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Altbekannte Herausforderungen für die Baubranche: Die Ergebnisse der regelmäßigen Expertenbefragng sind seit Jahren stabil und bewegen sich lediglich innerhalb der statistischen Schwankungsbreite. Fotos: frankts.Altbekannte Herausforderungen für die Baubranche: Die Ergebnisse der regelmäßigen Expertenbefragng sind seit Jahren stabil und bewegen sich lediglich innerhalb der statistischen Schwankungsbreite. Fotos: frankts.

Herausforderung Bauschäden

22.08.2014

Baufehler und daraus resultierende Mängel und Schäden sind die größte Herausforderung für die gesamte Baubranche. Das zeigt der neueste Durchgang der jährlichen Expertenbefragung.

Daher überholt dieses Thema alle anderen zur Diskussion gestellten quasi aus dem Stand, denn die Liste der bisher 16 vorgegebenen „Fragen, vor denen die Baubranche steht“ wurde wegen des aktuellen Schwerpunktthemas erweitert: „Bauschäden vermeiden/minimieren“ wurde heuer erstmals abgefragt.

Langjährig bekannte Herausforderungen

Die Bereiche Bauen, Wohnen und Mobilität werden bisher weitgehend getrennt betrachtetet, deren Zusammenwachsen dank autonomer lokaler Energiegewinnung und Elektromobilität wird wohl auch noch einige Zeit und Mühe erfordern. „Raumnutzung optimieren“ landet sogar am letzten Platz (Note 3,06). Die positiven Erfahrungen an der TU Wien mit dem IT-Projekt MoreSpace bleiben also bisher offenbar folgenlos.
Jene 16 Fragen hingegen, die seit 2011 gleichlautend gestellt werden, bekommen wieder Durchschnittsnoten zwischen 1,6 und 2,6: somit erscheinen alle weiterhin ziemlich wichtig. Für das eigene Unternehmen in den nächsten fünf Jahren am bedeutendsten – nach „Bauschäden vermeiden“ – sind „Vermeidung sommerlicher Überhitzung“, „Energieausweis“, „Nutzung erneuerbarer Energie“, „Umfassende Sanierung von Gebäuden“, „Primärenergiebedarf“ und „Innenraumluftqualität“ (etwa gleichauf mit Noten 1,64 bis 1,75 auf Rang 2 bis 7). „Heizwärmebedarf“, „CO2-Ausstoß“ und „EU-Gebäuderichtlinie (EPBD/GEEG)“ gehören zu dieser Spitzengruppe und liegen heuer knapp dahinter (Noten 1,90/1,94/1,95). Obwohl die Zeitreihen einen sehr bewegten Eindruck machen, sind die Ergebnisse insgesamt weitestgehend konstant: Alle Antworten ergeben von Jahr zu Jahr fast gleiche Noten und Ränge. Das Auf und Ab bewegt sich größtenteils innerhalb der statistischen Schwankungsbreite; vereinzelte signifikante Bewegungen werden im Folgejahr durch eine Gegenbewegung wieder ausgeglichen. Die einzige anhaltend signifikante Veränderung betrifft „Vorfertigung“: 2011 noch im Mittelfeld (Note 2,01), ist sie 2013 auf den vorletzten Platz abgerutscht (Note 2,21) und 2014 nochmals zurückgefallen (Note 2,37).

Klima und Energie punkten nach wie vor

Ebenfalls seit 2011 ist die unterschiedliche Einschätzung verwandter Fragen unverändert geblieben: „Vermeidung sommerlicher Überhitzung“, „Energieausweis“ und „Innenraumluftqualität“ werden als deutlich wichtiger bewertet als ihre Pendants „Wärmespeicherfähigkeit“, „nachhaltige Gebäudezertifizierung“ und „Kontrollierte Wohnraumlüftung“:
Alle Ergebnisse resultieren aus den Antworten zu den „Zukünftigen Herausforderungen für die Baubranche“. 
Die Auswertung der anderen zehn Fragen sollte demnächst abgeschlossen sein. Das Schwerpunktthema Bauschaden wurde folgendermaßen durchleuchtet:

  • Welche Fehler kennt man selbst oder durch ­Branchenkontakte, und wie häufig sind sie?
  • Welche Kosten verursachen diese Fehler?
  • Wie entstehen Mängel und Schäden an Bauwerken?
  • Besteht ein Zusammenhang zwischen Gebäude­konzept und Fehlerwahrscheinlichkeit? 
  • Besteht ein Zusammenhang zwischen Baustoffen und Fehlerwahrscheinlichkeit? 
  • Wer hilft bei der Lösung von Problemen?
  • Wo sollte man ansetzen, um die Qualität von Bauten zu verbessern?

Zusätzlich gibt es wieder aktualisierte Werte für „Bekanntheit der Gebäudekonzepte“ und deren „Marktaussichten“. Zu beiden Themen liegen dann – wie für die „Zukünftigen Herausforderungen“ – Zeitreihen mit vier Datenpunkten vor. Damit werden interessante statistische Auswertungen möglich, neben Signifikanzberechnungen etwa unterschiedliche Trendverläufe. 

Fakten für die EPBD

Die Expertenbefragung „Zukunft Bauen“ wurde konzipiert, um den Prozess zur Einführung der Europäischen Gebäuderichtlinie EPBD mit fundierter Information zu begleiten. Dauerthemen sind Bekanntheit von Gebäudekonzepten und deren Marktaussichten sowie Zukunftsfragen der Baubranche. Die weiteren Fragen wechseln jährlich, Themen dafür können auch von Auftraggebern eingebracht werden. Für die Anregung zum Thema „Bauschaden“ danken wir DI Robert Rosenberger von der Geschäftsstelle Bau.
Diese Befragung von Bauexperten – Personen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Bau – wurde in Österreich erstmals 2011 durchgeführt und seither im Jahresabstand wiederholt. 2014 wurde die Studie wieder als Eigenleistung der Unternehmensberatung Mag. Siegfried Wirth in Kooperation mit klima:aktiv Bauen und Sanieren durchgeführt und von Interessenvertretungen, Verbänden und Mailinglisten durch die Weiterleitung der Einladung an Mitglieder und Partner unterstützt. 


Service 

Die aktuellen Befragungsergebnisse sind auszugsweise auf www.expertenbefragung.com/index.php/zukunft-bauen/zukunft-bauen-2014 abrufbar. 

Die Gesamtauswertung kann kostenpflichtig erworben werden, zusätzlich sind Detailauswertungen möglich. Diese stehen allen Interessenten offen. 

Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
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