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KochArena

Gingen die E-Geräte gar nicht ab? Wohnen & Interieur hält Besucher-Niveau

18.03.2015

78.025 Besucher registrierte die soeben in Wien zu Ende gegangene Wohnen & Interieur. Damit liegt man über dem Niveau von 2014, als – bei bestem Wetter – nur gut 76.600 Interessierte gekommen waren, aber unter der Frequenz des Jahres 2013 (82.600). 2015 wird man an etlichen Stellschrauben drehen müssen, denn Elektrogeräte, Möbler-Koops und Küchen blieben heuer Aussteller-seitig großteils aus.

Garant Platzhirsch
Kika-Leiner Electric Living

Neun Tage lang (von 7. bis 15. März) fand die Wohnen & Interieur am Wiener Messe-Gelände statt, wie gehabt im Verbund mit der Wiener Immobilien-Messe am letzten Wochenende. Letztere konnte 3.500 Besucher verzeichnen, von denen viele auch in die W&I-Hallen wechselten. Durchaus gut fiel die Besucher-Befragung aus: 84,3 Prozent der Befragten zeigten sich mit der Messe sehr zufrieden, 87,9 Prozent wollen diese weiterempfehlen. Ebenso viele sagten, sie hätten vom Messe-Besuch profitiert. Zwei Drittel haben nach eigener Auskunft neue Produkte entdeckt, ein gutes Drittel neue Anbieter. Ein Viertel nutzte die W&I zu Bestellungen vor Ort, ein Fünftel will dies zu einem späteren Zeitpunkt tun.

 

Noch eine interessante Zahl: Ein Zehntel der Befragten definierte sich als Fachbesucher. Somit wären hochgerechnet fast 8.000 Planer, (Innen-)Architekten, Designer sowie Händler und Verkäufer aus dem Möbel- und Küchen-Handel auf dem Messe-Gelände anzutreffen gewesen. Und das, obwohl die Konkurrenz der Salzburger küchenwohntrends heuer zu einem merklichen Aderlass unter Ausstellern aus dem Elektro-, Küchen- und Verbands-Bereich führte (wir berichteten).

 

Des einen Freud, des andern Leid

 

Während die „Küchenhalle“ A durch eine große KochArena und Aussteller aus anderen Produkt-Bereichen aufgefüllt werden musste, berichtete mancher Aussteller in den anderen Messe-Hallen von gestiegener Frequenz: „Der Besuch ist eindeutig besser als im Vorjahr“, erzählt eine Mitarbeiterin der Lehner Raumwerkstatt. Der Stand des „Komplettlösers von Wohnvisionen“ bot den standesgerechten Rahmen zur Präsentation der Gaggenau-Geräte. Sei noch AEG erwähnt, der die KochArena mit Geräten ausstattete – damit ist die Aussteller-Riege aus dem Einbaugeräte-Segment aber auch schon so ziemlich durchdekliniert. Die meisten übrigen Industrie-Unternehmen glänzten durch Abwesenheit.

 

Auch viele der großen Küchen-Hersteller suchte man vergeblich in Wien. Jene, die dort waren, kamen dafür in den Genuss ungeteilter Aufmerksamkeit: „Die ersten vier Tage lief der Verkauf sehr gut. Wir sind auf Plan“ stellte Regina-Vertriebsleiter Christian Placho zum Zeitpunkt unseres Messe-Gesprächs fest. Die Rational-Tochter hatte die „White Experience“-Küche aus Köln mitgebracht (mehr dazu in unserem LivingKitchen-Nachbericht). Nicht zu übersehen war auch die Onda-Küche mit ihren gerundeten Formen und dem Orchideen-Farbton.

 

Zufriedene Tischler, kritische Verbände

 

Über mehr Aufmerksamkeit berichteten auch viele der Tischler in Halle C. Harald Almer (Tischlerei Almer, Gleisdorf) sieht „fast Aufbruchsstimmung“ in seiner Branche und will 2016 „in jedem Fall wieder mit dabei“ sein: „Was wir jetzt noch brauchen, ist Fein-Tuning bei der Qualität.“ Auch bei den grundsätzlich guten Marketing-Aktivitäten könne man noch etwas draufsetzen. Wesentlich weiter gehen die Änderungs-Wünsche, die von den – nicht ausstellenden – Verbands-Chefs und Hausgeräte-Lieferanten geäußert wurden: Verkürzung der Messe, Zusammenlegung mit der Bauen & Energie, nachvollziehbare Preisgestaltung.

 

Wobei service & more-Geschäftsführer Christian Wimmer bekennt, dass „die küchenwohntrends um nichts billiger sind“. Der Salzburger Messe, bei der die meisten jener ausstellen, die in Wien vermisst wurden, müsse es erst gelingen, die Händler und Fachbesucher zu überzeugen. „Alles, was neu ist, hat halt einen besonderen Reiz.“ MHK-Chef Ernst Tanzler sieht ein grundsätzliches Problem in Wien: „Ich vermisse die Story. So, wie die Wohnen & Interieur zurzeit dasteht, zahlt sich der beträchtliche Aufwand nicht aus.“ Martin Roy, der neue Chef des Veranstalters Reed Exhibitions, hat bereits angekündigt, das Konzept gemeinsam mit einem Fach-Beirat nochmals zu überarbeiten.

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