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Österreich verheizt soviel wie Mumbai

14.05.2019

Die Statistik Austria legt neue Zahlen zum Heizenergieeinsatz und Gesamtenergieeinsatz vor und zeigt: In den Wintern 2017 und 2018 stieg er erstmals seit zehn Jahren wieder an.

Der österreichische Heizenergieeinsatz von 2017/18 entspricht in etwa dem Jahresenergieverbrauch der 15-Millionenmetropole Mumbai – Strom, Industrie und Verkehr inkludiert. Die Zahlen sprechen laut Zukunftsforum SHL eine klare Sprache: Ohne effizientere Heizsysteme lässt sich der Klimawandel nicht bekämpfen.

Mit 286.026.534 Terajoule (TJ) ist der Gesamtenergieeinsatz der Österreicher erstmals seit zehn Jahren wieder gestiegen – um 3,3 Prozent. Der Heizenergieeinsatz stieg im Vergleichszeitraum sogar um 3,7 Prozent auf 199.965 TJ. Anstatt zu sinken ist der österreichische Heizenergieeinsatz im Vergleich zu 2015/16 um 3,7 Prozent gestiegen und nahm damit deutlich stärker zu als die Anzahl der Haushalte (+1,3 Prozent). „Wir dürfen unsere Zukunft nicht verheizen! Gerade im Hinblick auf die österreichische Klimabilanz müssen wir endlich handeln und unseren Energieverbrauch mittels effizienterer Heizsysteme reduzieren“, appelliert Andreas Rotter, Obmann des Zukunftsforums SHL und Salzburgs Installateur-Landesinnungsmeister.

Spitzenreiter Tirol

Spitzenreiter in der Verbrauchszunahme bei der Heizenergie ist Tirol (+ 1.677 TJ), gefolgt von Oberösterreich (+ 1.638 TJ), Niederösterreich (+ 1.447 TJ), der Steiermark (+ 1.420 TJ), Kärnten (+ 1.080 TJ), dem Burgenland (+ 227 TJ) und Vorarlberg (+ 57 TJ). Nur in Salzburg (223 TJ) und Wien (- 98 TJ.) nahm der Heizverbrauch ab. Als Einflussfaktoren können klimatische Verhältnisse angeführt werden, die sich in den kommenden Jahren potentiell verstärken dürften. Mit der globalen Erderwärmung nehmen auch extreme Wetterverhältnisse zu, wie z.B. Kältewellen in Mitteleuropa.  Während in der Vergangenheit die Atmosphäre über der Arktis durch den Jetstream relativ isoliert war, sorgt nun ein verringerter Temperaturunterschied zu südlicheren Regionen für ein Abschwächen des Windes, sodass kalte Polarluft immer häufiger nach Europa gelangt und den Heizbedarf steigen lässt.  

Anreize für Verbraucher

„Um den Modernisierungsstau bei Heizungen endlich aufzulösen, braucht es gezielte Information, Beratung und Anreize, die auch wirklich bei den Verbrauchern ankommen“, fügt Martin Hagleitner, stv. Obmann des Zukunftsforums SHL und Vorstand Austria Email, hinzu. Darüber hinaus empfiehlt Hagleitner eine Optimierung der Energieberatung in Form von Qualitätskriterien. Auch steuerliche Begünstigungen im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung auf Eigenheime, Eigentumswohnungen sowie Mietwohnungen und die Verkürzung der Abschreibungsdauer bei Instandsetzung von Gebäuden dürfte den Sanierungshunger der Österreicher im Zeichen des Klimaschutzes neu entfachen.

https://www.statistik.at/web_de/statistiken/energie_umwelt_innovation_mo...

Autor/in:
Bettina Kreuter
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