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„Als der Ofen kalt blieb“

20.11.2012

Am 2. Oktober wurde die Sonderausstellung „Als der Ofen kalt blieb" im Brennpunkt°-Museum für Heizkultur im feierlichen Rahmen eröffnet.

Bis zum 29. Mai 2013 können Besucher und Besucherinnen die außergewöhnliche Ausstellung „Als der Ofen kalt blieb" im Museum Brennpunkt° erleben. Die Ausstellung dokumentiert, wie Menschen in der Nachkriegszeit fast ohne Energie ausgekommen sind, den überlebensnotwendigen Erfindergeist und ihr Improvisationsgeschick. Historische Exponate, Fotos, Werbemittel und Zeitzeugeninterviews zeigen eindrucksvoll den erzwungenen improvisierten Alltag nach 1945.

Im Rahmen dieser Sonderausstellung wird ein besonderes Exponat in den Vordergrund gerückt: Der sogenannte „Hausfreund", eine kleine Blechkiste, die noch während des Krieges produziert und ausgegeben wurde, um bei Bombenangriffen ohne Gas und Strom kochen zu können. Der „Hausfreund" musste sich vor allem nach dem Krieg bewähren und wurde oft auch zur einzigen Wärmequelle umfunktioniert. Er gewann vor allem durch die sehr kalten und langen Winter der beiden Nachkriegsjahre an Bedeutung und steht so für die Improvisationsbegabung.

Weitere Themen der Ausstellung behandeln die nationalsozialistische Propaganda rund um den Kohlenklau, die Problematik der Versorgungslogistik und die Warnung vor Energieverschwendung. Sie reicht bis in die 1950er-Jahre, als sich die Energieversorgung stabilisierte und Zuwachs an Energieverbrauch als positives Zeichen des Wachstums verstanden wurde.

 

Themen und Erlebnis

Rund um den „Hausfreund" werden zeittypische Dokumente, Objekte und Filmmaterial präsentiert, es gibt Spiele, Karten, Plakate zum Kohlenklau, Plakate und Aufklärungsmaterial zu den Gassperrzeiten, Fotos von Wohnungen und Lebenssituationen, Filmausschnitte, Audiomaterial sowie Material zum Brennstoffverbrauch. Von zentraler Bedeutung sind Zeitzeugengespräche mit Personen, die sich an diese Heiz- und Kochpraxis erinnern.

Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
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