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Platz da!

24.02.2011

Frischen Wind im Bad der Zukunft versprechen uns die zwei deutschen Hersteller Duravit und Hansgrohe, die im bereits bewährten Doppelpack in den Schwarzwald luden, um schon einmal einen ersten Blick auf deren Neuheiten der heurigen ISH zu erlauben.

Duravit regt dabei an, Platz für Neues zu schaffen, lässt aber gleichzeitig auch Gutbewährtes einfach nur ein bisschen aufmöbeln – man kann ja nicht ständig alles neu erfinden. Hansgrohe schlägt in dieselbe Kerbe, geht aber seine Sache ein bisschen anders an: So werden hier nicht nur einige durchaus revolutionäre Produkte vorgestellt, sondern gleich neue konzeptuelle Wege eingeschlagen.

Die Zukunft gestalten
Einleitend zum Hansgrohe-VIP-Forum 2011 gab es gleich einmal vorweg eine kleine Nachhilfestunde in Sachen Leben und Wohnen in der Zukunft. Aus dem Zukunftsinstitut um Matthias Horx war der Geschäftsführer und Zukunftsforscher Harry Gatterer angereist, um in einem kurzen Überblick auf das Kommende einzustimmen. Hier erfuhr man einiges von den Trendebenen (wie Natur, Gesellschaft, Zeitgeist, Mode oder Produkte), den Megatrends (Individualisierung, Gesundheit oder Female Shift) und deren Auswirkungen. Wohnen ist ein temporäres Phänomen; wir werden flexibler – es gibt weniger Hochzeiten, mehr Scheidungen, wandelnde Jobs, lebenslanges Lernen, späteren Ruhestand. Nur was uns wirklich in der Bewältigung des Alltags nützt, was am besten auf den ersten Blick Sinn macht, findet erfolgreiche Verwendung: „Universal Design“, das intuitiv für alle verständlich ist. Ein Wandel der Werte zu einer nachhaltigeren Lebensweise hat stattgefunden, niemals war der Stellenwert der Gesundheit höher, unsere Wohnräume mutieren zu Wohlfühloasen. Die Räume werden modular in unterschiedlichen Zonen genützt. So etwa besteht die Intimzone, der besondere Wichtigkeit zukommt, aus Schlafzimmer und Bad, denn hier regeneriert man sich, erholt sich und entspannt. Und dass dies dort auch wirklich die gewünschte Erholung bringt, garantieren schon einmal die Neuheiten der Bäderhersteller Hansgrohe und Duravit.

Überzeugend auf der ganzen Linie
„Wirklich innovativ ist ein Produkt, wenn es einen echten Mehrwert in Form von mehr Lebensqualität schafft. Das ist wichtig, um sich vom Wettbewerb abzusetzen“, erklärt Hansgrohe-Vorstandsvorsitzender Siegfried Gänßlein anlässlich des ISH-Auftakts in Schiltach. Diese Formel macht sich letztlich ja auch die neue Serie Axor Bouroullec, die mit Erwan und Ronan Bouroullec entstand und neue Möglichkeiten und Freiräume erschließt, zunutze. Eine weitere Neuheit präsentiert Hansgrohe mit seiner elektronischen Armatur zur Wandmontage, die das klare Design etwa von Antonio Citterios Axor Citterio oder Axor Uno² mit ausgeklügelter Sensortechnik für berührungsloses Bedienen verbindet: Erstmals wurde das Sensorfenster für den Benutzer unsichtbar in die Unterseite des Wasserlaufs integriert.
Für Freunde des Klassischen wurde die Serie Axor Citterio M um die in ihrer Formgebung bis ins kleinste Detail ausgefeilte Drei-Loch-Waschtisch- und Vier-Loch-Wannenarmaturen ergänzt: Die neuen sternförmigen Griffe punkten mit sanften ergonomisch geformten Rundungen.

Duschgenuss in jeder Höhe bietet nunmehr das Hansgrohe-Raindance-Rainfall-Duschsystem, dessen extrem flaches Duschpaneel sich mithilfe eines Griff spielend leicht über eine Höhe von 200 Millimeter stufenlos auf die gewünschte Höhe verschieben lässt. Außerdem verfügt das fest installierte Kopfbrausesystem auch über einen Schwallstrahl.
Ein starkes Verkaufsargument ist das Thema Komfort im Bad, dessen ist sich der Armaturen- und Brausespezialist Hansgrohe durchaus bewusst. Für mehr Spielraum unter dem Wasserhahn sorgen daher ab nun die neue Armaturenlinie Metris ebenso wie Ergänzungen der Programme Talis und Focus. Die sogenannte „Comfort Zone“ als der nutzbare Raum unter der Armatur richtet sich ganz nach den individuellen Bedürfnissen, egal, ob es darum geht, eine Vase zu befüllen oder die Haare zu waschen, denn das breite Angebot hat für alle Wasserquellen die richtige Höhe parat.

