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Umweltfreundliche Transformatoren heizen Londoner Schule

31.07.2015

Das Siemens Transformatorenwerk in Weiz hat von dem britischen Übertragungsnetzbetreiber National Grid den Auftrag für die Lieferung, Montage und Inbetriebsetzung von drei Transformatoren nach London erhalten.

Die Transformatoren zeigen sich sicher, umweltfreundlich und geräuscharm – sie werden zukünftig für die Beheizung einer Schule in London genutzt.
In den Tanks befindet sich synthetisches Ester, das die Transformatoren als Isolationsmedium verwenden.
Gerhard Geisswinkler und Dr. Stefan Pieper gaben im Rahmen einer Pressekonferenz weiterführende Informationen zu dem Projekt.

Die Transformatoren sind zur Kühlung und Isolierung mit Ester, einer umweltfreundlichen Alternative zu herkömmlichem Mineralöl, befüllt. Mit der Abwärme wird zukünftig eine Londoner Schule beheizt.  Die ersten beiden der drei Autotransformatoren mit 240 Megavoltampere (MVA) 400 / 132 / 13 Kilovolt (kV) wurden erfolgreich geprüft und ausgeliefert. Der dritte Transformator steht kurz vor dem Bahntransport von Weiz zum Donauhafen Linz. Im Herbst erfolgt die Anlieferung zur Baustelle nach London. Die Übergabe an den Kunden ist für April 2016 vorgesehen.

„Der gewonnene Auftrag zeigt, dass unsere Kompetenz im Transformatorenbau weltweit geschätzt wird. Das Werk in Weiz ist der größte Siemens-Standort für die Entwicklung und den Bau von Transformatoren“, erklärt Dr. Stefan Pieper, Leiter des Transformatorenwerks in Weiz. Der Standort ist seit über 120 Jahren untrennbar mit Produkten für die nachhaltige Energieerzeugung und -verteilung verbunden. „Gemeinsam mit unserem Kunden konnten wir eine maßgeschneiderte Lösung für die Anforderungen im urbanen Raum entwickeln. Erst aufgrund der innovativen Ester-Technologie und dem damit verbundenen extrem geringen Brandrisiko war eine Errichtung im dicht bebauten Stadtgebiet möglich.“

Gerhard Geisswinkler, Niederlassungsleiter Siemens Steiermark, fügt hinzu: „Siemens in der Steiermark ist ein wesentlicher Motor für die regionale Wirtschaft und Beschäftigung. Wir investieren ganz bewusst in die Produktionsstandorte im Bundesland und sorgen so für wesentliche Wertschöpfungsimpulse in der Region.“ Allein das Transformatorenwerk in Weiz beschäftigt mit den Aufträgen, die hier abgewickelt werden, bis zu 900 weitere Unternehmen in Österreich.

Transformatoren für besondere Ansprüche

Im dicht besiedelten Zentrum von Großstädten wie London ist es besonders wichtig, dass Transformatoren sicher, geräuscharm und umweltfreundlich sind. Für den Neubau eines Umspannwerkes in der britischen Hauptstadt hat das Siemens-Transformatorenwerk Transformatoren entwickelt, die diese Ansprüche erfüllen. Jeder der drei Transformatoren bringt zirka 300 Tonnen auf die Wage und kostet um die 15 Millionen Euro. 

Die Transformatoren verwenden: synthetischem Ester als Isolationsmedium: Diese Flüssigkeit kann sowohl durch Veresterung von Alkohol und Säuren als auch aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Ester ist biologisch abbaubar und hat ein extrem geringes Explosions- und Brandrisiko. Mit Ester isolierte Transformatoren eignen sich für den Einsatz in Umweltschutzgebieten und in Städten.

Eine Besonderheit der Transformatoren für London ist die sinnvolle Nutzung der beim Betrieb entstehenden Abwärme, die üblicherweise an die Umgebungsluft abgegeben wird. In Zusammenarbeit mit dem Kunden entwickelte Siemens eine Variante, um über ein Wärmerückgewinnungssystem ein angrenzendes Schulgebäude mit der Abwärme der Transformatoren zu beheizen. Rund 4000 kWh nutzbare Wärmeenergie erzeugen die drei Trafos pro Tag. Bei der Aufstellung von Transformatoren in Ballungsräumen spielt neben der Zuverlässigkeit und Sicherheit auch die Geräuschemission eine große Rolle. Es muss gesichert sein, dass der Transformator bei unterschiedlichen Lastbedingungen sowie auch der Kühler des Transformators möglichst geräuscharm operieren. Ein Dämmhaus sowie ein geräuschoptimierter Kühler mit frequenzgesteuerten Lüftern ergänzen das Low-Noise-Design. 

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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