den Arbeitssitzungen auch dieses Jahr einige Beiträge aus Österreich auf der Tagesordnung.

Aktuelles aus den IFD Kommissionen
Folgende Richtlinien befinden sich derzeit in Arbeit oder bereits fertig zu Beschlussfassung: Werner Linhart informierte im ersten Vortrag des Kongresses in Vertretung von Sylvia Eggers (BMI) zum Schlussentwurf der Arbeiten zur IFD-Guideline „Planung und Ausführung von Maßnahmen zur Regensicherheit“. Ernst Gregorites stellte im Namen von Bernhard Brocza den Entwurf der Richtlinie „Toleranzen“ bei vorgehängten, hinterlüfteten Fassaden vor, die zum größten Teil auf dem österreichischen Merkblatt beruht. Wolfgang Hubner präsentierte den Endentwurf der IFD-Guideline zu „Monitoring im Dachaufbau“. Auch diese Richtlinie basiert auf der österreichischen IFB-Richtlinie und der intensiven Vorarbeit des österreichischen Instituts für Flachdachbau und Bauwerksabdichtung.
Weitere wichtige Themen des IFD Kongresses war unter anderem die Problematik von barrierefreien Schwellen. Die Topics der Kommission Steildach sind: Durchbruchsicherheit von Oberlichten, Durchbruchsicherheit von Dacheindeckungen, Brandschutz sowie psychische Belastungen und Burnout-Prävention. Die psychische Belastung von Unternehmern und Arbeitnehmern war insgesamt eines der vieldiskutierten Themen des internationalen Treffens: So berichtete Gary Walpol in seinem Vortrag „Mental Health in the Roofing in UK“, dass es in der Bauwirtschaft im Vereinigten Königreich zwei Tote pro Tag wegen psychischer Überbelastung gibt. Die Selbstmordrate bei männlichen Arbeitern sei sehr hoch. „Mental Health“ durch Stressprävention und verschiedene Maßnahmen gewinne daher immer mehr an Bedeutung. In England schätzt man die Kosten aufgrund von psychischen Erkrankungen auf 70 bis 100 Milliarden Pfund pro Jahr und auf 70 Millionen Ausfalltage.
Artur Wierschem (vom deutschen ZVDH) berichtete über den Stand der Arbeitsgruppe „Training und Ausbildung“. Das bisherigen Ziele war vor allem die Harmonisierung der internationalen Ausbildungsstandards für das Handwerk. Darüber hinaus sollten Module für die Ausbildung entwickelt werden. Erarbeitet wurde inzwischen der „Berufspass“. Die Entwicklung des internationalen Berufsbildes für das Dachdeckerhandwerk ist das nächste große Ziel. Vertreter einiger Länder informierten in diesem Zusammenhang über die wohl weltweit bestehenden Probleme mit Nachwuchs im Handwerk und erläuterten ihre Ausbildungs- und Zertifizierungsprogramme.
Ein großes Thema, das sich durch viele Referate des Kongresses zog, waren die Auswirkungen des Klimawandels. So referierte Jean-Guy Levaque aus Kanada über die zu erwartende Entwicklung der Extrem-Wetter-Ereignisse in Kanada. Ein großes Problem sei, so Levaque, dass man davon ausgehen müsse, dass etwa 50 Prozent der derzeit bestehenden Gebäude in Kanada auch 2050 noch existieren werden, jedoch nicht für diese hohen Anforderungen gerüstet seien. Auch reichen die bisherigen Standards nicht aus, diese Anforderungen zu erfüllen, ist der Experte überzeugt. Auch der englische Zivilingenieur Keith Roberts referierte über die Veränderungen des Wetters und dessen Auswirkungen und hinterfragte, was vermehrter Starkregen, Hagel, Sturmereignisse und extreme Temperaturen für die Windsicherheit der Dächer bedeuten und was man von den Schäden lernen kann.

Es gibt also viel zu tun für die Arbeitsgruppen der IFD Kommissionen. Zum nächsten großen Erfahrungsaustausch, dem internationalen IFD Kongress inklusive IFD WM Junger Dachdecker, trifft man sich von 27. bis 31. Oktober 2020 in Peking. 

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