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Vier Milliarden Euro stellt die Regierung mit sofortiger Wirkung bereit.

Regierung präsentiert Corona-Hilfspaket

15.03.2020

Aufgrund des sich ausbreitenden Corona-Virus präsentierte die Bundesregierung ein erstes Wirtschafts-Hilfspaket in Höhe von vier Milliarden Euro. Für die Absicherung gegen die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen gibt es ein Krisenpaket mit drei Säulen.

Folgende drei Säulen sind: Sicherung von Arbeitsplätzen, Erhaltung der Liquidität von Unternehmen und Hilfe für besondere Härtefälle, insbesondere KMU und EPU.

"Wir sind durch das Corona-Virus in einer Situation, wie wir sie so bisher nicht kannten und keine Erfahrungen hatten. Wir müssen rasch und unbürokratisch reagieren. Es ist daher wichtig, dass die Mittel aus dem 4-Milliarden-Krisenbewältigungsfonds rasch verfügbar sind. Wir reden von einer Unterstützung, die innerhalb von wenigen Tagen zur Verfügung stehen wird. Die Auswirkungen der getroffenen Maßnahmen auf die österreichische Wirtschaft werden groß sein und wir sind uns der Verantwortung, die wir in der Regierung für den österreichischen Wirtschaftsstandort haben, bewusst", so Wirtschafts- und Standortministerin Margarete Schramböck in einer gemeinsamen Pressekonferenz der Regierung und Vertretern der Sozialpartner. In den vier Milliarden Euro enthalten ist ein Topf mit 400 Millionen Euro für spezielle Kurzarbeit. "Wir werden Leitbetrieben, mittelständigen Unternehmen, den vielen Familienbetrieben und Ein-Personen-Unternehmen bei der Krisenbewältigung helfen", betonte Schramböck.

Kurzarbeit innerhalb von 48 Stunden abrufbar

Die neue spezielle Corona-Kurzarbeit sei "ein ganz neues Modell. Das Modell, das wir bisher hatten, ist so nicht anwendbar. Wichtig ist, dass die Mitarbeiter in den Unternehmen bleiben und nach der Krise sofort weiterarbeiten können“, betonte Schramböck. Diese spezielle Form der Kurzarbeit wird für die Unternehmen auch schneller und leistbarer werden. Sie wird für alle Unternehmensgrößen und Branchen nutzbar werden, nicht nur für die Industrie, wo wir sie schon kennen. Was ist neu: Diese Form der Corona-Kurzarbeit wird innerhalb von 48 Stunden abrufbar sein - bisher waren es mehr als sechs Wochen", unterstrich Schramböck. Zum ersten Mal werde es möglich sein, dass die Unternehmen auch die Möglichkeit haben, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gänzlich nachhause gehen zu lassen, aber gleichzeitig im Unternehmen weiter zu beschäftigen. Bisher gab es sonst nur die Möglichkeit der Arbeitslosigkeit. Uns ist wichtig, dass die Beschäftigten in den Unternehmen bleiben, damit sie nachher wieder schnell beginnen können und die Produktion und die Dienstleistungen rasch wiederaufgenommen werden kann. Hierfür braucht es dieses neue Modell“, so die Ministerin.

Vermehrte Garantien sichern liquide Mittel ab - Härtefonds für die Familienbetriebe und EPUs

"Es soll kein Unternehmen, dass eine Garantie von der Hausbank bekommt, die Unterstützung des Staates vermissen. Familienbetriebe und KMU sind das Rückgrat unserer Wirtschaft und daher brauchen sie diese besondere Unterstützung", betonte Schramböck. "Ganz konkret werden wir auch einen Härtefonds für Familienbetriebe und EPUs einrichten. Auch einen solchen gibt es im Moment in dieser Form nicht. Der Fonds soll zur Überbrückung dieser schwierigen Zeit dienen und helfen, dass man nachher seine Tätigkeit wiederaufnehmen kann“, so die Wirtschaftsministerin.

"Werden uns um die EPUs kümmern"

"Die Unternehmerinnen und Unternehmer und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben große Sorgen. Unsere Aufgabe ist es, diese Probleme abzufedern und ihnen zu helfen. Wir werden uns um die Leitbetriebe kümmern. Genauso wie um die mittelständischen Unternehmen und um die EPUs, die alleine unterwegs sind. Sie bieten ganz besondere Dienste, etwa in der Wissenschaft und Kultur, und sie haben verdient, dass wir sie unterstützen", sagte Schramböck.

"Corona-Virus Weckruf für Europa"

"Im Bereich der Lieferketten war der Corona-Virus ein Weckruf für Europa und die Industrien, vor allem aber auch für die Europäische Kommission, eine Entscheidung zu treffen in Richtung mehr Autonomie Europas - das gilt vor allem für die Lebensmittelproduktion, aber ganz besonders im Bereich der Medikamente. Hier sind wir vor allem im Bereich der Antibiotika und des Penicilin ganz stark von Asien abhängig", so Schramböck. Die EU-Kommission habe den österreichischen Vorschlag aufgegriffen, hier im Rahmen der EU-Industriestrategie dafür zu sorgen, dass Europa in solchen Fällen mit den Medikamenten versorgt ist, die wir brauchen, betonte die Wirtschaftsministerin.

"Wirtschaft beruht auf Vertrauen"

Wirtschaft beruhe auf Vertrauen - „das Vertrauen, dass ich mir in der Früh meinem Kaffee kaufen kann, mein Kipferl beim Bäcker abhole und darauf, dass genügend Aufträge da sind, dass ich meine Kosten monatlich decken kann. Wirtschaft ist etwas, dass allgegenwärtig ist. Darum haben es sich unsere Betriebe verdient, dass wir uns jetzt um sie kümmern. Ich möchte allen Unternehmerinnen und Unternehmern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern meinen Dank aussprechen. Sie müssen und werden in dieser fordernden Situation all unsere Unterstützung haben", so Schramböck.

Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
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