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Helmut Bramann, Hauptgeschäftsführer des deutschen ZVSHK, sieht Arbeitgeber und Politik in der Pflicht, wenn es um die Beschäftigung von Mitarbeitern aus dem Ausland geht.

Chance für und durch Bewerber aus dem Ausland

24.08.2018

Klare Worte findet Helmut Bramann, neuer Hauptgeschäftsführer des deutschen ZVSHK, wenn es um die Beschäftigung von Migranten geht. Arbeitgeber müssen bereit sein, auch Bewerber aus dem Ausland aufzunehmen. Genauso müsse die Politik darauf schauen, mehr qualifizierte Facharbeiter ins Land zu lassen. Dann könne man auch dem Facharbeitermangel Herr werden.

Genauso wie in Österreich, macht sich auch in Deutschland der Mangel an Facharbeitern bemerkbar. Und in beiden Ländern werden Arbeitsplätze mit Migranten besetzt. Doch einfach ist das für die Betriebe nicht immer. 1.700 Flüchtlinge haben in Deutschland neue Arbeitsverträge im SHK-Handwerk abgeschlossen.
Helmut Bramann, neuer ZVSHK-Hauptgeschäftsführer, weiß: "Arbeitsmarktintegration braucht Zeit. Mangelnde Sprach- und Fachkenntnisse können nicht im Crashkurs ausgeglichen werden." Aus diesem Grund stellt er auch eine Forderung an die Politik: "Die Flüchtlinge allein werden die Lücke bei den Fachkräften nicht schließen können. Wir brauchen zunächst mal ein Zuwanderungsgesetz, das seinen Namen auch verdient, also konsequent Zuwanderung so reguliert, dass auch gezielt qualifizierte Fachkräfte ins Land kommen."

Kurze Einarbeitungszeit

Dies sei laut Bramann nötig, da die Anforderungen an die fachliche Qualifikation beständig steigt. Somit ist es für die Betrieb notwendig, nicht viel Zeit in die Einarbeitung von neuem Personal zu investieren. Damit dies möglich ist, brauche es auch schon im Vorfeld erworbene deutsche Sprachkenntnisse. 
Er sieht aber auch die Betriebe selbst in der Pflicht: "Sie müssen bereit sein, sich auf Bewerber aus dem Ausland vorbehaltlos einzustellen. Nur dann kann Arbeitsmigration erfolgreich sein. Ich bin überzeugt, das wird gelingen. Denn viele unserer Betriebe haben in den letzten Jahren mit viel Engagement Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung übernommen. Sie haben bewiesen, dass das SHK-Handwerk ausbildungs- und integrationswillige Migranten mit offenen Armen aufnimmt", meint Bramann.

Autor/in:
Bettina Kreuter
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