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market-Studie durchleuchtet Sanitärbranche

06.02.2018

Eine Studie des market-Instituts bescheinigt der Sanitär-Branche eine positive Grundstimmung aufgrund der guten Auftragslage. Doch trotz vielversprechender Zahlen steht der Aufschwung auf wackeligen Beinen.

v.l.n.r. Werner Beutelmeyer, Helmut Schwarzl, Iris Ortner, Thomas Salzer, Stephan Wabnegger

Eine gute Auftragslage und das Wirtschaftswachstum sorgen für eine positive Grundstimmung in der Sanitär-Branche. 72 Prozent der Befragten sehen die Situation „sehr positiv“ oder „eher positiv“. Zudem hat sich die Branchenstimmung laut 58 Prozent der Befragten in den vergangenen drei bis fünf Jahren verbessert.

„Geberit verzeichnet zwar schon seit Jahren eine konjunkturunabhängige, anhaltend positive Auftragslage, die vor allem auf guten Partnerschaften und technischen Innovationen beruht. Doch auch das gegenwärtige Wirtschaftswachstum und die florierende Wirtschaft wirken sich günstig auf die Auftragslage bei uns aus, denn niedrige Zinsen auf Kredite begünstigen Bautätigkeiten und Investitionen ins Eigenheim. Viele Österreicher nutzen die günstige Wirtschaftslage, um ihr Bad an die gegenwärtigen Maßstäbe anzupassen und investieren in Modernisierungen“, sagt Stephan Wabnegger, Geschäftsführer der Geberit Vertriebsgesellschaft in Österreich. „Egal, ob Neubau oder Renovierung eines Bestandsbaus, jede Immobilie benötigt Sanitäranlagen – das ist für unsere Branche und natürlich auch für Geberit gut. Sanitäranlagen nehmen hier nicht nur einen der größten Kostenpunkte ein, sondern sind momentan auch die gefragtesten Investitionen ins Eigenheim.“ erklärt Helmut Schwarzl, Geschäftsführer der Geberit Produktionsgesellschaft in Österreich.

Flaschenhals „Fachkräftemangel“

Große Branchenveränderungen und zahlreiche Herausforderungen für die Zukunft deuten allerdings darauf hin, dass der derzeitige Aufschwung schwer zu halten sein wird. Vor allem der Fachkräftemangel macht der Branche – wie auch vielen anderen – zu schaffen. Es wird immer schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter bzw. gute Fachkräfte zu bekommen.

79 Prozent der Befragten sehen einen Fachkräftemangel in der Branche – davon 58 Prozent einen sehr großen und 21 Prozent einen eher großen. Zudem betrachten 84 Prozent das „Finden qualifizierter MitarbeiterInnen“ als wichtige Herausforderung für die Zukunft.

„Es wird – wie auch in vielen anderen Branchen – immer schwieriger, gute Fachkräfte zu finden, aber auch, Nachwuchs in den eigenen Betrieb zu bekommen und diesen dann auszubilden. Vor allem bei geburtenschwachen Jahrgängen und wegen der Vielzahl an Ausbildungsmöglichkeiten herrscht ein großer Wettbewerb um die besten Nachwuchskräfte. In Deutschland ist die Lage noch dramatischer. Dort gibt es bereits hohe Auftragsrückstände, die nicht mehr bewältigt werden können. In Österreich müssen wir jetzt entgegensteuern“, sagt Thomas Salzer, Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich und Geschäftsführer der Salzer Gruppe.

Die Jugendlichen von heute sind unsere Fachkräfte von morgen. Sie bringen viele Fertigkeiten mit, die vorherige Generationen während ihrer damaligen Ausbildungszeit noch nicht erlernt haben – Stichwort: Digitalisierung. Gleichzeitig stehen wir auch dadurch vor Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Keine bzw. wenig Bereitschaft zur Lehre, das schlechte Image der Lehre, fehlende Anreize für den Beruf des Installations- und Gebäudetechnikers (umgangssprachlich: Installateur) und fehlende Arbeitsmoral der Jungen sind laut Studie die Hauptgründe für den Fachkräftemangel. Zudem entwickelt sich die Branche natürlich weiter. Innovationen bei Materialien oder Montagearten sowie immer kürzere Bauzeiten erfordern ein hohes Maß an Know-How und Einsatzbereitschaft sowie laufende Weiterbildung.

„Es ist wichtig, sowohl den Stellenwert der Lehre als auch die Attraktivität der Branche zu steigern. Junge müssen gezielt zur Lehre motiviert werden. Gefordert ist an dieser Stelle auch die Bildungspolitik“, erklärt Iris Ortner, Mitglied der Geschäftsführung der IGO-Ortner Gruppe und Geschäftsführerin der Ortner GmbH

Geberit Österreich wird als Folge der Studienergebnisse seine Bemühungen intensivieren, um die österreichischen Installateure auf der Suche nach Installateur-Nachwuchs zu unterstützen. „Wir streben einen Schulterschluss mit der Sanitärbranche im Kampf gegen den Fachkräftemangel in Österreich an. Wir bilden zwar selbst keine Installateure aus, schulen aber pro Jahr über 3700 Personen der HKLS Branche bei Schulungen und Trainings im eigenen Haus sowie bei externen Veranstaltungen. Mit gemeinsamen Anstrengungen soll der Lehrberuf des Installateurs an Attraktivität für zukünftige Generationen gewinnen. Hierfür haben wir 2018 eine weiterführende Lehrlingskampagne geplant, mit der wir in österreichische Schulen gehen, um den Lehrberuf des Installateurs wieder attraktiv zu machen“, sagt Stephan Wabnegger, Geschäftsführer der Geberit Vertriebsgesellschaft in Österreich.

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