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Tabelle 1: Unternehmensinsolvenzen vom 1. Quartal 2015 gegenüber dem 1. Quartal 2014.

Insolvenzen sind rückläufig

12.05.2015

Die endgültigen Zahlen der Creditreform Firmeninsolvenzstatistik für das 1. Quartal 2015 zeigen die Fortsetzung der positiven Entwicklung des vergangenen Jahres: Die Unternehmensinsolvenzen sind um rund 11 Prozent auf 1338 Verfahren weiter zurückgegangen. 

Tabelle 2: Die Unternehmensinsolvenzen nach Bundesländern im 1. Quartal 2015.
Tabelle 3: Die Insolvenzen nach Branchen im 1. Quartal 2015.

Die Anzahl an eröffneten Verfahren ist dabei um 7 Prozent auf 801 Unternehmen gesunken. In 537 Fällen (-16,6 Prozent) wurden die Insolvenzanträge mangels kostendeckenden Vermögens abgewiesen. Ein weiterer Trend ist zu beobachten, dass vor allem viele Kleinst- und Kleinunternehmen scheitern. Die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer (2800) und Gläubiger (15.000) als auch die Höhe der Verbindlichkeiten (300 Millionen.) gehen zurück. Zu den Hauptursachen sagt Gerhard Weinhofer, Geschäftsführer des Gläubigerschutzverbandes Creditreform: „Managementfehler sind hauptverantwortlich für Insolvenzen: das Nicht-Erkennen einer Krise, fehlendes Risikomanagement, Unflexibilität im Wettbewerb. Vor allem Kleinunternehmen scheitern oft am Einmaleins des Unternehmertums, der Buchhaltung und dem Rechnungswesen.“

West-Ost-Gefälle

Der Blick auf die Bundesländer zeigt ein starkes West-Ostgefälle: Je weiter man in den West kommt, desto stärker sind die Insolvenzen rückläufig. In Tirol (-31,2 Prozent), Vorarlberg (-28,6 Prozent) und in Salzburg (-22,4 Prozent) sind die Insolvenzen am stärksten zurückgegangen. Die geringsten Rückgänge haben Niederösterreich (-1,7 Prozent), Kärnten (-2,6 Prozent) und das Burgenland (-4,4 Prozent) zu verzeichnen.

Die höchste relative Insolvenzbetroffenheit herrschte in Wien mit fast fünf Insolvenzen pro 1000 Unternehmen. Österreichweit wurden im Durchschnitt nicht einmal 4 Insolvenzen pro 1000 Unternehmen gezählt.  

Branchenvergleich

Die am stärksten betroffenen Branchen sind – wie üblich - das Bauwesen und die Verkehr- und Nachrichtenübermittlung (Transportwesen) mit 10,6 beziehungsweise 9,0 Insolvenzen je 1000 Branchenunternehmen. Am stärksten sind die Insolvenzen in der Branche Kredit- und Versicherungswesen sowie bei den Unternehmensbezogenen Dienstleistungen zurückgegangen. Erfreulich für den Industriestandort Österreich ist der Rückgang in der Branche Sachgütererzeugung um 14,7 Prozent.

Conclusio 1. Quartal 2015

Griechenland- und Ukrainekrise, EZB-Geldschwemme, eine Wirtschaft auf Kriechspur, Österreichs Unternehmen sind (noch) robust aufgestellt. Entgegen der landläufigen Beobachtung hinsichtlich pessimistischer Einstellung und negativer Prognosen gehen die Insolvenzen zurück. Grund dafür könnte sein, dass die deutsche Wirtschaft nach wie vor gut läuft, Ölpreis und Eurokurs niedrig sind und die Banken sich verstärkt um die Restrukturierung kümmern. Experten zufolge soll die Anzahl der außergerichtlichen Sanierungen die der Insolvenzfälle um das Vierfache übersteigen. Ebenso stellen in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten öffentliche Gläubiger nicht ganz so rasch einen Insolvenzantrag, sondern sind gegenüber säumigen Schuldnern etwas nachsichtiger. Aufgrund der in vielfacher Hinsicht volatilen Zeiten ist daher eine Prognose für die kommenden Monate nicht möglich.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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