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COVID-19: Die Welt außer Atem - Die wichtigsten Infos für Betriebe

19.03.2020

UPDATE: 14. April 2020

Die neue Situation stellt uns alle vor unbekannte Herausforderungen. Der Sicherheitsabstand, die Einschränkungen bei sozialen Kontakten und viele weitere Maßnahmen, die die Regierung nun setzt, betreffen jeden einzelnen. Für Unternehmen und ihre Mitarbeiter stellen sich nun viele Fragen.

Einige wichtige Aspekte werden in folgendem Artikel beleuchtet und – soweit möglich – beantwortet. Der Text wird laufend bearbeitet und Updates regelmäßig eingearbeitet. Am Ende finden Sie Links zu branchenspezifischen Leitartikeln unserer Redaktionen.

Wegweiser zum Corona-Hilfsfonds

Die österreichische Bundesregierung unterstützt Unternehmen weiterhin mit geschnürten Hilfspaketen. Finanzminister Gernot Blümel hat den neu beschlossenen Corona-Hilfsfonds vorgestellt. Die für die konkrete Ausgestaltung erforderlichen Verordnungen und Richtlinien werden in Kürze vorliegen. Es handelt sich dabei um einen Fonds, der sich aus zwei Komponenten zusammensetzt. Einerseits beinhaltet er eine Kreditgarantie der Republik, andererseits einen Betriebskostenzuschuss. Mit einem Gesamtvolumen von 15 Milliarden Euro soll der Fonds weitere wirtschaftliche Schäden aufgrund der Corona-Krise mildern.

Die BDO Austria GmbH hat die wichtigsten Informationen zusammengefasst:

  • Die Garantie der Republik im Ausmaß von 100 Prozent bei KMU und 90 Prozent bei Großunternehmen soll für rasche Liquidität sorgen und den tatsächlichen finanziellen Bedarf österreichischer Unternehmen abdecken. Der Kredit kann eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren haben und bis zu drei Monatsumsätze bzw. die zweifache jährliche Lohnsumme, maximal aber 120 Millionen Euro, betragen.
  • Der Betriebskostenzuschuss ist steuerfrei und nicht rückzahlbar. Er beinhaltet in Abhängigkeit des durch die Corona-Krise erlittenen Umsatzrückgangs einen teilweisen Zuschuss zu bestimmten Aufwendungen wie  Mieten, Leasingraten, Lizenzkosten, Strom, etc. Auch Abwertungen für verderbliche oder saisonale Ware fallen in diese Kategorie.
  • Anträge werden schriftlich über die Hausbank eingereicht. Es muss unter anderem dargestellt werden, wie hoch der sich aufgrund der Corona-Krise ergebende Liquiditätsbedarf ist.

Alle derzeit bekannten Informationen finden Sie im BDO Finanzierungswegweiser.

Online-Bezahllösung für stationäre KMU

Viele Betriebe mussten durch das Coronavirus ihre Geschäfte schließen und oft schnell über alternative Geschäftsmodelle nachdenken. Viele davon haben aber weder einen Online-Shop noch eine digitale Bezahlmöglichkeit. „Das können wir jetzt ganz rasch ändern. Gemeinsam mit Global Payments haben wir dafür eine neue, einfache Lösung. Wir stellen dafür Online-Bezahllösungen zur Verfügung, die Unternehmer, die z.B. jetzt plötzlich Hauszustellungen machen, sehr schnell einsetzen können“, so Peter Bosek, CEO der Erste Bank.
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, die man nutzen kann: Entweder man verwendet eine reine Weblösung, wo stationäre Händler an ihre Kunden nur einen Bezahllink für bestellte Ware verschicken. Oder man nimmt sich ein kompaktes, mobiles und leicht zu desinfizierendes Bezahlterminal, das man bei der Hauszustellung mitbringt.

