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Elektro- und Elektronikindustrie 2014: Exporte auf 5-Jahres-Hoch, Produktionswachstum um 2,6 Prozent

10.07.2015

„Vor allem die gestiegenen Exporte und das Produktionsplus im vergangenen Jahr 2014 stimmen mich optimistisch“, erklärt Brigitte Ederer, Präsidentin des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI), anlässlich der Jahrespressekonferenz. Beides – abgesetzter Produktionswert und Exportquote – erreichten 2014 ein Fünf-Jahres-Hoch. Der Außenhandel stieg um über 4,0 Prozent. Auch der Umsatz kletterte um 5,9 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro.

Brigitte Ederer, Präsidentin des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) und Dr. Lothar Roitner, FEEI-Geschäftsführer.
Die vom FEEI genannten Kennzahlen des 1. Qurtals 2015.
Der Produktionswert der wichtigsten Sparten in 2014.

Die Elektro- und Elektronikindustrie, der zweitgrößte Industriezweig in Österreich, verzeichnete trotz verhaltener Wachstumszahlen für die EU ein Plus von 5,1 Prozent bei den Exporten in den EU-Raum. Vor allem die Volkswirtschaften in Deutschland, Ungarn, Polen, Slowakei, Rumänien und Kroatien sorgten hier für eine positive Bilanz. Auch der Export in die USA (2014: +9,4 Prozent) blieb auf einem hohen Niveau und belief sich auf einen Anteil von 9,1 Prozent an den Gesamtausfuhren der EEI. Der Export nach Asien stieg 2014 lediglich um 1,6 Prozent. Maßgeblich dafür war die langsamere wirtschaftliche Entwicklung Chinas. Mit einem Anteil von 11,8 Prozent an den österreichischen Gesamtausfuhren sind die Exporte der EEI von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung. „Eintscheidend für die Branche ist der Export", hob Dr. Lothar Roitner, Geschäftsführer des FEEI hervor. 4/5 aller Produkte seien für den Export bestimmt.   

Binnen-Nachfrage ist verhalten

Bereits 2014 ist die österreichische Wirtschaft kaum gewachsen (+0,3 Prozent), der Inlandsmarkt für Elektro- und Elektronikprodukte ist 2014 sogar um 1,5 Prozent leicht gesunken. Der Anteil der Inlandsaufträge an den Gesamtaufträgen der Elektro- und Elektronikindustrie lag im Jahr 2014 bei 20,6 Prozent. Auch für die Jahre 2015 und 2016 sagen Wirtschaftsforscher nur ein geringfügiges Konjunkturwachstum und eine zurückhaltende Investitionstätigkeit voraus. Gründe dafür sind die Konsolidierungen der öffentlichen Haushalte, restriktive Investitionspolitik und Sparpläne. Ob die expansive Geldpolitik im Euroraum für ein größeres Wachstum sorgen wird, bleibt abzuwarten. Deshalb erwartet die Elektro- und Elektronikindustrie nur eine geringe Steigerung der Binnen-Nachfrage.

Beschäftigtenzuwachs und Bildungsthematik

Durch die für die Elektro- und Elektronikindustrie positive Entwicklung im Jahr 2014 hat auch der Beschäftigtenstand wieder zugenommen. Ende 2014 belief sich die Zahl der Arbeiter und Angestellten auf 60.135 Personen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einer Zunahme von 997 Beschäftigten bzw. einem Zuwachs von 1,7 Prozent. Die Kapazitätsauslastung ist weiterhin hoch.

Als wichtiges Thema bei dem Änderungen vorgenommen werden müssen, ist laut dem FEEI die Bildung in Österreich. Brigitte Ederer und Dr. Lothar Roitner appellierten an die Politik, das Bildungsangebot in Österreich zu verbessern, denn Österreich falle hier stetig zurück. Man solle das Bildungshaus Österreich völlig neu bauen. (...) Die frühe Selektion reduziere gewissermaßen die Chancengleichheit und den Bildungserfolg der Schüler, gab Brigitte Ederer zu bedenken. Sie prognostizierte, dass man mit diesem Bildungssystem in zehn Jahren verlieren werde.

Sparte „Elektronische Bauelemente“ als Frühindikator für weitere Entwicklung

Fast alle Sparten verzeichneten im Jahr 2014 Zuwachsraten in der Produktion. Die Hersteller von elektronischen Bauelementen (9,6  Prozent Anteil am Gesamtproduktionswert) konnten ihre Produktion um 7,8 Prozent ausweiten. Das ist als positives Zeichen zu werten, denn der Absatz von elektronischen Bauelementen dient als Frühindikator für die weitere Produktion. Auch für 2015 erwartet die Sparte eine gute Entwicklung: im ersten Quartal liegt die Produktion um 8,7 Prozent über dem Vorjahresvolumen.

Die größte Sparte in der EEI, die Hersteller von Generatoren, Transformatoren und Motoren (16,9 Prozent Anteil am Gesamtproduktionswert), konnten nach zwei rückläufigen Jahren ihre Produktion wieder um 5,2 Prozent steigern. Auch elektrische Schalt- und Verteilungseinrichtungen (11,6 Prozent Anteil am Gesamtproduktionswert) haben um 9,2 Prozent zugenommen. Lediglich die Sparten Leuchten und sonstige elektrischen Ausrüstungen verzeichneten einen leichten Rückgang. Gründe hierfür sind die hohen Zuwachszahlen in den Vorjahren.

Ausblick 2015

Die Elektro- und Elektronikindustrie blickt zuversichtlich auf das Jahr 2015. Der Auftragseingang (+0,6 Prozent) bewegt sich auf Vorjahresniveau, der abgesetzte Produktionswert (+5,5 Prozent) im ersten Quartal 2015 zeigt eine deutliche Steigerung. Die Exportwerte verzeichnen sogar ein Plus von 6,3 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 20914. Der niedrige Euro-Kurs und die gesunkenen Energie- und Rohstoffpreise begünstigten die Ausfuhren der Branche. Österreich ist ein Exportland und sollte von der anziehenden Weltkonjunktur profitieren. 2015 und 2016 beträgt das weltweite Wirtschaftswachstum jeweils +3,6 Prozent. Aber die Konjunkturaussichten für Österreich sehen verhalten aus. Wirtschaftsforscher erwarten für 2015 nur ein Wachstum in Höhe von 0,5 Prozent, für das Jahr 2016 immerhin 1,3 Prozent – das ist erneut weniger als im EU-Durchschnitt und weniger als weltweit prognostiziert. Gründe für das spärliche Wachstum sind die restriktive Investitionspolitik, Konsolidierungen der öffentlichen Haushalte und Sparpläne der Regierungen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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