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In den 14 Reihenhäusern wird mit thermischer Bauteilaktivierung geheizt und gekühlt.

Bauteilaktivierung zieht im sozialen Wohnbau ein

03.10.2019

Die thermische Bauteilaktivierung (TBA) kommt immer mehr im sozialen Wohnbau zum Einsatz. Eines der ersten Projekte ist der Wohnpark Wolfsbrunn in Sommerein.

Letztendlich war es Architekt Ralf Steiner von AW/Architekten, der den Bauträger von der thermischen Bauteilaktivierung (TBA)  als alternatives Heiz- und Kühlsystem überzeugte. Er betont vor allem das Wohn-Wohlgefühl mit TBA, das er bereits von seinem eigenen Haus kennt: „Das System der thermischen Bauteilaktivierung ermöglicht umweltfreundliches Heizen und Kühlen, mit einem einzigartigen Komfort. Es gibt keine Zugluft, die Strahlungswärme temperiert die Räume gleichmäßig.“

Der Wohnpark Wolfsbrunn wird aus Ziegeln und Beton errichtet. Massive Gebäudestrukturen, insbesondere Geschoßdecken aus Beton, besitzen eine hohe thermische Speicherkapazität und eignen sich daher als thermische Energiespeicher, damit lassen sich Umweltenergien wie Wind, Sonne und Erdwärme gut nutzen. „Wir tragen als Architekten eine soziale Verantwortung und  hoffen, mit diesem Projekt unserer Vision eines standardmäßigen Einsatzes von Bauteilaktivierung im sozialen Wohnbau einen Schritt näher gekommen zu sein“, so Steiner. Die Energieplanung stammt von Harald Kuster, FIN – Future is now. Den Strom für die Wärmepumpen des Wohnparks liefern Windräder der EVN.

Betonbauteile statt Heizkörper

Das Pilotprojekt in Sommerein wird über ein Monitoring dazu beitragen, fortführendes Know-how zu gewinnen. "Großflächige Betonbauteile ersetzen den klassischen Heizkörper bzw. die Klimaanlage. Die Bauteilaktivierung ist prädestiniert für die Koppelung mit erneuerbaren Energiequellen, damit wird Klimaschutz im Wohnbereich aktiv umgesetzt", weiß Sebastian Spaun, Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie. Das System funktioniert folgendermaßen: Erneuerbarer Strom wird zu den kostengünstigsten Zeiten bezogen, in die Betondecke eingespeichert und bei Bedarf zur Temperierung der Räume verwendet. Mit ihrer hohen Speicherkapazität fungiert die Betondecke als Akku für die alternative Überschussenergie.

„Vor allem junge Menschen benötigen günstigen Wohnraum, mithilfe der Wohnbauförderung ist es uns als Bauträger möglich, diesen Bedarf zu decken – zudem freut es mich, dass wir mit dem Wohnpark Wolfsbrunn ebenso ein wenig zur sozialen Nachhaltigkeit beitragen können, denn in der zweiten Bauphase entstehen 22 Wohnungen wie auch ein betreutes Wohnkonzept. Somit bieten wir für jeden Lebensabschnitt höchste Wohnqualität zu leistbaren Preisen und mit Bauteilaktivierung“, erläutert Peter Schlappal, Geschäftsführer Südraum/EBSG.

Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
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