Schnelle Onlinezahlung ohne Online-Shop

Bei der Weblösung meldet sich der Unternehmer via Web-App in seinem Browser an und erstellt dort einen Bezahl-Link für den jeweiligen Kunden. Dieser wird dem Kunden, der etwas bestellt hat, per E-Mail, SMS oder WhatsApp übermittelt. Dahinter wird von Global Payments eine Bezahloberfläche zur Verfügung gestellt, wie man sie aus Webshops kennt. Darin findet man den Namen des Händlers und die Bezeichnung der bestellten Waren und bezahlt mit Debit- oder Kreditkarte, so wie auch bei anderen Online-Händlern. Sobald der Kunde bezahlt hat, wird geliefert.
Das Zahlungsportal „GP webpay“ kann auch vom Händler mittels Plug-in in einen bestehenden Webshop integriert werden, es geht aber auch ganz ohne Online-Präsenz. Besonders vorteilhaft ist das für Händler mit verderblicher Ware, wie Blumen oder Lebensmitteln, weil so in Echtzeit geliefert werden kann.

Kontaktlos mobil bezahlen mit POS-Terminals

Die andere Möglichkeit ist ein mobiles Bezahlterminal, das man bei Lieferung einfach mitbringt. Damit können Bezahlungen hygienisch und sicher auch vor Ort durchgeführt werden, denn sie ermöglichen kontaktlose Zahlungen mit Kredit- und Debitkarten. Die Geräte sind aufgrund ihrer kompakten Bauart auch besonders leicht zu desinfizieren. Die Lieferung des mobilen POS-Terminals für Händler erfolgt innerhalb von zwei bis maximal fünf Werktagen nach Vertragsunterzeichnung. Bosek: „In der Sparkassengruppe wollen wir als regional verwurzelte Bank auch regionalen Händlern die kurzfristig ihr Geschäftsmodell ändern mussten, bestmöglich helfen. So können sie ihre Zahlungen jetzt sicher und rasch erhalten und dadurch auch prompt liefern.“
Die monatliche Grundgebühr von 19,90 Euro für diese Services entfällt aufgrund der aktuellen Corona-Krise für die ersten drei Monate.

Weitere Informationen unter: https://www.sparkasse

Rezession erwartet

Das Institut für Höhere Studien (IHS) erwartet in seiner jüngsten Konjunkturprognose eine Rezession für Österreich. Die Wirtschaftsleistung soll im Gesamtjahr 2020 um mindestens zwei Prozent zurückgehen. Diese Prognose beruht auf der Annahme, dass die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus in Österreich im April auslaufen und damit vier Wochen dauern. Sie ist daher mit großen Abwärtsrisiken behaftet, da die Tiefe des Wirtschaftseinbruchs vom weiteren Verlauf der Pandemie und von den wirtschaftspolitischen und gesundheitspolitischen Maßnahmen sowie deren Wirksamkeit abhängt. „Wir unterstützen die gesetzten Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Die kurzfristigen Kosten für die Wirtschaft sind zwar hoch, aber mit den Eindämmungsmaßnahmen und dem wirtschaftlichen Schutzschild von 38 Milliarden, der letzte Woche aufgespannt wurde, lebt die Chance auf eine rasche Erholung,“ so Martin Kocher, Leiter des IHS. Aufgrund der Produktionseinbußen steigt die Arbeitslosigkeit, zumindest temporär, kräftig an. Im Gesamtjahr wird eine Arbeitslosenquote von 8,4 Prozent erwartet. Die umfangreichen Maßnahmen der Bundesregierung im Umfang von 38 Milliarden Euro sind zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung notwendig, werden aber das Budget beträchtlich belasten – ein Defizit von rund fünf Prozent des BIP ist laut IHS unvermeidlich.

Zu einer möglichst raschen Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität beitragen soll das neu gestaltete Modell der Kurzarbeit. „Die massive Kündigungswelle von letzter Woche mit über 100.000 neu angemeldeten Arbeitslosen sehen wir mit Sorge. Wir hoffen dennoch, dass das Angebot zur Finanzierung von Kurzarbeit angenommen wird, weil das entscheidend dafür sein könnte, wie schnell die wirtschaftliche Aktivität wieder anspringt, sobald die Beschränkungen zurückgefahren werden können“, so Helmut Hofer, Prognosechef am IHS.

