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Kaffee im Ethik-Test: Illy und Nestlé vorne

25.06.2014

Der Trend zu zertifiziertem Kaffee hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt. Dadurch soll sichergestellt werden, dass bei der Rohstoffproduktion soziale und ökologische Mindeststandards eingehalten werden. "Doch die realen Bedingungen im Kaffeeanbau sind nach wie vor schlecht, viele Unternehmen lehnen eine direkte Verantwortung für die Behebung der Missstände ab", meint Peter Blazek von VKI. Gemeinsam mit anderen Verbraucherorganisationen hat der VKI acht bekannte Anbieter einem umfangreichen Ethiktest unterzogen.

Das vergleichsweise kleine Familienunternehmen Illy schnitt im aktuellen Test mit 73 von 100 Prozentpunkten insgesamt am besten ab. Vor allem im Bereich Sozialpolitik verfügt Illy über einen umfangreichen und länderspezifischen Zertifizierungs-Standard. "Was allerdings fehlt, ist eine unabhängige Kontrolle", kritisiert Peter Blazek vom VKI. "Auch der Umweltanspruch des Unternehmens beschränkt sich auf das Erfüllen der gesetzlichen Norm."

Ökologisch engagiert zeigte sich demgegenüber der Schweizer Nestlé Konzern, zu dem unter anderem Nespresso gehört. Nestlé ist zudem das einzige Unternehmen, das konsequent über seine Menschenrechts-Agenda berichtet. In der Gesamtbewertung erhielt Nestlé dafür 64 Prozentpunkte und landete auf Platz zwei.

Defizite bei Segafredo

Weniger erfreulich ist das Ergebnis dagegen für Lavazza. Das Turiner Familienunternehmen schneidet mit nur 28 Prozentpunkten schlecht ab und landet auf dem vorletzten Platz. Die niedrigste Gesamtbewertung erzielte am Ende jedoch Segafredo. Nur drei Prozentpunkte erreichte der italienische Anbieter im aktuellen Ethiktest. In dem Unternehmen, das eigenen Angaben zufolge in Brasilien die weltweit größte Kaffeeplantage besitzt, existiert laut VKI “de facto keine formale Nachhaltigkeitspolitik“.

Detaillierte Informationen zu allen geprüften Unternehmen und weitere Ergebnisse des internationalen Ethiktests gibt es ab 26.06. in der Juliausgabe der Zeitschrift Konsument.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Original erschienen am 25.06.2014: Elektrojournal.
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