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Handwerksübergreifende Zusammenarbeit

08.08.2014

„Den letzten beißen die Hunde“ – dieses alte Sprichwort passt auf kein Berufsbild besser als auf das des Installateurs. Schließlich verläßt er in der Regel als letzter die Baustelle.

Der Planer verplant sich, der Baumeister verbaut sich, der Elektriker verstemmt sich, der Maler vermalt sich, der Putzer verputzt sich, der Estrichleger vermisst sich, und dann kommt der Fliesenleger und soll für alles geradestehen und mit seiner wunderschönen Keramik alle Fehler wegmachen. Auch der Installateur hat die Probleme bei den Komplettierarbeiten, wenn die Maßtoleranzen von seinen Armaturenteilen oder Duschabtrennungen unter- oder überschritten werden. Im Schadensfall werden die für die Optik Verantwortlichen zum Handkuss gebeten. Verletzung seiner Warn- und Hinweispflicht! Um das zu vermeiden, wird bereits an gewerksübergreifenden Regelwerken und Normen gearbeitet, um Schnittstellenfehler zu vermeiden. In einigen Bundesländern gibt es dazu sogenannte Round-Table-Gespräche.

Vorreiter und Vorbild ist die Zusammenarbeit zwischen Fliesenleger und Installateuren. Nach einem vorsichtigen „Beschnuppern“ gelang es dem österreichischen Fliesenverband gemeinsam mit der Bundesinnung der Installateure sogar, ein Schriftstück zu entwerfen. Und zwar ein Merkblatt zum Thema „Verbundabdichtung mit einem Oberbelag aus Keramik und Naturstein“. Im Wesentlichen geht es darum, die Schnittstellen bei der Badezimmerverfliesung und Installation, speziell in Hinsicht der An- und Abdichtungen, gemeinsam zu lösen und besser zu kommunizieren. Auch der Planer wird in diesem Regelwerk (das natürlich anerkannter Stand der Technik ist) mehr in seine Verantwortung geholt.

Der Installateur findet seine Verpflichtungen im Merkblatt 3 zum Beispiel im baulich-schalltechnischen Einhalten der ÖNorm B8115-2, oder Installationsdurchführungen sind vom Installateur vor Beginn der Verbundabdichtungsarbeiten so auszuführen, dass diese mit einer passenden Dichtmanschette in die Verbundabdichtung eingebunden werden können. Nachdem im Regelfall auch unter der Badewanne und Duschtasse abgedichtet werden muss, ist das Aufstellen dieser erst nach vollständiger Ausführung und Aushärtung zulässig. Armaturenauslässe von Wasserrohrinstallationen müssen über dem verlegereifen Untergrund mindestens sieben Millimeter und dürfen maximal zwölf Millimeter herausragen. Abflussrohre müssen mindestens 30 Millimeter im rechten Winkel aus dem Untergrund herausragen. Bei Bodenabläufen hat die Einbindung an den Dichtflansch so zu erfolgen, dass eine Sekundärentwässerung auf der Dichtebene über den gesamten Einlaufquerschnitt sichergestellt ist.

Schraubbare Dichtflanschanschlüsse samt Dichtungsring sind vom Installateur zu montieren. Klebeflanschanschlüsse der Abläufe müssen eine Breite von mind. 40mm aufweisen, eine geeignete Oberfläche haben, und sämtliches Originalzubehör ist dem Fliesenleger nachweislich zu übergeben. Fordern Sie für weitere Details einfach das Merkblatt Nr. 3 beim österreichischen Fliesenverband oder Ihrer Bundesinnung an. Eine soeben erstellte Checkliste soll übrigens dabei helfen, das Zusammenspiel des Installateurs und des Fliesenlegers auf der Baustelle zu regeln. 

Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
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