Krisenkommunikation in Zeiten von Corona

Wie eine koordinierte Vorgehensweise von Seiten der Unternehmenskommunikation aussehen kann, hat die Kommunikationsagentur ikp zusammengefasst:

Dringend zu klären/ vorzubereiten:

• Krisenstab definieren

Verantwortliche plus Vertreter bestimmen: Geschäftsleitung, HR, Kommunikation, IT, Logistik, Produktion, Infrastruktur etc. – die Krise kann dauern, ebenso (externe) Experten samt Vertreter miteinbeziehen (Anwalt, Mediziner?) und entsprechende Kontaktdaten beschaffen.

•          Interne Kommunikation

Informationsverantwortlichkeiten, den -ablauf (Informationsketten) und evtl. -zyklen definieren, Intranet, Handouts, Aushänge in der Produktion (mehrsprachig?). Generell gilt: intern vor extern informieren.

Interne Anweisung für die Belegschaft(en): Handeln im Verdachts-/

Infektionsfall: Ruhe bewahren, (Verdachts-)Fall melden/1450 rufen, nach Hause/in Isolation begeben, Auskünfte nach extern nur gemäß der Sprachregelung

Hotline: (Verantwortlichen plus Vertreter bestimmen): An wen wenden sich die Mitarbeitenden bei Fragen?

•          Externe Kommunikation:

Sprecher des Unternehmens: Wer gibt Auskunft bei Medienanfragen (eine Person pro Standort in Europa?) Wichtig: keine Mutmaßungen, keine emotionalen Ausbrüche, nur Fakten, Verweis auf spätere Auskunft aufgrund zu wenig Information ist ok.

Fragen und Antworten-Papier (Q & A) für Medienanfragen:

W-Fragen: Wer-Wann-Was-Wo-Warum? Zum Beispiel: Was ist passiert/Stand, was wurde unternommen (Hygiene-/

Gesundheitsmaßnahmen)? etc.  Bereitstellung via Intranet in vollem Umfang nur an Auskunftgebende, in kürzerer Form evtl. an Mitarbeitende/auf Website

Sprachregelung für Mitarbeiter/Telefonzentrale bei Medienanfragen bzw. Anfragen von Kunden, Partnern, Mitarbeiter etc. An wen sollen sie bei externen Anfragen weiterverweisen?

Hotline extern: (Verantwortlichen plus Vertreter bestimmen)

Textbausteine: Prüfung und laufende Anpassung der ersten Textbausteine, Textbausteine ins Intranet und auf die Website stellen (Verantwortlichen plus Vertreter bestimmen)

Medienbeobachtung inkl. Social Media: Verantwortlichen plus Vertreter bestimmen, Informationsweitergabe und -zyklen definieren

Sprachregelungen

•          Szenarien fertigdenken und entsprechende Sprachregelungen definieren (mit welchen Fragen ist hier zu rechnen?):

Infektions-/-verdachtsfall/Quarantäne

Abteilungs-/ Produktions-/Standortschließung

Unterbrechung von Lieferketten, Einschränkungen in der Produktion

Umsatzeinbrüche im Markt X etc.

•          Anpassung der Sprachregelungen an die verschiedenen Zielgruppen:

Mitarbeitende

andere Standorte

Kunden

Lieferanten

Anrainer etc.

•          Checkliste der zu Informierenden anlegen

Betriebsarzt, Land Vorarlberg, Familien der Mitarbeitenden (Daten vorhanden) usw.

Best Practice

Wie eine gelunge interne Krisenkommunikation zwischen Mangement und Mitarbeitern aussehen kann, hat Mobilfunkanbieter A1 vorgezeigt und im Interview Details beantwortet.

Infos der Arbeiterkammer

Ziel für Arbeiterkammer (AK) und (Österreichische Gewerkschaftsbund) ÖGB ist, trotz Corona-Krise möglichst viele Arbeitsplätze sichern zu können: „AK und ÖGB achten dabei ganz besonders darauf, dass faire Lösungen für die Beschäftigten herauskommen. Denn besonders in der Krise braucht es Gerechtigkeit“, betont AK Präsidentin Renate Anderl.

Die AK und der ÖGB haben eine Hotline eingerichtet. Unter 0800 22 12 00 80 sind Experten von Montag bis Freitag ab 9 Uhr erreichbar. Unter www.jobundcorona.at gibt es Antworten auf die häufigsten arbeitsrechtlichen Fragen. Auch Fragen zum Urlaubsrecht werden beantwortet.

