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Wo die Zukunft zuhause ist

10.04.2018

Zwischen Techbase und Energybase wuchs in den vergangenen Monaten das Futurebase in die Höhe. Der Büro- und Laborbau ergänzt den Technologie- und Gründercampus auf den ehemaligen Paukergründen in Wien-Floridsdorf. Per fekt in Szene gesetzt wird das Gebäude durch die perlmausgraue Aluminiumfassade.

Bei der Fassadengestaltung entschieden sich die Architekten für eine einheitlich perlmausgraue Oberfläche. Die Aluminiumelemente wurden stoßversetzt montiert.
BAUTAFEL

Objekt Futurebase Bauwerber GGVier Projekt-GmbH Baubeginn Juli 2016 Generalplaner Maurer & Partner ZT GmbH, Hollabrunn Örtliche Bauaufsicht bau_zeit_plan, Wals bei Salzburg Generalunternehmer Swietelsky Baugesellschaft m.b.H., Wien Fassade Pasteiner GmbH, St. Pölten-Unterradlberg Fassadensystem Kalzip FC 250, perlmausgrau www.futurebase.wien

Dampfkessel, Dampfturbinen, Dampfmaschinen, Brauereieinrichtungen und einiges mehr: Als 1908 das sogenannte Paukerwerk in Wien-Floridsdorf in Betrieb gegangen war, stand die Wirtschaft im Zeichen der Industrialisierung. Große Fabriken mit hohen Schloten prägten so manche Landschaft. Später wurden hier Waggons und Lokomotiven produziert. 1969 wurde das Werk geschlossen – die alten Gebäude verfielen zu Ruinen. Mit Anfang des neuen Jahrtausends kehrte die Forschung, Entwicklung und Technologie auf die Paukergründe zurück. Es entstanden moderne Büro- und Laborgebäude – unter anderem das Techbase und das Energybase.

Zwischen diesen beiden Bauwerken haben nun die Wiener Städtische Versicherung AG und die Wirtschaftsagentur Wien eine Lücke geschlossen: Ökologische Standards, Ressourcenschonung und Wirtschaftlichkeit sind die drei Schlagworte, die bei der Planung und Umsetzung des Futurebase im Zentrum standen. Der Standort steht für Forschung, Entwicklung und Gründergeist. Die künftigen Mieter finden sich in einem Cluster aus Hightech-Unternehmen und Forschungs- bzw. Bildungseinrichtungen wieder. Mehr als 10.000 Quadratmeter Nutzfläche stehen für Büro, IT- und Laborflächen plus Seminar- und Besprechungsräumen zur Verfügung.

ÖKOLOGIE IM VORDERGRUND

Bei der Haustechnik haben Bauherr und Planer, das Architekturbüro Maurer & Partner, großen Wert auf Ökologie und Nachhaltigkeit gelegt, unter anderem mit dem Einsatz ökologisch unbedenklicher Baustoffe. Die Heizung und Kühlung des Gebäudes erfolgt durch Betonkernaktivierung. Beheizt wird es mit einer Grundwasserwärmepumpe, die Kühle des Grundwassers wird an die Betonkernaktivierung übertragen. Sämtliche Räume verfügen über eine mechanische Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Auf dem begrünten Flachdach wurde eine Photovoltaikanlage errichtet, deren Überschussenergie in einem gebäudeeigenen RedFlow-Batteriespeicher eingebracht wird. Hier wird ein Forschungsprojekt der FH Technikum unterstützt, bei dem neben der Speicherlösung selbst eine zeitpunktgenaue Erhebung der Stromproduktion und -verbräuche möglich ist.

SCHÜTZENDE HÜLLE

Die Fassade schließt sich den Vorgaben an. Unter der vom Architekten gewählten, einheitlich perlmausgrauen Oberfläche der mit versetzten Stoßfugen montierten „FC 250“-Fassade von Kalzip verbergen sich das Stahlbetontragwerk, eine mineralische, vlieskaschierte Wärmedämmung sowie die Hinterlüftungsebene. Die Fassadenelemente bieten den größtmöglichen Wärmeschutz, das Aluminium schützt das Gebäude zuverlässig und nachhaltig vor Witterungseinflüssen. Die Hinterlüftung reguliert den Feuchtigkeitshaushalt, verhindert einen Wärmestau und schützt vor Feuchteschäden. „Wir haben bei diesem Projekt die vorgehängte und hinterlüftete FC-Fassade von Kalzip eingesetzt. Die Elemente können flexibel montiert werden. Wenn die Modulleisten befestigt worden sind, kann man die Fassadenelemente von oben oder von unten einklicken, so wie es der Bauablauf gerade am besten zulässt. Das ist nicht nur eine ästhetisch ausgezeichnete Lösung, sondern auch die wirtschaftlichste“, erklärt Dieter W. Kotrnec, Geschäftsführer des Fassadenspezialisten Pasteiner GmbH.

FLEXIBEL NUTZBAR

Im Inneren ist das Gebäude so konzipiert, dass für jeden Nutzer das richtige Büro- oder Laborkonzept umsetzbar ist. In den Obergeschossen sind Büroflächen mit großzügigen Besprechungsräumen und natürlich belichteten Kommunikationszonen vorgesehen. Die Gestaltung der Mietbereiche ist flexibel. Mit dem Futurebase ist die Verbauung der ehemaligen Paukergründe abgeschlossen. Es ist eines von vielen Beispielen, wie frühere städtische Industriegebiete neues Leben erfahren. In Wien liegen noch zahlreiche ähnliche Flächen brach, über deren Nutzung schon nachgedacht wird – oder die noch als Reserven für künftige Projekte auf ihre Wiederauferstehung warten. Vor allem der Forschung und der Technologie will die österreichische Bundeshauptstadt viel Platz geben.

Autor:
MARIO SCALET

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