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Internationaler James Dyson Award geht an Kanada

13.11.2015

Der in 20 Ländern ausgeschriebene James Dyson Award geht heuer an das Voltera V-One Team aus Kanada. Die vier Absolventen der Universität Waterloo überzeugten mit einem Rapid-Prototyping System, das Leiterplatten in Minuten druckt. 

Die Gewinner: das Voltera V-One Team bestehend aus  Jesús Zozaya, Katarina Ilic, James Pickard, Alroy Almeida (vlnr)
Der zweite Platz geht an Wei-Lun Huang und Hui-Huang Tsai aus Taiwan.
Mit 400€ ist die Ausrüstung auch für Freizeittaucher erschwinglich.

Leiterplatten findet man heute nahezu überall. Oftmals sind Ingenieure, Erfinder und Studierene auf schnell verfügbare und günstige Prototypen-Leiterplatten angewiesen. Deren Herstellung ist aber oftmals zeitaufwendig und teuer und muss wiederholt werden, sobald sich der Entwurf auch nur geringfügig verändert. Im Zeitalter des 3D- Drucks wirkt dieses Vorgehen beinahe prähistorisch. Und besonders kleine und mittlere Unternehmen, sowie Start-ups leiden darunter.

In Waterloo will man eine Lösung für das Problem gefunden haben. Mit dem Voltera V-One lassen sich Prototypen-Leiterplatten direkt vor Ort und innerhalb weniger Minuten ausdrucken. Der Leiterplattendrucker, der die Größe eines handelsüblichen Laptops hat, will die Start-up Industrie verändern. Er bedient sich derselben Rapid-Prototyping-Prinzipien wie ein 3D-Drucker, ist aber zudem i der Lage leit- und isolierfähige Tinte zu benutzen. Da er auch als Lötpastenspender funktioniert lassen sich der Leiterplatte weitere Komponente hinzufügen. „Viele Experten haben uns gesagt, dass unsere Pläne viel zu ambitioniert sind“, sagt Mitgründer Alroy Almeida. „Es sei unmöglich, ein Produkt, das effektiv Prototypen-Leiterplatten herstellt, zu bauchen. Wir haben das als Herausforderung gesehen.“

Als internationale Gewinner erhält das Entwicklerteam einen Zuschuss, um das Produkt marktreif zu machen. „Wir befinden uns derzeit mit Voltera an einem kritischen Punkt. Unsere Teile werden in China hergestellt und wir führen zusätzliche Tests in unserem Büro und unserer Fertigungslinie in Kanada durch. Den Gewinn des James Dyson Award werden wir zur Steigerung unserer Produktion nutzen“, erklärt Mitgründer Jesús Zozaya.  Auch James Dyson ist von dem Potential des Produkts überzeugt. „Das Voltera V-One Team besteht aus vier beeindruckenden Absolventen. Ihre Erfindung erleichtert die Herstellung von Prototypen für die Elektronikindustrie und macht sie sehr viel zugänglicher – vor allem für Studierende und kleine Unternehmen. Gleichzeitig kann sie viele weitere angehende Ingenieure inspirieren. Gerade das ist ein Punkt, den ich sehr leidenschaftlich betrachte.“
Die Auslieferung der Geräte soll Ende 2015 beginnen.

Rang 2 und 3

Der zweite Platz geht an Green Fairy, einem Wasser-Reinigungssystem aus biologisch abbaubaren Zellperlen. Stoffwechsel-Endprodukte, sowie Pestizide und Reinigungsmittel verschmutzen das Wasser und fordern die Algenblüte. So entsteht ein Mangel an Sauerstoff und Licht welcher dazu führt, dass Fische und Pflanzen sterben. Vor allem wirtschaftlich nicht so hoch entwickelte Länder benötigen eine einfache Lösung dafür.

Green Fairy besteht aus Zellperlen mit Mikroorganismen. Diese ziehen die Nährstoffe aus dem Wasser und verhindern die Algenblüte. Die Aktivität der Zellperlen wird vom Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis gesteuert. Kippt es in eine Richtung sind keine Algenblüte verursachende Nährstoffe mehr im Wasser und die Zellperlen sterben ab.

Den dritten Platz belegt die handliche und preiswerte Tauchausrüstung Express Dive aus Irland. Die Tauchausrüstung beschränkt sich auf wenige und kleine Teile. Geht der Luftvorrat zur Neige kehrt der Taucher zur Oberfläche zurück und befüllt den 1-Liter-Tank erneut per Knopfdruck. 

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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