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Energieeffizienzgesetz wird zum Schildbürgerstreich

27.08.2014

Die Initiative „Heizen mit Öl“ unterstützt seit 2009 den Umstieg von alten Ölheizungen auf moderne Öl-Brennwertgeräte. Laut dem neuen Energieeffizienzgesetz (EnEffG), welches am 9. Juli im Nationalrat beschlossen wurde, wird ab 2018 freiwillig darauf verzichtet, sich das Einsparungspotenzial dieser Energieeffizienzmaßnahme anrechnen zu lassen. 

Wer von einer alten Ölheizung auf moderne Öl-Brennwerttechnik umsteigt, spart schlagartig bis zu 40 Prozent Energie ein, und das mit relativ geringen Kosten von ca. 7.000 Euro. Zusätzlich wird dieser Umstieg auch noch von der Förderinitiative Heizen mit Öl, ganz ohne Verwendung von Steuergeldern, mit bis zu 3.000 Euro gefördert. Eine Maßnahme, die auch sozial schwächeren Haushalten den Umstieg auf energieeffizientes Heizen ermöglicht.

Energieeffizienzmaßnahmen werden unnötig verteuert

Heizen mit Öl kritisiert, dass man nun aus politischen Gründen auf das große Potenzial der über 800.000 heimischen Haushalte mit Ölheizungen verzichten will. Genau dort, wo man mit vergleichsweise geringem Aufwand hohe Einsparungen erreichen kann, verzichte man auf die Anrechnung als Effizienzmaßnahme. Dies bedeutet, dass am hochentwickelten heimischen Standort zukünftige Einsparungen nur mehr mit sehr hohem Aufwand und Kosten getätigt werden können. Die Initiative ist sich sicher: Bezahlen wird jedenfalls der Konsument.

Heizölhändler sollen keine Effizienzmaßnahmen beim Heizöl mehr tätigen können

Für die Heizöllieferanten bringt das die Situation mit sich, dass sie ab 2018 keine Energieeffizienzmaßnahmen mehr bei dem von ihnen vertriebenen Energieträger tätigen können. Damit sind entsprechende Ausgleichzahlungen vorprogrammiert. 

Die dem Energieeffizienzgesetz zugrunde liegende EU-Energieeffizienzrichtlinie sieht vor, dass Energieeffizienzmaßnahmen energieträgerneutral, objektiv und vor allem nichtdiskriminierend vorzunehmen sind. Der Ausschluss eines einzelnen Energieträgers, in diesem Fall Heizöl, wird auf europäischer Ebene zu überprüfen sein. "Zuerst dem Energiehändler vorzuschreiben, dass Energieeffizienzmaßnahmen zu tätigen sind, und ihm dann verbieten eben diese durchzuführen, kann nicht dem Zweck der EU Richtlinie entsprechen", so Mag. Martin Reichard, Geschäftsführer der Heizen mit Öl GmbH.

 

Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
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