 

Homeoffice und Cyber-Security

Aufgrund der zunehmenden Quarantäne bzw. der teilweisen Ausgangssperren stellt sich zunehmend die Frage der Online-Sicherheit.

Hier einige Tipps, um sicher von Zuhause aus arbeiten zu können:

Das Heimnetzwerk absichern

  • Das absolute Minimum ist der Passwortschutz des Routers, falls noch nicht vorhanden.
  • SSID Übertragungen ausschalten. Dies macht es schwieriger, das heimische WLAN-Netzwerk zu finden.
  • MAC Adressen filtern. Eine MAC Adresse ist ein Netzwerkname, der einem bestimmten Gerät zugeordnet ist. Falls ein Router das Filtern von MAC Adressen unterstützt, wird es gleich um ein Vielfaches schwieriger für unautorisierte Geräte, sich mit dem Router zu verbinden.
  •  Ein Gastnetzwerk einrichten. Ein Gastnetzwerk ist ein zweites Netzwerk, das man auf seinem Router einrichten kann – speziell für die Geräte von Gästen. Abhängig vom Router können beiden Netzwerke auch mit verschieden Sicherheitsregeln versehen werden. In diesem Fall ist es ratsam, sowohl die privaten als auch die Arbeitsgeräte hinter den strengsten Sicherheitsregeln zu schützen, und weniger strikte Einstellungen für das Gastnetzwerk zu verwenden.
  • Ein VPN auf dem Router installieren. Falls auf dem Router angemessene Verschlüsselung eingestellt ist, sollte man auch ein VPN auf dem Router einrichten. Dieses hat einzigartige Vorteile und Nachteile, mehr Informationen gibt es in VPN Router Konfigurations-Guide.

Anderes Gerät oder anderen Account für die Arbeit benutzen

  • Am besten ist es, persönliche und berufliche Geräte zu trennen. Auf diese Weise bleibt das eine sicher, falls das andere eine Sicherheitslücke aufweist.
  • Arbeit die man am PC erledigen kann, lässt sich zumeist auch am Laptop erledigen. Dies ist die beste Alternative, da dieser schon alle Sicherheitstools hat, die die Firma bereitstellt.
  • Alternativ kann man auch einfach einen separaten Benutzeraccount auf seinem privaten Gerät benutzen. Allerdings muss man dann darauf achten, alle Apps zu haben, die man benötigt, um sicher und geschützt zu arbeiten. Falls man sich fast nie in diesen Account einloggt, ist es essenziell, alle Softwareupdates durchzuführen, bevor man anfängt zu arbeiten. Ältere Versionen könnten inkompatibel mit der Software von Kollegen sein, und auch wichtige Sicherheitsupdates könnten unter Umständen nicht mehr bereitgestellt werden.

Firmeninterne Online-Sicherheits-Software nutzen

  • Es gibt viele verschiedene Programme, die den Mitarbeitern das Arbeiten von zu Hause erleichtern können.

Sensible Dateien für Transfer und Speicherung verschlüsseln

  • Über Cybersecurity und Social Engineering informiert bleiben
  • Hacker und Betrüger wissen, dass viele Firmen ihre Mitarbeiter nach Hause schicken werden, und versuchen diese Situation zu ihren eigenen Gunsten auszunutzen. Unterhaltungen, die normalerweise von Angesicht zu Angesicht stattfinden würden, passieren jetzt online.
  • Den Absender überprüfen
  • Nichts runterladen oder anklicken, bis man sicher sein kann, dass der Absender echt ist. Selbst dann kann es sinnvoll sein, kurz bei dem betreffenden Kollegen nachzufragen, insbesondere wenn es um sensible Daten oder zum Beispiel Geldtransfers geht.
  • Zweite Kommunikationsmöglichkeiten nutzen. Falls man sich über die korrekte Schreibweise eines Accounts seines Kollegen unsicher ist, sollte man lieber anrufen, um nachzufragen. Falls man gerade kurz davor ist, etwas aus der E-Mail eines Kollegen herunterzuladen, sollte man ihn oder sie vielleicht zuerst kurz im Chat anschreiben. So ist es viel schwieriger für Fakenachrichten, Schaden anzurichten.

