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Bis zu 80 Prozent Energieeinsparung bei Gebäuden

14.10.2019

Mit der ÖNORM H 5050 kann der Gesamtenergie-Effizienzfaktor berechnet werden. Austrian Standards weiß, dass dazu aber noch Wissensschatz gehoben werden muss.

Begrünte Fassaden helfen, die Klimatisierung der Gebäude zu begünstigen.

Die ÖNORM H 5050 beinhaltet nicht nur Anforderungen zur Berechnung des Gesamtenergie-Effizienzfaktors von Gebäuden, sie hilft auch Heizung und Kühlung nicht überdimensioniert zu planen, was ein häufiges Problem ist. Langfristig haben energieeffiziente Gebäude finanzielle Vorteile, denn bei konventionellen Gebäuden fallen rund 80 Prozent der Kosten in die Nutzungsphase. 
Das Einsparungspotenzial ist gerade bei Gebäuden enorm, wie Christian Pöhn von der Magistratsdirektion der Stadt Wien, Experte für Energieeffizienz- und Klimaschutzangelegenheiten im Gebäudesektor und Vorsitzender des Komitees rund um energieeffizientes Bauen bei Austrian Standards weiß: "Abhängig davon, ob es um einen Neubau oder um größere Renovierungen bestehender Bauten geht, sind Energieeinsparungen von bis zu 80 Prozent möglich, im Durchschnitt 50 Prozent realistisch."

Standards beschäftigen sich mit den notwendigen Details, und zwar auf allen Ebenen. Beispiele für klimarelevante Standards reichen von konkreten Baumaßnahmen, wie z.B. mit Vertikal- oder Dachbegrünungsmaßnahmen nach ÖNORM L 1136 der Energieverbrauch von Klimaanlagen reduziert werden kann, bis hin zu Managementstandards. Systematisches Energiemanagement in Organisationen und Unternehmen kann mithilfe des internationalen Energiemanagementstandards ISO 50001 in die Praxis umgesetzt werden.

Kühlen wichtig für die Zukunft

Austrian Standards-Komitee-Manager Josef Winkler kennt die Anforderungen der Zukunft: "Bisher waren Entwicklungen in der Baubranche darauf ausgerichtet, keine Energie für das Heizen aufzuwenden. Heute geht es aber vielmehr auch ums Kühlen. Mit den richtigen Strategien und gezielten baulichen sowie Begrünungs-Maßnahmen können Gebäude den Auswirkungen durch den Klimawandel entgegenwirken." Die Palette der Maßnahmen reicht dabei von der Verwendung von hellen Materialien für Dächer, dem Bau von Schatten spendenden Vordächern, der Begrünung von Dächern und Fassaden bis zu wärmebewussten Gebäudehüllen, die nicht nur vor Kälte im Winter, sondern auch vor Hitze im Sommer schützen.

"Nationale und internationale Standards können wesentlich zur Erreichung der Klimaziele beitragen. Besonders im Baubereich. Ihr Potenzial ist noch nicht ausreichend ausgeschöpft", sagt Elisabeth Stampfl-Blaha, Direktorin von Austrian Standards, und fordert, dass das vorhandene Expertenwissen als Schutzschild gegen die globale Klimaerwärmung strategisch besser eingesetzt wird. Gebäude tragen mit einem Anteil von etwa einem Drittel wesentlich zum Gesamtenergiebedarf und den CO2-Emissionen bei und seien daher wichtiger Bestandteil einer Klimastrategie.

Brigitte Jank, ehemalige Abgeordnete zum Nationalrat und Mitglied im Präsidialrat von Austrian Standards, präzisiert: "Teil der Klimaschutzstrategie muss sein, das in Standards vorhandene Expertenwissen besser zu bündeln und konsequenter anzuwenden. Da sind schnell einige Prozent weniger CO2-Ausstoß drin."

Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
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