Nach gut zwei Jahren intensiver Entwicklungsarbeit ist man dabei, mit Hochdruck die letzten Feinheiten des ISH-Messeauftritts vorzubereiten. Und im Mittelpunkt steht stets der Kundennutzen. „Letztlich sind es nämlich nicht allein das neue Design oder die neue Technologie, die aus Kundensicht über die Qualität von Innovationen entscheiden. Gemessen wird sie eher daran, inwieweit eine Neuentwicklung das Leben wirklich einfacher, praktischer und angenehmer macht,“ betont Richard Grohe.

Leben im Bad
In altbewährter Zusammenarbeit mit Designern wie Philippe Starck, EOOS, Sieger Design, Matteo Thun oder dem deutsch-russischen Architekten und Designer Sergej Tchoban entstanden nicht weniger als 14 Produktneuheiten, die Duravit bei der ISH vorstellen wird.
So entwarf etwa Philippe Starck mit St. Trop eine Dampfdusche, deren Design etwas Besonderes ist: Sie ist schlicht, quadratisch und beansprucht gerade einmal einen Quadratmeter Grundfläche. Die Tür umrahmt wie ein überdimensionierter Bilderrahmen bei einem großen Gemälde, den Duschenden, dessen Körper zum gerahmten Kunstmotiv wird.

Das österreichische Designerteam EOOS schafft mit „Open Space“ eine Duschabtrennung, die nach Gebrauch einfach zur Seite geklappt werden kann und zur diskreten Wandverkleidung mutiert und hinter der Armaturen, Brausen, Duschgel oder Shampoo perfekt aufgeräumt erscheinen. Open Space macht nicht nur optisch Platz, sondern erweitert effektiv den Bewegungsradius auch in kleinen Bädern. In den umlaufenden Rahmen in Chromoptik sind zwei Glastüren mit einem besonderen Hebe- und Senkmechanismus eingelassen, die mit einem Handgriff zur Dusche auf- und nach dem Duschen wieder eingeschwenkt werden.

Durch ihren hohen Designanspruch und erschwinglichen Preis wurde die bereits 1994 von Designer Dieter Sieger entworfene Badserie „Darling” bis heute zum Renner. Nun haben seine Söhne Michael und Christian Sieger Darling zu einem kompletten Programm weiterentwickelt. „Darling new“ hat nun vom Waschtisch bis zur Whirlwanne alles zu bieten, was man im Bad so braucht. Neu ist die filigrane Kante, die sich bei allen Elementen wiederfindet – auf Wunsch leuchtet dieses bei der Wanne via LED. Die harmonische Kreisform wurde beibehalten. Mit seinen 52 Möbeltypen ist Darling new das umfangreichste Möbelprogramm von Duravit.

Der Südtiroler Matteo Thun, für den Nachhaltigkeit ein wichtiger Designfaktor ist, versucht das Schöne aus der Ökonomie zu generieren und greift zu Holz. Bei seiner neuen Badserie „Onto“ wird der Waschtisch zum Träger der Konsole, der er mit sanftem Schwung eine gewisse Dynamik verleiht und der gleichzeitig schnell und einfach zu montieren ist. Auch die Fronten der Hochschränke, Unterschränke, Waschtischunterbauten oder die Wannenverkleidungen sind aus Schichtholz. Dessen sandwichartige Struktur an den Kanten bleibt sichtbar, wird geölt und ist somit optimal für den Nassbereich geeignet.

Erstmals für Duravit mit dabei ist der russisch-deutsche Designer und Architekt Sergej Tchoban: Seine neue Serie „Esplanade“ besteht aus Keramik, Möbeln und einem kompletten Wannenprogramm und verfügt über großzügige Maße und weiche Formen. In Anlehnung an die Zeit des 18. und 19. Jahrhunderts will Tchoban seine Objekte auch eher als Möbel betrachtet wissen. Auch die Verkleidung des Stand-WCs nimmt das Korpusmaterial der Möbel auf und erleichtert dadurch die historische Assoziation. Aber damit nicht genug, denn auf der ISH gibt es dann noch um einiges mehr kennenzulernen.

ISH 2011, Messe Frankfurt von 15. bis 19. März. http://ish.messefrankfurt.com

(Redaktion: Christine Müller)

 

Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
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