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Von wegen „Bauen & Interieur“: „Messe-Doppel“ geht sich flächenmäßig nicht aus

30.03.2015

Verbesserungs-Vorschläge zur Wohnen & Interieur kamen zuletzt vor allem von Nicht-Ausstellern. Reed Exhibitions-Sprecher Paul Hammerl kommentiert die Ideen, darunter jene einer Zusammenlegung mit der „Bauen + Wohnen“. Man werde sich nun dahinterklemmen, um die Attraktivität der Messe zu erhöhen und die Zauderer zur Teilnahme zu motivieren.

Wiener Messegelände
Design-Abend

Die lange Dauer der Wohnen & Interieur ist immer wieder ein Kritikpunkt. Bei neun Tagen wird‘s im kommenden Jahr bleiben, weiß Hammerl aber schon jetzt: „Eine repräsentative Befragung unter den Ausstellern hat für fünf bzw. neun Messe-Tage ein ähnliches Ergebnis erbracht. Es gibt somit keine eindeutige Präferenz.“ Dabei hatte man erwartet, dass Möbel-Aussteller eher für fünf Tage votieren würden. Küchen-Aussteller würden aufgrund des hohen Aufwands beim Aufbau oft eine längere Messe bevorzugen.

 

Viele Küchenmarken, Hausgeräte sowie die Möbel-Verbände haben heuer gefehlt (wir berichteten). Wodurch die Küchenhalle A durch eine KochArena und Aussteller anderer Produktkategorien ergänzt wurde. Dass diese anderen Produkt-Gruppen wie etwa Wasserbetten oder Accessoires ausgerechnet den Abwesenden sauer aufstießen, gehört zu den Widersprüchlichkeiten der Situation. Auch wer nicht in Wien dabei war, hat sich keineswegs emotional verabschiedet. Gerade die KochArena erwies sich als Publikums-Magnet und soll fürs kommende Jahr bleiben.

 

1.000 Aussteller in vier Halle: Wie soll das gehen?

 

Einer aus Sicht der Frequenz erfolgreichen Messe tat die Abwesenheit weiter Produkt-Bereiche keinen Abbruch: Die Wohnen & Interieur 2015 registrierte mehr Besucher als 2014. Hammerl betont die Qualität der Besucher: „Laut unserer Umfrage ist die Investitions-Bereitschaft hoch. Die Messe ist kein Schau-Medium, die Leute kommen mit klar definierten Bedürfnissen.“

 

Mehrfach hörten wir in unseren Messe-Gesprächen die Anregung, die Wohnen & Interieur sollte mit der Bauen + Wohnen zusammengelegt werden. Der Reed-Sprecher kann dem nichts abgewinnen: „Dann hätte ich 1.000 Aussteller, für die ich siebeneinhalb Hallen benötigen würde. Das sind fast doppelt so viele, als wir am Standort Wien zur Verfügung haben. Ganz abgesehen davon sucht man Küchen auf einer Einrichtungs-, nicht auf einer Baustoffmesse.“ Auch den Vorwurf uneinheitlicher Preis-Gestaltung will er nicht gelten lassen: „Wir haben keine Restplatz-Börse, sondern bieten einen Frühbucher-Bonus. Das ist eine normale Vorgangsweise. Wir schleudern sicher nicht!“

 

„So einen Rahmen findet man sonst nirgends!“

 

Die Messe werde alles daran setzen, Aussteller, die heuer ausgeblieben sind, zurückzuholen. Hammerl: „Die Wohnen & Interieur muss an Attraktivität gewinnen.“ Optimierungen wird es im Qualitäts-Segment geben. Der Messe-Sprecher verweist auf die Designer-Halle D, die sehr wertig gestaltet war. Gut bei den Besuchern angekommen sei auch das Angebot abendlicher Vernissagen. „Viel Feintuning wird in der Gliederung und Gestaltung der Messe gemacht werden. Wir werden neue Wege der Sinnes-Anregung suchen, sei es durch Musik-Untermalung oder durch den Einsatz von Düften.“

 

Alleingänge wird’s keine geben. Vorerst stehen intensive Gesprächs-Runden an. Zusätzlich wird jeder Aussteller nach der Messe schriftlich befragt. Bei aller Experimentier-Lust sieht Hammerl keinen Grund, die Messe selbst in Frage zu stellen: „Ich kenne keine vergleichbare Plattform in Österreich! Wo sonst kann man 70.000 bis 80.000 Besucher fürs Einrichten begeistern? Auch viele Aussteller versichern uns, dass ihnen hier ein Rahmen geboten wird, den sie sonst nirgends haben.“

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