Arbeitsrechtliche Fragen und Antworten

Christiane Holzinger von 360° Business Planner Stb. GmbH hat einige wichtige Fragen zum Thema Arbeitsrecht in Zeiten der aktuellen Krise ausführlich beantwortet:

Ist der Arbeitgeber verpflichtet, in seinem Betrieb Vorsorgemaßnahmen zur Vermeidung der Ansteckung zu treffen?

In Betrieben mit Kundenverkehr in Gebieten mit einer tatsächlichen Ansteckungsgefahr ist der Arbeitgeber verpflichtet, zweckmäßige und geeignete Maßnahmen zur Minimierung der Ansteckungsgefahr zu setzen, um die Arbeitnehmer vor Infektionen zu schützen. Solche Maßnahmen können Hygienemaßnahmen (Handhygiene) sowie das Bereitstellen von Desinfektionsmitteln sein. Die notwendigen Schutz- und Präventionsmaßnahmen bestimmen sich nach dem Infektionsrisiko. Bei direktem Patientenkontakt (z.B. Gesundheitsberufe) muss persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt werden (Einmalhandschuhe, geeignete Schutzkleidung, Atemschutzmaske, Augen- und Gesichtsschutz) und für eine Unterweisung der Beschäftigten Sorge getragen werden.

Ist der Arbeitnehmer verpflichtet, dem Arbeitgeber eine Infektion mit dem Coronavirus bekannt zu geben?

Ja, dies ergibt sich aus der Treuepflicht des Arbeitnehmers und soll dem Arbeitgeber ermöglichen, Vorsorgemaßnahmen zugunsten der Belegschaft treffen zu können.

Darf der Arbeitgeber unabhängig von behördlichen Anordnungen (Quarantäne) die Arbeitnehmer von der Arbeit nach Hause schicken?

Ja, der Arbeitgeber kann auf die Arbeitsleistung verzichten, hat aber den Arbeitnehmern das Entgelt fortzuzahlen, solange er die Arbeitnehmer von der Arbeit freistellt.

Darf der Arbeitnehmer von der Arbeit fernbleiben, wenn er sich vor einer Ansteckung fürchtet?

Nein. Ein grundloses einseitiges Fernbleiben von der Arbeit stellt eine Verletzung der Dienstpflichten und in der Regel einen Entlassungsgrund dar. Eine Verweigerung der Arbeitsleistung könnte nur dann gerechtfertigt sein, wenn eine objektiv nachvollziehbare Gefahr bestünde, sich bei der Arbeit mit dem Virus anzustecken. Dies könnte dann gegeben sein, wenn es im unmittelbaren Arbeitsumfeld bereits zu einer Ansteckung mit dem Virus gekommen wäre.

Hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn er aufgrund einer behördlich angeordneten Maßnahme seinen Arbeitsplatz nicht erreichen kann?

Wir dem Arbeitgeber das fortgezahlte Entgelt ersetzt?

Nach dem Angestelltengesetz (AngG) und dem Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) haben Arbeitnehmer Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn sie durch wichtige, ihre Person betreffende Gründe ohne Verschulden während einer kurzen Zeit an der Arbeitsleistung verhindert sind. Dazu zählen auch öffentliche Pflichten wie eine Quarantäne und dadurch verursachte tatsächliche Hinderungen an der Arbeitsleistung. Nach dem Epidemiegesetz haben Arbeitnehmer, die wegen der ihnen im Einzelfall behördlich angeordneten Quarantäne an der Erbringung der Arbeitsleistung verhindert sind, für die Dauer der Quarantäne Anspruch auf Vergütung des dadurch eingetretenen Verdienstentganges durch den Bund. Der Arbeitgeber hat das Entgelt vorab aber weiter an den Arbeitnehmer auszuzahlen, der Bund hat dem Arbeitgeber das geleistete Entgelt im Nachhinein zu ersetzen: Der Arbeitgeber kann binnen sechs Wochen ab dem Tag der Aufhebung der Quarantäne bei der Bezirksverwaltungsbehörde, in deren Bereich die Quarantäne verhängt wurde, das von ihm geleistete Entgelt sowie den darauf entfallenden Dienstgeberanteil in der gesetzlichen Sozialversicherung vom Bund mittels gesondertem Antrag zurückfordern.

