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service & more-Chef Wimmer: „Es gibt keine Dilettanten am österreichischen Markt“

20.03.2015

Immer mehr deutsche Verbände streben nach Österreich. Sie treffen auf einen besetzten Markt mit starken Platzhirschen, weiß service & more-Geschäftsführer Christian Wimmer. Unter dem Motto des „Platzhirschen“ steht auch die neue Werbelinie der Verbands-Marke Garant, die im Herbst startet.

Christian Wimmer
Garant-Kampagne

An Möbler-Verbänden herrscht in Österreich wahrlich kein Mangel. Dennoch scheint man in Deutschland der Meinung zu sein, dass ein paar Kooperationen mehr nicht schaden können. Am 1. Jänner startete der Küchenring hierzulande seine Akquise- und Verbands-Tätigkeit, nun soll auch noch Dross & Schaffer bei uns weitere Handels-Schäfchen suchen.

 

Christian Wimmer, Chef der größten heimischen Kooperation, sieht’s entspannt: „Wir haben das beste Dienstleistungs- und Vermarktungs-Angebot. Newcomer können eigentlich nur abwerben, dazu müssten sie erst mal bessere Einkaufs-Konditionen bieten können.“ Service & more stimmt sich beim Grenz-überschreitenden Einkauf mit den deutschen Kollegen hinsichtlich der Konditionen ab. Und knapp 60 Prozent des Einkaufs-Volumens findet immer noch in Österreich statt. Dass österreichische Lieferanten forciert werden, hat Gründe: „Die deutsche Industrie, die nach Österreich kommt, geht meist gleich über die Großfläche, der Weg über den Fachhandel ist ihnen zu mühsam.“ Zudem seien die deutschen Produktionen oft auf Masse ausgerichtet.

 

Schwieriges Geschäft seit Ende 2014

 

Auch für Garant und WohnUnion sieht Wimmer kaum noch Möglichkeiten, in Österreich Mitglieder hinzuzugewinnen. Stattdessen geht der Blick nach Südeuropa: In Südtirol werde man in naher Zukunft von sechs aus voraussichtlich zehn Partner wachsen, in Slowenien wird man sich auf ein sattes Dutzend verdoppeln. In Kroatien hat service & more ein Mitglied, als nächstes will man in Montenegro die Fahnen pflanzen.

 

Und Österreich? In Österreich wird man bestehende Mitglieder vor allem dabei unterstützen, gesunde Geschäfte zu machen. „Wir sind über Jahre hinweg stark gewachsen, heuer wollen wir leicht über dem Markt zulegen“ – der momentan schwierig ist: Während Garant 2014 auf Vorjahres-Niveau blieb, gingen die WohnUnion-Umsätze zurück. „Noch zur Jahresmitte waren wir euphorisch, aber das vierte Quartal war eine Katastrophe“, erinnert sich der Kooperations-Chef. Gerade auch das Geschäft mit Küchen und Elektrogeräten sei eingebrochen. In den ersten beiden Monaten 2015 hat sich ein kumuliertes Minus von zehn Prozent angesammelt – „aber jetzt gibt es schon wieder mehr Anfragen“.

 

„Bewerbung der Verbands-Marke ist ineffizient“

 

Zusätzlich angekurbelt wird das Geschäft ab September durch die neue „Platzhirschen“-Kampagne. Diese rückt den Garant-Händler in seiner jeweiligen Region in den Vordergrund und wird über Prospekt, Plakat und Internet-Kanäle gespielt und durch individuelle Videos ergänzt. Werbung mit der Verbands-Marke ist für Wimmer kein Thema: „Das bedeutet wahnsinnig viel Aufwand bei einer heterogenen Struktur. Letzten Endes müssten wir uns auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen. Lieber arbeiten wir als Kooperation im Hintergrund, das wollen auch unsere Mitglieder so.“ Um die Händler in Stimmung zu bringen, wartet service & more am küchenwohntrends-Stand mit einem goldenen Platzhirschen auf.

 

Verführt werden die Besucher der Salzburger Messe auch von eVA (wir berichteten). Die „elektronische Verkaufs-Assistentin“ bietet eine zentrale Info-Plattform mit Katalogen, Preislisten und Verkaufs-Materialien der Industrie. Dabei kann nach Lieferanten oder Warengruppen selektiert werden. 80 Lieferanten sind bereits an Bord. Am 1. Mai, also rechtzeitig vor Messe-Beginn, wird das System live geschaltet.

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