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"Wir sind in einer nicht eindeutig geregelten Phase"

19.03.2020

Ein offener Brief von Bundesinnungsmeister-Stellvertreter Ernst Zimmermann an seine Dachdecker- und Spengler-Kollegen.

KommR Ernst Zimmermann, Bundesinnungsmeister-Stellvertreter der Dachdecker, Glaser und Spengler

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

die momentane Situation ist dramatisch, die Spengler und Dachdecker sind in einer nicht eindeutig geregelten Phase – auf den einen Seite werden gesamte Baustellen geschlossen, auf der anderen Seite werden aber Arbeiten eingefordert. Alle diesbezüglich Festlegungen seitens des Gesetzgeber gehen immer in die Richtung, der Unternehmen soll das Risiko übernehmen, schickt er seine Mitarbeiter auf die Baustelle, was ja unter gewissen Regelungen gestattet ist, oder steht er zu seinen Mitarbeitern und lässt sie zu Hause und hofft auf einsichtige Auftraggeber.Eine eindeutige Regelung, im Sinne der Gesundheit unserer Mitarbeiter wäre wünschenswert, denn es wird immer schwieriger einen Produktions- bzw. Bauarbeiter zu erklären, warum er arbeiten muss, andere Berufsgruppen aber geschützt  werden, man nennt es Homeoffice. 
Wie lange es dauern wird, steht in den Sternen. Der Unternehmer muss daher Entscheidungen treffen, wie er sein Unternehmen über die schwierige Zeit bringt. Hier wird seitens des Gesetzgebers bereits einige Unterstützungen bzw. Lösungen angeboten, es muss aber jeder für sich entscheiden: Baue ich Urlaube und Gutstunden ab, wird das ausreichen, baue ich Minusstunden auf um nach der Krise voll durcharbeiten zu können, nehme ich die Kurzarbeit ins Programm oder stelle ich Mitarbeiter frei. Sicherlich für jeden Kollegen eine schwierige Entscheidung, seitens der Interessenvertretung kann nur beratend geholfen werden, denn jeder Fall ist anders und muss individuell behandelt werden.
Wobei unser Gewerbe ja noch zu den Begünstigten gehört, wir haben Aufträge im Haus, die nach der derzeitigen Situation wieder in Angriff genommen werden können, die Erlöse daraus werden zeitverschoben erzielt, in Tourismus, Gastronomie, Handel usw. sind die Umsätze verloren.
Für die Zeit danach sind wir von der Interessenvertretung gefordert, mit den Sozialpartnern längere Arbeitszeiten zu vereinbaren, der jetzige Stillstand muss ja, sowohl im Sinne der Auftraggeber, aber auch im Sinne eines Unternehmens, eingearbeitet werden.
Ich bin aber überzeugt, dass unsere Unternehmer auch diese extrem schwierige Zeit meistern und im Sinne der Wirtschaft handeln.

Mit dem aktuellen Wunsch „Bleiben sie gesund“ zeichnet 

KommR Ernst Zimmermann,
Bundesinnungsmeister-Stellvertreter der Dachdecker, Glaser und Spengler

 

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