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Ein Spa am Haken

08.08.2014

Ein neues WellnessanlagenKonzept macht Schluss mit Baulärm und zerstörten Gärten. Der in Bayern entwickelte Spa Cube wird extern gebaut und einfach per Kran an den vorgesehenen Ort „gepflanzt“.

Der Prototyp dieses „modularen Architekten-Wellness-Außenhauses“ steht seit Anfang Juli im Spagarten des Hotel Gut Ising im bayerischen Chiemgau. Dessen Gäste, die gerade ihre Runden im Außenpool zogen, staunten nicht schlecht, als der Kubus über ihre Köpfe hinweg per Kran auf der Liegewiese positioniert wurde. Nach nur drei Stunden war alles vorbei, und das neue, moderne Private Spa war fix und fertig für den Gebrauch. An technischen Vorarbeiten mussten die Zu- und Abwasserleitungen hergestellt, die Kanalisation adaptiert und die Stromführung vorinstalliert werden.

Neue Attraktion im Garten
Das Gut Ising umfasst eine Gesamtfläche von 170 Hektar und besteht aus mehreren Gebäudekomplexen aus unterschiedlichen Epochen. Der gehobene Landhausstil zieht sich durch alle Bereiche, beim jüngsten Projekt regiert jedoch moderne, architektonische Schlichtheit. Spa Cube nennt sich der Würfel, der eigentlich ein Rechteck ist. Er thront als eigene kleine Wellnesswelt auf der Liegewiese des Spabereichs, uneinsehbar und dennoch mit großen Glasfronten und mit separater Terrasse ausgestattet. Die Außenhaut ist an den Flächen aus Wildeiche gestaltet, die Einrahmungen erscheinen in Betonoptik. Auch in der Innenausstattung wird die puristische Schiene beibehalten. Die Böden sind ebenso aus Wildeiche, die Liegenflächen in der Sauna sind aus Lindenholz. 

Noch mehr Privatsphäre
„Unser Konzept ist voll aufgegangen“, sagt Generaldirektor Christoph Leinberger zum Isinger Wellnesskonzept. Dieses verzichtet auf zu viel Entertainment und auffälligen Schnickschnack. Im Vordergrund stehen die Themen Entspannung und Behandlung. Die sieben Therapeuten (vor drei Jahren waren es noch vier) und die neun Behandlungsräume sind gut ausgelastet: „Die Wellnessanlage ist nach dem Hotel und dem Restaurant das am besten laufende Profit-Center“ (Anm: von insgesamt sechs), so Leinberger. Vor drei Jahren wurde eben diese komplett renoviert und zum Teil neu gebaut. In der ersten Baustufe konzentrierte man sich auf den Ausbau des öffentlichen Bereichs, integrierte aber bereits exklusiv nutzbare Räume mit Whirlpool, Ruhe- und Massagezone. Durch die aktuelle Erweiterung verstärkt man das Angebot in Sachen Private Spa, das nicht nur von den Hausgästen gut angenommen wird. Tagesbesucher aus der Region bringen eine Auslastung von etwa 35 Prozent. Zusätzlich gibt es noch einen Spaclub mit rund 70 Mitgliedern. 

Völlig losgelöst 
Insgesamt 38 Quadratmeter umfasst der Isinger Spa Cube und ist in drei gleich große Bereiche gegliedert: 

Links befinden sich die Sauna mit Dusche, mittig die Relax-Lounge. Ein besonderes Erlebnis ist das schwerelose Entspannen im Floatingbecken, das sich im komplett verdunkelbaren rechten Drittel des „Kastens“ befindet. Die aus der Raumfahrt stammende Technologie bewirkt durch die der Körpertemperatur angepasste Magnesium-Sulfat-Sole eine schnell erreichbare Tiefenentspannung. Der Salzgehalt – mit rund 34 Prozent höher als jener im Toten Meer – macht das entspannte Schweben möglich. 

Flexibles Modulsystem
Erdacht, konstruiert und gebaut wurde der Wellnesskubus von der ebenfalls in Chieming ansässigen Alpenmanufactur Franz Schroll. Die alteingesessene Tischlerei hat sich seit einigen Jahren – neben ihrem Kerngeschäft – auf innovative Wellness- und Saunaanlagen spezialisiert. Mit Gut Ising verbindet Schroll nicht nur die örtliche Nachbarschaft, es gab bereits eine erfolgreiche Zusammenarbeit beim erwähnten Um- oder Neubau vor drei Jahren. Neben Design und Funktionalität legt die Ideenschmiede Wert auf neueste Lösungen der Steuerungstechnik: So können alle Einstellungen im Würfel wie Temperatur, Beleuchtung, Beschattung, Musikanlage oder das Öffnen der Fensterfronten und Jalousien via iPad gesteuert werden. 
„Das flexible Konzept passt perfekt zu unseren Ansprüchen“, erklärt Christoph Leinberger. „Durch die gewachsenen Strukturen im Gut haben wir nur limitierten Platz, wir können nicht einfach Gebäude abreißen und ein neues bauen. Da kommt uns das integrierbare Modulsystem sehr entgegen.“ Die Spa Cubes sind als Einzelmodule gestaltet und daher frei nach Wunsch kombinierbar. Ob freistehend oder als Anbau – beides ist möglich. Zahlreiche Kombinationen ermöglichen sowohl die gewerbliche Nutzung für die Hotellerie als auch die Gestaltung eines Private Spas für zuhause. 

Alles auf Wunsch
Obwohl das Konzept danach klingt, darf man den Spa Cube nicht mit einem Fertigteilhaus verwechseln. „Der Kubus wird bei uns in der Werkstatt nach individuellen Wünschen komplett gefertigt, mittels Tieflader geliefert und per Kran an den vorgesehenen Platz gehoben“, erklärt Franz Schroll. Somit gibt es keine Bauzeiten am späteren Standort, und es ist eine saubere Sache für den Bauherrn. Die Schraubfundamente werden einen Tag vor der Montage eingedreht. Einzig die Versorgungsleitungen müssen vorbereitet sein. Neben allen Tischlerarbeiten erledigen Schroll und sein Team zum Teil auch die Elektro- und Haustechnikplanung und -ausführung „in house“. In Sachen Schwimmbadtechnik holt man sich externe Unterstützung: Die Floatingwanne ist eine Sonderanfertigung, die im Zusammenspiel mit einem Partner entwickelt wurde. „Die Wasseraufbereitung ist hier, um den hohen Hygieneansprüchen zu genügen, besonders aufwändig“, sagt Schroll. 

Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
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