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Körperwärme als Heizung genutzt

17.06.2010

Schwedische Ingenieure konnten eindrucksvoll demonstrieren, dass Passivhaus-Technik, die unter anderem die Abwärme des menschlichen Körpers nutzt, sich auch für den großen Maßstab eignet und zwar anhand des 13-stöckigen und 27.000 Quadratmeter großen Bürogebäudes "Kungsbrohuset", das sich unmittelbar neben dem Stockholmer Hauptbahnhof befindet.

Wenig Technik – großes Ergebnis

Beheizt wird der kürzlich eröffnete Bau mittels Körperwärme von 250.000 Zugpendlern, die täglich durch den Bahnhof eilen. Jeder Mensch erzeugt je nach Aktivität zwischen 50 und 100 Watt Energie. Dieses Potenzial kann auch in großem Maßstab genutzt werden. Die so aufgewärmte Luft der Bahnhofshallen wird über Ventilatoren zu großen unterirdischen Wassertanks geleitet. Das so gewärmte Wasser fließt dann bis in das Heizsystem des 100 Meter entfernten Bürogebäudes und hilft dort, Heizkosten zu sparen.

Die hierfür nötigen technischen Voraussetzungen benötigte sind längst existierende Technologie wird von der Projektleitung betont: "Wir sind sonst keine Experimente eingegangen um dadurch zu zeigen, dass man ein hervorragendes Haus mit heutiger Technik errichten kann." Einzig der Wärmeverlust bei einer zu überwindenden Übertragungsdistanz von 100 Metern sei eine spezielle Herausforderung gewesen. Doch selbst hier fand lediglich Standard-Isolierung Verwendung. Jährlich kann somit ein Fünftel der Heizkosten eingespart werden.

"Grünes" Bürogebäude als Prototyp
Überall dort, wo sich viele Menschen bewegen, ist die Anwendung dieses Prinzips, laut dem Sprecher des Immobilienunternehmens und Beitreibers Jernhusen sinnvoll: "Das könnten ebenso gut Einkaufszentren, Sportstadien oder große Bürogebäude sein." Neu an dem schwedischen Projekt ist, dass die menschliche Abwärme eines Gebäudes ein anderes beheizt. Außerdem bringt sie auch Nutzen für die Klimatisierung des Bahnhofs.

Zusätzliche Maßnahmen werden allerdings zur Senkung des Energieverbrauchs im Bürohaus eingesetzt. So nützt etwa seine Doppelfassade das Sonnenlicht und isoliert gleichzeitig, ebenso wird die Raumklimatisierung mit dem Wetterbericht abgestimmt, um Überhitzung zu vermeiden und das Kühlungssystem speist sich aus dem Wasser eines nahen Sees. Auch wird den Mietern gezielte Umweltberatung, Ladestationen für Elektroautos sowie eine überwachte Fahrradgarage mit Umkleideräumen und Duschen geboten.

www.kungsbrohuset.se

 

Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
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