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„Alexa, stell die Heizung auf 22 Grad"

04.06.2020

Smart Home ist längst in unserer Gesellschaft angekommen. Der Begriff lässt jedoch einen großen Interpretationsspielraum zu.

Während für denen einen „smart“ mit „vernetzt“ gleichzusetzen ist, sieht der andere in „smarten“ Technologien die Chance, Ressourcen wie Energie und Wasser effizienter einzusetzen. Im Grunde genommen geht es aber darum, das Zuhause zu einem Ort zu machen, in dem man sich wirklich wohlfühlt – zum Wohlfühlen gehört neben Komfort, Ambiente und Bequemlichkeit auch das Gefühl der Sicherheit, und all diese Bedürfnisse können mithilfe der modernen Technologien tatsächlich schon heute erfüllt werden. 

Rudimentäre Smart Home-Optionen sind in so manchem Haushalt bereits vorhanden, oftmals ohne dass sich die Bewohner dessen überhaupt bewusst sind. Wer beispielsweise ein Modem mit Routerfunktion für seinen Internet-Zugang nutzt, kann dieses Gerät für relativ wenig Geld auch als Heizungssteuerung einsetzen. Dazu müssen nur die Standard-Thermostate an den Heizkörpern durch elektronische Ventile ersetzt werden, und schon kann die Temperatur für jeden Raum jederzeit mit dem Smartphone aus der Ferne kontrolliert und reguliert werden. Auch eine Fernbedienung von Steckdosen via Handy lässt sich mit wenigen Handgriffen leicht realisieren.

Schon etwas komplexer präsentieren sich die Smart Home-Lösungen spezialisierter Anbieter. Diese Systeme basieren beispielsweise auf dem weit verbreiteten Funk-Standard Z-Wave und inkludieren eine Vielzahl verschiedener Komponenten vom Tür- und Fensterkontakt über Rauch- und Wasser-Melder bis zur Alarm-Sirene, wobei sich auch Geräte von Drittherstellern wie Wetterstationen oder elektronische Wasser-Absperrhähne einbinden lassen.

Wenn das Smart Home richtig elegant aussehen und auch auf Anhieb fehlerlos funktionieren soll, ist jedenfalls ein professioneller Installateur gefragt. Denn erst durch professionelle Lösungen wird es dann möglich, auch die Fußbodenheizung per App zu steuern, automatisch die Jalousien herunterzulassen und sogar die Trinkwasser-Zirkulation im Haus zu kontrollieren.

Wobei „professionell“ nicht gleichbedeutend mit „teuer“ sein muss. War ursprünglich der relativ aufwendige, an eine eigene Verkabelung gebundene KNX-Standard in der Heimvernetzung das Maß aller Dinge, setzen die meisten neuen Systeme auf Funkstandards wie WLAN, DECT oder Z-Wave. Dies ermöglicht deutlich kostengünstigere Lösungen, ein smartes Zuhause ist damit kein Privileg der Reichen mehr.

Da dank Alexa, Siri und Google Home das Interesse der Konsumenten an Smart Home-Lösungen kontinuierlich steigt, bietet ein vertieftes Know-how in dieser noch relativ jungen Materie dem Installateur eine Chance, sich von seinen Mitbewerbern abzuheben und seinen Kunden spannende, zukunftsweisende Zusatzleistungen anzubieten. Leider sind nicht alle Smart Home-Komponenten untereinander kompatibel, sodass es dem Installateur oft jede Menge Fingerspitzengefühl abverlangt, seinem Kunden wirklich die für ihn optimale Lösung ausfindig zu machen.

Vernetzung ist nicht alles

Smarte Lösungen im Haushalt müssen wohlbemerkt nicht unbedingt vernetzt sein: So haben beispielsweise Geberit, Laufen, Grohe und viele andere Anbieter Dusch-WCs in ihren Sortiments, bei denen der Benutzer über eine Handy-App zahlreiche Funktionen kontrollieren kann. Die optimalen, auf den persönlichen Komfort abgestimmten Einstellungen können gespeichert und auch auf andere Dusch-WCs desselben Herstellers übertragen werden – so soll sich der User auch im Urlaub auf der Toilette im Hotel „wie zuhause“ fühlen. Und auch wenn das Hightech-Klo kein unmittelbarer Bestandteil einer Gesamtlösung ist, kann man davon ausgehen, dass ein Kunde, der sich für eine per Internet steuerbare Fußbodenheizung interessiert, auch im privatesten aller Räume gerne nur jeden erdenkbaren Komfort genießt. Und das Smart Home endet nicht an der Hausmauer – Gießsysteme für den Garten, die sich an den aktuellen Wetterbedingungen orientieren, können ebenso intelligent sein wie der Roboter, der den Rasen mäht, wobei die beiden im Optimalfall auch noch miteinander kommunizieren, um zu verhindern, dass der Rasenmäher versehentlich nassgespritzt wird.

Original erschienen am 04.06.2020: Die Wirtschaft.
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