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Rund um das stille Örtchen

03.12.2010

Die World Toilet Organization hat bereits 2001 den 19. November erstmals zum Welttoilettentag ausgerufen. Und zwar, um weltweit auf die oft allen hygienischen Grundvorrausetzungen strotzenden Missstände rund um das stille Örtchen aufmerksam zu machen.

Auch die Vereinten Nationen erkennen die Relevanz dieses Themas zur Bekämpfung von Armut und Krankheit an. Was zuerst nur ein Scherz scheint, ist hingegen eine sehr ernst Angelegenheit – und deshalb auch ein guter Grund für die ÖAG Haustechnik, hier eine Informationskampagne zu starten.

Eine Frage der Würde

Über 1 Milliarde Menschen erhielten im Laufe der letzten Jahre Zugang zu sanitären Einrichtungen, dennoch müssen aber etwa 2,6 Milliarden noch auf etwas warten, das für uns längst als selbstverständlich gilt. Wer kennt es nicht, das Gefühl, mal ganz dringend zu müssen und weit und breit ist keine Toilette in Sicht oder es steht mal wieder eine riesen Warteschlange davor. Man rümpft auch entsetzt die Nase, wenn eine Toilette nicht sauber oder veraltet ist. Aber, was es für die zirka 40 Prozent der Weltbevölkerung bedeutet, niemals eine Toilette zur Verfügung haben zu können, ist schier unvorstellbar. Dem Begriff „Notdurft verrichten“ kommt damit eine wesentlich dramatischere und ursprünglichere Bedeutung zu. Zur Würde des Menschen gehört auch ein Leben außerhalb von Armut – und Sanitäranlagen tragen dazu bei Krankheiten zu reduzieren und es so den Menschen auch zu ermöglichen, zur Arbeit oder zur Schule zu gehen.

 

Eine Frage der Gesundheit

In nicht allzu ferner Vergangenheit haben sich auch in Europa Krankheiten durch schlechte Sanitäranlagen verbreitet. In vielen Teilen der Welt ist dies heute immer noch der Fall. Allen Menschen Zugang zu Trinkwasser zu ermöglichen, ist ein sehr wichtiges Ziel, allerdings wird dabei oft vergessen, dass auch die Schaffung sanitärer Einrichtungen ein sehr wichtiger Bestandteil für die Erreichung dieses Ziels ist: weltweit gelangen etwa 90 Prozent des Abwassers ungeklärt oder nicht ausreichend gereinigt in die Gewässer. Mit fatalen Konsequenzen. Das Fehlen von Toiletten fordert täglich bis zu 5.000 Kinderleben, eine Zahl, die durch Sanitärversorgung und Händewaschen mit Seife drastisch zu verringern wäre. Auch die 450 Millionen Schultage, die durch verschmutztes Wasser hervorgerufene Krankheiten verloren gehen, können reduziert werden und auf diese Weise auch soziale und wirtschaftliche Entwicklung fördern.

 

Eine Frage der Umwelt

Selbst in hochentwickelten Ländern wie Österreich gibt es Verbesserungspotenzial: denn gespült wird größtenteils immer noch mit Trinkwasser. Dabei können Sanitärsysteme Wasser sparen und Exkremente als Nährstoffquelle nutzen – zum Beispiel als Dünger in der Landwirtschaft oder zur Produktion von Biogas.

 

Was also tun?

Die ÖAG Haustechnik bewarb den Welttoilettentag mit großem Erfolg mit ihrer Eigenmarke Comfort: Zu jedem WC aus der Comfort-Serie gab es am 19. November 2010 gratis einen WC Sitz dazu.

Im Pultverkauf der ÖAG in der Schemmerlstraße in Wien 11 liegen Flyer von der German Toilet Organization, die auch durch die ÖAG unterstützt wird, zu diesem Thema auf. Die ÖAG möchte so ihren Teil zur Aufklärung beitragen, denn darüber sprechen, ist der erste Schritt – und das sollte in der Sanitärbranche doch leichter fallen, als in vielen anderen.

Mehr Informationen zum Thema gibt es auf der deutschen Homepage www.germantoilet.org Dort finden sich vielfältigste Projekte, die man unterstützen kann.

Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
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