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Der Prototyp eines öffentlichen Urinals von EOOS Design mit selbstreinigender Wirkung dank Pflanzen.

Revival für Pflanzen-Toilette von Hundertwasser

19.10.2018

Bei der Ausstellung „EOOS. Liquid Gold“ (bis 13. Jänner 2019) im Kunsthaus Wien knüpfen die Wiener Designer EOOS an Friedensreich Hundertwassers ökologisch-künstlerische Pionierarbeit an. Er beschäftigte sich intensiv mit Pflanzenkläranlagen für verunreinigtes Wasser.

In der Ausstellung im Kunsthaus Wien dreht sich alles um die Ideen und den Nutzen von Wasserreinigungssystemen für Designprojekte. Das Wiener Designstudio EOOS (Martin Bergmann, Gernot Bohmann und Harald Gründl) zeigen ihr themenbezogenes Recherchematerial mit Informationen, Fotografien und Objekten zu Pflanzenkläranlagen für Urinale. Dieses reicht von der Technologie der Hydrobotanikerin Käthe Seidel, über die Anwendung durch Friedensreich Hundertwasser mit Zeichnungen und Prototypen von Pflanzenkläranlagen bis hin zu einem 1:1 Modell eines Pflanzen-Urinals für den öffentlichen Raum.

Bis zu 60 Liter Urin täglich

Der Prototyp eines autarken Urinals auf Basis einer Pflanzenkläranlage wurde vom Wiener Forschungsinstitut alchemia-nova, das vom Chemiker und Umweltaktivisten Hanswerner Mackwitz gegründet wurde, entwickelt. Der Prototyp kann täglich bis zu 250-mal benutzt werden, was einem Volumen von etwa 60 Litern Urin entspricht.
Der Urin wird mit dem im System der Pflanzenreinigungsanlage befindlichen Wasser vermengt und innerhalb von acht Wasserbecken auf vier Ebenen mit speziellen Pflanzen aufbereitet. Das so gereinigte Wasser kann in Folge wieder für die Spülung der Urinale verwendet werden. So kann das Urinal unabhängig von Wasserzufuhr und -abfluss funktionieren. EOOS möchte diesen Prototypen tatsächlich verwirklichen und zum Einsatz zu bringen.

Auf Hundertwassers Spuren

Schon Friedensreich Hundertwasser beschäftigte sich intensiv mit Pflanzenkläranlagen. Er installierte in seinen Häusern und Ateliers Toiletten, bei denen Sumpfpflanzen zur Wasserreinigung zum Einsatz kamen. Die Technologie, auf die Hundertwasser dabei zurückgriff, wurde von der deutschen Hydrobotanikerin Käthe Seidel (1907 -1990) entwickelt.
Ihre Forschung für Pflanzenkläranlagen inspirierte die Umweltbewegung der 1980er-Jahre und auch Hundertwasser nachhaltig. Seinen Gästen führte der Künstler gerne die Wirkweise der selbst gebauten Anlage vor und trank einen Schluck Wasser aus der letzten Kaskade der Pflanzenbecken, in die er zuvor uriniert hatte. Dokumentationsmaterial und Faksimiles aus dem Hundertwasserarchiv zeugen davon.

Autor/in:
Bettina Kreuter
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