Der Kindergarten oder die Schule eines Kindes eines Mitarbeiters wurde geschlossen. Darf der Arbeitnehmer zu Hause bleiben?

Muss das Entgelt fortgezahlt werden?

Ja, wenn ein persönlicher Dienstverhinderungsgrund vorliegt. Dazu muss die Betreuung des Kindes aufgrund seines Alters (aktuell für Kinder bis 14 Jahre) notwendig sein. Der Arbeitnehmer darf von der Arbeit fernbleiben und hat Anspruch auf eine Entgeltfortzahlung im Ausmaß einer kurzen Zeit. Die Dauer hängt vom Einzelfall ab (z.B. vom Alter oder Reifegrad des Kindes) und ist mit höchstens einer Woche beschränkt. Falls seitens des Kindergartens oder der Schule eine Betreuungsmöglichkeit angeboten wird, muss der Arbeitgeber dem Fernbleiben des Arbeitnehmers ausdrücklich zustimmen. Die Bundesregierung hat angekündigt, Dienstnehmer mit Betreuungspflichten für Kinder unter 14 Jahren für bis zu drei Wochen eine bezahlte „Sonderbetreuungszeit“ zu ermöglichen. Eine solche Maßnahme bedarf einer Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

 

Überblick zu aktuellen Rechtsfragen

bereitgestellt von BINDER GRÖSSWANG

Neuerungen durch das 2. Covid-19 Gesetz

Arbeitsrecht:

Coronavirus – FAQ für Arbeitgeber

Corona-Kurzarbeit und Entgeltfortzahlung

Verwaltungsrecht / Behördliche Maßnahmen:

2. Covid-19 Gesetz: Telekommunikationsgesetz 2003: Warnung im Krisenfall durch SMS kann erzwungen werden 

2. Covid-19 Gesetz: Änderungen spezifischer verwaltungsrechtlicher Vorschriften in der COVID-19 Krise 

2. Covid-19 Gesetz: Änderungen der Verfahrensvorschriften im öffentlichen Recht

Verordnungen des zuständigen Bundesministers auf Basis des COVID-19 Maßnahmengesetzes

Gesundheitsrecht / Life Sciences:

2. Covid-19 Gesetz: Änderungen im Gesundheitsrecht (Life Sciences)

Außenwirtschaftsrecht:

Europäische Kommission: Leitlinien zum Schutz kritischer europäischer Vermögenswerte und Technologien

Staatliche Unterstützungsmaßnahmen / Beihilfen:

Härtefall-Fonds: Die Richtlinien des Bundesministers für Finanzen und Details zur Antragstellung

Das neue befristete Regelwerk für staatliche Beihilfen

2. Covid-19 Gesetz: Staatliche Unterstützungsmaßnahmen / Beihilfen

Steuerrecht:

2. Covid-19 Gesetz: Abgabenrechtliche Änderungen

Banking & Finance:

EBA schafft Klarheit für Banken und Verbraucher über die Anwendung des aufsichtsrechtlichen Rahmens im Hinblick auf COVID-​19-Maßnahmen 

EZB gewährt Banken regulatorische Spielräume zur Aufrechterhaltung der Kreditversorgung von Unternehmen und Haushalten in Reaktion auf COVID-19

ESMA-Maßnahmen betreffend laufende Konsultationen, systematische Internalisierer und Aufzeichnung von Telefonaten

Restrukturierung / Insolvenzrecht:

Insolvenzrechtliche Hilfestellungen durch das 2. COVID-19-Gesetz 

Unternehmens- ​/ Gesellschaftsrecht:

Auswirkung des 2. COVID-19 Gesetzes auf zivilrechtliche Fristen

FAQ zu Gesellschafterversammlungen und Aufsichtsrat-Sitzungen 

IP / IT:

Leitfaden sicheres Home Office

Litigation / Dispute Resolution:

Gerichtsbetrieb und gerichtliche Fristen

Kartellrecht / Fusionskontrolle:

Kartellrecht in Zeiten von Corona – BWB nimmt zu Kooperationen und Preiserhöhungen Stellung

Update zu Merger Control: Zusammenschlusskontrolle in Österreich 

Übersicht rechtliche Maßnahmen Österreich / EU:

Übersicht: Rechtliche Maßnahmen zur Bekämpfung von SARS-CoV-2 in Österreich

Übersicht: Maßnahmen zur Bekämpfung von SARS-CoV-2 in der EU
 


Weiterführende Links

Zu allen Leitartikeln unserer Branchen

Österr. Gastronomie- und Hotelzeitung https://www.gast.at/gast/ein-leitfaden-fuer-gastronomie-und-hotellerie-durch-die-corona-krise-194345

Dach Wand https://www.bauforum.at/dach-wand/coronavirus-am-bau-fakten-daten-stimmungsbilder-194471

Tischler Journal https://www.bauforum.at/tischler-journal/arbeiten-zeiten-des-coronavirus-194443

Glas https://www.bauforum.at/glas/coronavirus-transparent-alle-infos-fuer-die-glas-branche-194489

Fleisch & Co https://www.fleischundco.at/thema/die-15-wichtigsten-fragen-rund-um-corona-11796?fbclid=IwAR2RDCzcbYWfXldH0i9RJd24FSKbGN_CQM4iTRHky_l4S_odJVHhuTyHcmI

Gebäudeinstallation https://www.bauforum.at/gebaeude-installation/coronavirus-das-sind-die-wichtigsten-antworten-fuer-installateure-194427

Wichtige Informationen

Aktuelle Grundinformationen
Info-Service und laufende Updates zu Covid-19 auf der Startseite des Bundesministeriums für Inneres:
https://www.bmi.gv.at

Sozialministerium – die wichtigsten Informationen und Anlaufstellen sowie aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Österreich:
https://www.sozialministerium.at/public.html

Für Unternehmer
Wichtige Unternehmensinfos – Der „Coronavirus-Infopoint“ der Wirtschaftskammer zu Fragen für Unternehmer:
https://www.wko.at/coronavirus(link is external)

Steuerliche Sonderregelungen – Infoblatt zu steuerlichen Sonderregelungen und Anträgen des Bundesministeriums für Finanzen betreffend Coronavirus:
https://www.bmf.gv.at/dam/jcr:a1282965-474e-49f0-a556-c438e1b3afc5/Steuerliche%20Sonderregelungen%20betreffend%20Coronavirus.pdf

Sozialversicherung für Selbständige – Informationen und online-Formulare zu Stundung, Ratenzahlung und Herabsetzung der Beiträge der SVS:
https://www.svs.at/cdscontent/?contentid=10007.857676&portal=svsportal&viewmode=content

Österreichische Gesundheitskasse – Auch die ÖGK hat ein Maßnahmenpaket für betroffene Betriebe geschnürt und bietet unbürokratische Erleichterungen für Unternehmen. Alle Informationen dazu in den jeweiligen Landesstellen.
https://www.gesundheitskasse.at

Für Arbeitnehmer
Arbeiterkammer – Informationen zu arbeitsrechtlichen Fragen für Arbeitnehmer:
https://www.arbeiterkammer.at/beratung/arbeitundrecht/coronavirus/index
 

Die wichtigsten Coronavirus-Telefon-Hotlines
Coronavirus-Hotline der AGES: 0800 555 621
Die AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH) beantwortet Fragen rund um das Coronavirus (allgemeine Informationen zu Übertragung, Symptomen, Vorbeugung) 24 Stunden täglich unter T 0800 555 621.

Telefonische Gesundheitsberatung: 1450
Bei Auftreten von Symptomen (Fieber, Husten, Kurzatmigkeit, Atembeschwerden) oder der Befürchtung erkrankt zu sein, bleiben Sie bitte zu Hause und wählen Sie die Gesundheitsnummer 1450 zur weiteren Vorgehensweise (diagnostische Abklärung).

Hotline des VKI zu reiserechtlichen Fragen: 0800 201 211
Bei rechtlichen Fragen rund um bereits gebuchte Reisen beraten die Experten des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) kostenlos täglich (auch an den Wochenenden) in der Zeit von 9 bis 15 Uhr unter T 0800 201 211.

Autor/in:
Diana Danbauer
Original erschienen am 19.03.2020: Die Wirtschaft.
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